Technische Innovation

HoloARt: Virtuelle 3D-Kunst verbindet digitale und analoge Welt

Sabine Berger Autorin, Hemd & Hoodie

Das Mixed-Reality-System HoloARt verwandelt Räume in eine dreidimensionale Leinwand, die per Gesten- und Sprachsteuerung bemalt werden kann.

Es liegt in der Natur von Kunst, bestehende Grenzen zu durchbrechen und neue Blickwinkel aufzuzeigen. Da verwundert es nicht, dass immer mehr Künstler neue Technologien wie Virtual und Augmented Reality für sich entdecken, um sich innovative Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Ideen zu erschließen. Diesen Schritt hat Judith Amores, Studentin am Massachusetts Institute of Technology (MIT), mit ihrem Projekt HoloARt gewagt.

Die auf der Hololens von Microsoft basierende Anwendung ist das erste Mixed Reality-System, das es dem Nutzer ermöglicht, im virtuellen dreidimensionalen Raum zu malen. Die bunten Linien, Flächen oder Kleckse können entweder auf real existierende Objekte wie Wände oder Möbel aufgebracht werden, oder sie schweben frei in der Luft. Dort bleiben sie dank sogenanntem Spatial Mapping fixiert, das die räumliche Zuordnung der virtuellen Kunstwerke speichert.

Malen mit Gesten- und Sprachsteuerung

HoloARt bietet dem User eine Reihe an Werkzeugen, die er mit Hilfe von Gesten und Sprachbefehlen steuern kann. Im Modus „Air Paint“ lassen sich unterschiedlich dicke Pinsellinien erzeugen, indem sie einfach mit dem ausgestreckten Zeigefinger geführt werden. Ein Controller oder andere Sensoren sind dazu nicht nötig, da die AR-Brille die Bewegungen erfasst.

HoloARt erschafft 3D-Kunst per Gestensteuerung.
HoloARt erschafft 3D-Kunst per Gestensteuerung. Gif: Vimeo – Fluid Interface

Auch die weiteren Tools werden per Handbewegung bedient: Für die Sprühdose werden Daumen und Zeigefinger zusammengeführt, beim Werkzeug „Splatter“ können Farbkleckse mit einer Wurfbewegung auf Oberflächen aufgebracht werden. Schöner realistischer Effekt dabei: Die virtuelle Farbe gehorcht der Schwerkraft, läuft also an einer Wand nach unten oder tropft von der Decke.

Zwischen den verschiedenen Modi kann per Sprachkommando gewechselt werden. Dazu erscheint ein virtuelles Armband, sobald der Nutzer den Blick auf sein Handgelenk senkt. Über das Menü stehen weitere Funktionen wie Farbauswahl, Bearbeiten und Löschen zur Verfügung.

Neue Erlebnisse mit Augmented Reality

Die Entwicklung des Systems steht noch ganz am Anfang, erläuterte Entwicklerin Judith Amores im Rahmen eines MIT-Panels. Dennoch bietet HoloARt ihrer Ansicht nach interessante Anwendungsmöglichkeiten etwa für Mode- oder Interiordesign. Auch im Bereich der Unterhaltung schaffen Augmented bzw. Mixed Reality neue Erlebnisse. So können beispielsweise Sportevents in 3D ins heimische Wohnzimmer übertragen oder virtuelle Fantasiefiguren dank Computertechnik von Intel auf Theaterbühnen projiziert werden.

Ein virtuelles Armband zeigt die verschiedenen Werkzeuge.
Ein virtuelles Armband zeigt die verschiedenen Werkzeuge. Gif: Vimeo – Fluid Interface

Neben der HoloLens, die auf einem Intel Atom Prozessor basiert, entstand auch das im vergangenen Jahr vorgestellte Project Alloy in einer Zusammenarbeit von Intel und Microsoft. Das Head-Mounted-Display mit integriertem RealSense-Tracking ist eine kabellose All-in-One-VR-Lösung, die reale und virtuelle Welt in der sogenannten Merged Reality verschmelzen lässt. Diese ist in der Lage, nicht nur eine Auswahl an definierten Gesten zu erkennen, sondern die natürlichen Bewegungen des Spielers nachzuvollziehen, womit sie die Tür zu einem völlig neuen VR-Erlebnis öffnet.

Cover-Foto: Vimeo – Fluid InterfaceScreenshot & Montage

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