Computerspiele

E-Sport: Der PC-Goldstandard für faire Wettkämpfe

Jason Johnson Freelance writer and editor

Damit bei Turnieren im E-Sport faire Wettkampfbedingungen herrschen, sind die mit Highend-Komponenten ausgestatteten Rigs im Reglement festgelegt.

Die Intel Extreme Masters (IEM) stellen die weltweit höchste Liga im E-Sport dar und erleben 2016 bereits ihre elfte Saison. Am vergangenen Wochenende fand in Shanghai der letzte IEM-LAN-Wettkampf in StarCraft II statt. Dort hat sich auch entschieden, wer einen der begehrten Startplätze für das Sommerturnier der World Championship Series (WCS) erhält, das in dieser Woche startet.

Darüber hinaus bot das Turnier den Gamern eine der letzten Gelegenheiten in dieser Saison, um weitere WCS-Punkte zu sammeln. Diese benötigen sie nicht nur, um sich für die WCS-Meisterschaft auf der Blizzcon zu qualifizieren, die gegen Ende des Jahres stattfinden wird. Je höher der Punktestand, desto näher rückt auch der begehrte Weltmeistertitel – inklusive Hauptpreis, der mit stolzen 200.000 US-Dollar (circa 179.000 Euro) dotiert ist.

im e-sport ist der pc das sportgerät

In den letzten Jahren ist das Qualifizierungssystem im E-Sport immer anspruchsvoller geworden. Umso mehr zählt Fairness sowohl für die Organisatoren als auch für die Spieler zu den wichtigsten Faktoren. Das gilt insbesondere für die Gaming-Ausrüstung, die reibungslos funktionieren muss, damit Wettkämpfe ohne Störungen ablaufen.

Der Sieg hängt im E-Sport auch von der Leistung der Hardware ab. Foto: Joe Brady
Der Sieg hängt im E-Sport auch von der Leistung der Hardware ab. Foto: Joe Brady

„Für E-Sportler ist der PC das Pendant zum Tennisschläger“, erklärt IEM-Organisator George Woo. „Er ist das Gehirn, die Muskelkraft und das wichtigste Werkzeug eines Wettkampf-Gamers.“ Im Gegensatz zu herkömmlichen Sportgeräten werden die technischen Vorgaben für reglementierte IEM-PCs ständig nach oben geschraubt. Die Komponenten werden aufgerüstet, um den neuesten technischen Entwicklungen Rechnung zu tragen.

technik auf dem neuesten stand

Damit alle Wettkampfteilnehmer die gleichen Chancen haben, müssen die Leistungsmerkmale aller IEM-PCs denselben Goldstandard erfüllen, der im Reglement festgelegt ist. Jeder Gaming-PC, der während einer ganzen IEM-Saison verwendet wird, ist mit einem Solid-State-Laufwerk, einem Gigabyte-Mainboard und einer GTX-960-Grafikkarte ausgestattet. Als die IEM 2007 erstmals ausgetragen wurden, war dies noch anders. Damals wurden die PC-Komponenten im Laufe einer Saison mehrmals ausgetauscht. Seither kommen bei den Wettkämpfen stets die leistungsfähigsten Gaming-PCs zum Einsatz.

Die Komponenten eines IEM-PCs entsprechen dem neuesten technischen Stand. Foto: Jeroen Weimar
Die Komponenten eines IEM-PCs entsprechen dem neuesten technischen Stand. Foto: Jeroen Weimar

So wurden die früheren Festplatten durch flotte Solid-State-Laufwerke (SSDs) ausgetauscht und Mainboards bei Bedarf gewechselt. Demnächst wird das Turnier von USB- auf Thunderbolt-I/O-Ports umsteigen, wodurch die Kommunikation mit Maus und Tastatur noch präziser werden wird. Aber auch der Einsatz von aktueller Prozessor-Technologie spielt für den fairen Ablauf der Wettkämpfe eine wichtige Rolle. „Hat ein Prozessor zu wenig Power, ist das Risiko groß, dass in einem entscheidenden Moment etwas schiefgeht“, erklärt Intels Gaming-Stratege Mark Chang.

Nahaufnahme eines Gaming-PCs beim IEM. Foto: Jeroen Weimar
Nahaufnahme eines Gaming-PCs beim IEM. Foto: Jeroen Weimar

Chang zufolge wird die CPU bei komplexen Berechnungen – etwa der Flugbahn von Kugeln – am stärksten beansprucht. „Sobald ein Spieler einen Feind sichtet, muss er zu seiner Bestform auflaufen“, so Chang. „Selbst wenn ein Rig während solch intensiver Spielphasen nur minimal langsamer wird, sollte ein Blick ins Innere geworfen werden.“ Kann ein Prozessor die Bildfrequenz, die für die Ablaufgeschwindigkeit des Spiels verantwortlich ist, nicht beibehalten, ist es schwer, die Oberhand zu behalten. „Beim Wettkampf-Gaming denken wir vielleicht nicht über die Prozessorleistung nach. Aber wenn eine Verzögerung, ein Ruckeln oder ein Verarbeitungsproblem in einem entscheidenden Moment auftritt, kann dies den Sieg kosten“, sagt Bastian Veiser, Product Manager für die ESL Pro Series und das Intel Extreme Masters.

spieler sind bei definition der standards involviert

Befürchtungen wie diese sind der Grund, warum die Verwendung standardisierter PCs bei E-Sport-Events immer wichtiger wird. Der Spieleentwickler Valve organisierte im Anschluss an die Dota 2 Asia Championships 2015 ein Treffen mit vielen Kapitänen der wichtigsten Dota-2-Organisationen, um die optimalen Spielbedingungen zu definieren. Der erste Punkt auf der Tagesordnung war die Standardisierung der Hardware für alle Turniere. „Wir setzten uns als Gruppe zusammen und sprachen darüber, was uns bei Turnierreglements wichtig ist. Bei dem Gespräch war von fast jedem Major-Team jemand dabei“, erklärt Peter „ppd“ Dager, Kapitän von Evil Geniuses, in seinem Vlog.

MSI-Grafikkarte. Foto: Jeroen Weimar
MSI-Grafikkarte. Foto: Jeroen Weimar

Die Bedeutung leistungsstarker, standardisierter Rigs umfasst auch die persönlichen Rigs der Profis. Um ordnungsgemäß trainieren zu können, brauchen sie Highend-Komponenten, die dem regelkonformen Standard entsprechen. Nur so können sie unter kontrollierten, nachvollziehbaren und zuverlässigen Bedingungen an ihren Gaming-Fertigkeiten feilen. „Ein Freizeit-Gamer wird diesen Faktoren wahrscheinlich keinen hohen Stellenwert beimessen“, erklärt Alex „LeX“ Deily vom Winterfox-CS:GO-Team in einem Gespräch mit ESPN. „Aber ich bin absolut sicher, dass Fünfzehnjährige, die in ein Profiteam aufgenommen werden, schon davor für Wettkampf-Gaming geeignete Komponenten gekauft haben.“

noch mehr power für die zukunft

Mit dem richtigen Gaming-PC können Spieler aber nicht nur ihr Gameplay verbessern. Ein Intel Core Prozessor der sechsten oder demnächst verfügbaren siebten Generation sorgt bei Turnieren auch für verbessertes Streaming und durchgehend verfügbare DVR-Optionen. „Alle IEM-Live-Videos, die wir zu sehen bekommen, werden auf einer Maschine mit Intel-Prozessor gerendert, um die Verarbeitungszeit zu verkürzen“, so Veiser.

MSI-Grafikkarte. Foto: Jeroen Weimar
MSI-Grafikkarte. Foto: Jeroen Weimar

In den kommenden Jahren werden IEM-Turniere mit dem neuen Intel Core i7-6950X Prozessor Extreme Edition von noch mehr Power profitieren, so Woo. Die Technik könne sich aber auch auf Bereiche jenseits der Wettkämpfe auswirken, erklärt er. Dazu gehören etwa die Entwicklung von Spielen, die Produktion und Übertragung von Turnieren und sogar die Zukunft von Virtual Reality. „Zweifellos werden CPUs im E-Sport auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen“, so Woo.

Hinweis des Herausgebers: Die folgenden Links informieren über starke „Core“-Power für Gaming-Rigs – mit Innovationen wie dem Intel Core i7 Extreme Edition Prozessor, der Turbo-Boost-Max-Technik 3.0 und Overclocking. Die „Game On!“-Sammlung bietet weitere interessante Storys über Gaming und E-Sport. Hier gibt es weitere Gaming-Ressourcen von Intel.

 

Titelbild: Mit freundlicher Genehmigung von Joe Brady

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