Technische Innovation

CES 2017: Technik, die unseren Alltag verändert

Deb Miller Landau iQ Managing Editor

Die CES 2017 stand ganz im Zeichen von innovativer Technik, die mithilfe von Sensoren und Echzeitdaten bisherige Erlebniswelten revolutioniert.

Innovative Vordenker loten die Grenzen des technisch Machbaren immer wieder neu aus. Viele Erfindungen haben dabei den Zweck, das volle Potenzial der menschlichen Vorstellungskraft und Leistungsfähigkeit auszuschöpfen. Auch auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) wurde wieder eine Fülle an neuen Gadgets vorgestellt, die Gamern, Sportlern oder Künstlern helfen sollen, ihre Leistung zu verbessern oder ihre Kreativität zu steigern.

„Der Wirkungsbereich von Technik reicht weiter über die Unterhaltungselektronik hinaus“, betonte Intels CEO Brian Krzanich in seiner Keynote. Während dieser konnten Pressevertreter und andere Teilnehmer VR-Headsets aufsetzen und sich während der Veranstaltung auf eine virtuelle Reise nach Vietnam oder zum Skydiving nach Utah begeben. „Technische Innovationen werden in der Umgestaltung von allem, was wir heute erleben können, eine beispiellose Schlüsselrolle spielen“, so Krzanich.

TEchnik für sämtliche lebensbereiche

Auch auf dem Messestand von Intel, den schätzungsweise 85.000 Menschen besucht haben, war transformative Technik in diesem Jahr vorherrschend, so Victor Torregroza, Program Director bei Intels Global Event Marketing Team. Dazu gehörten mehrere neue Virtual-Reality(VR)-Erlebniswelten, die die Besucher am eigenen Leib erfahren konnten. Weitere Schwerpunkte waren Technik für autonome Autos, künstliche Intelligenz und Fitness-Analysetools. Viele dieser neuen Geräte verfügen über eine Kombination aus Computerprozessoren und Sensoren, was den Benutzern hilft, Daten – oft in Echtzeit – zu nutzen, um ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern und mehr aus ihrer Freizeitgestaltung herauszuholen.

Auf der CES 2017 wurde die Smartwatch New Balance RunIQ vorgestellt.
Auf der CES 2017 wurde die Smartwatch New Balance RunIQ vorgestellt.

Läufer, die eine New Balance RunIQ tragen, können ihr Handy von nun an getrost zu Hause lassen. Denn diese neue Smartwatch zeichnet den Aufenthaltsort, die zurückgelegte Entfernung, die Geschwindigkeit sowie den Puls des Läufers auf – ohne mit einem Smartphone verbunden zu sein. „New Balance und Intel entwickelten in Zusammenarbeit eine Smartwatch, die speziell für Läufer gemacht ist, die aber nicht nur beim Training hilft, sondern den ganzen Tag über getragen werden kann“, sagt Caroline Tien-Spalding, Director of Marketing für Intels Wrist Wearables in der New Devices Group.

wearables für sportliche bestleistungen

Ein weiteres innovatives Produkt für Sportler ist die Radar Pace von Oakley. Die Sonnenbrille ist zwar schon seit Ende 2016 auf dem Markt, auf der CES wurde das gesamte Konzept aber nochmals anschaulich präsentiert. Mithilfe von Spracherkennungstechnik versorgt ein in dem Wearable integrierter Assistent Läufer oder Radfahrer mit Echtzeit-Feedback zu ihrem Training. Der Coach gibt beispielsweise Informationen zum aktuellen Tempo des Sportlers oder gibt Tipps, wie er seine Leistung noch verbessern kann.

„Bei Oakley dreht sich alles ums Design“, sagt Chris Croteau, Senior Director of Business Development in Intels Headworn Products Division. Darum mussten völlig neue Technik und Fertigungsmethoden erfunden werden. „Wir haben sozusagen 23 Kilogramm an Technik in einem 56 Gramm leichten Rahmen untergebracht. Dem Benutzer ist in keinster Weise bewusst, dass er Computertechnik auf dem Kopf trägt“, so Croteau.

Die neueste Aktivitätstrackingtechnik demonstrierten Sportler beim Dunking auf einem Basketballfeld. Dank winziger, in Schweißbändern integrierter Intel Curie Module konnten die Spieler ihre Bewegungsdaten wie Wurfstärke, Dribbelfrequenz, Sprunghöhe oder Sprungweite direkt auf einer Anzeigetafel ablesen, an die sie per Funk gesendet wurden. Auch im Sport-Shirt Majestic Swing iQ sind Bewegungssensoren integriert, die die Handgelenks-, Schulter- und Hüftbewegungen in 360 Grad verfolgen und aufzeichnen.

Innovationen für die Industrie

Nach seinem smarten Helm auf der CES 2016 präsentierte Daqri dieses Jahr eine brandneue Datenbrille für den industriellen Einsatz. Besucher des Stands konnten die Smart Glasses testen, indem sie eine nukleare Kernfusion damit kalibrierten. Die Brille überlagerte das reale Blickfeld des Trägers mit visuellen Hilfestellungen und führte sie damit Schritt für Schritt an eine erfolgreiche Kalibrierung heran. Gelang ihnen dies nicht, kam es zu einer – natürlich virtuellen – Explosion.

Die Smart Glasses von Daqri unterstützen Industriearbeiter mit Augmented Reality.
Die Smart Glasses von Daqri unterstützen Industriearbeiter mit Augmented Reality.

Neben Wearables war auch das autonome Fahren ein großes Thema auf der CES. Wie sich das Reisen im selbstfahrenden Auto anfühlt, konnten die Besucher des Intel-Stands in einem BMW i8 ausprobieren. Zusätzlich konnten sie über ein Microsoft HoloLens-Headset sämtliche Daten sehen, die das Auto verarbeitet – Sensordaten von der Umgebung, von anderen Verkehrsteilnehmern und sogar Daten, die zur Cloud hochfliegen oder von ihr herabschweben. Die Besucher konnten sogar noch einen Schritt weitergehen und im Cockpit oder von außerhalb des Autos ein Gefühl dafür entwickeln, wie sich das ultimative Fahrzeug dank integrierter KI und 5G-Konnektivität um die Passagiere kümmert.

VR-Headsets kamen auch bei der Präsentation von autonomen Autos zum Einsatz.
VR-Headsets kamen auch bei der Präsentation von autonomen Autos zum Einsatz.

Bahn frei für Ihre Kreativität

Auch die Kunst der Selfies erreichte auf der CES 2017 eine neue Dimension. Mithilfe der Smartphone-App Pikazo konnten Besucher ihr Porträtfoto in ein buntes Meisterwerk verwandeln. Ein normales, mit der Handykamera aufgenommenes Foto wurde dabei basierend auf neuronalen Algorithmen und maschinellem Lernen, für das Intel Xeon Prozessoren zum Einsatz kommen, in ein Kunstwerk verwandelt.

Mit der App Pikazo wird jedes Selfie zum Kunstwerk.
Mit der App Pikazo wird jedes Selfie zum Kunstwerk.

Ein weiteres Highlight war der 360-Grad-VR-Film Fistful of Stars. Darin nimmt Astrophysiker Dr. Mario Livio die Zuschauer mit auf eine außergewöhnliche Exkursion durch das Weltall, bei der dem Hubble-Teleskop auf seiner Reise in den Orionnebel gefolgt wird. Regisseurin Eliza McNitt erklärte, dass der Film auf fotorealistischen Simulationen basiert, die anhand von Fotos und Daten des Hubble-Teleskops erstellt wurden. Die zweimalige Gewinnerin der Intel International Science and Engineering Fair (Intel ISEF) lotet die Grenzen der virtuellen Realität als Unterhaltungsmedium immer wieder neu aus.

Die Neuheiten der CES 2017 zauberten staunende Blicke auf die Gesichter der Besucher.
Die Neuheiten der CES 2017 zauberten staunende Blicke auf die Gesichter der Besucher.

„Auf der CES kann ich dieses Erstaunen und die Ehrfurcht, die der Betrachter spürt, wenn er intensiv in den Film eingebunden ist, selbst erleben“, sagte McNitt. „Für einen Moment entkommt der Betrachter dem Trubel der CES und schwebt durchs Weltall.“ Bei seiner Premiere auf dem BRIC Celebrate Brooklyn! Festival brach Fistful of Stars mit über 6.000 Menschen, die sich ein VR-Headset aufsetzten, den Rekord als weltweit größtes Virtual-Reality-Erlebnis.

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