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Nio Eve: Rollendes Wohnzimmer mit E-Motor und Autopilot

Hans-Martin Durst Autor, Hemd & Hoodie

Durch Luxus-Ausstattung und 1.000 Kilometer Reichweite soll Nio Eve das Reisen angenehm machen. Die Navigation übernimmt dabei ein digitaler Butler.

„Wir wollen nicht nur das Auto besser machen, sondern den Menschen ein rundum besseres Leben bieten“, sagt Kris Tomasson. Deshalb hat der Chefdesigner des chinesischen Start-ups Nio den Elektrowagen Eve entworfen, bei dem das bequeme Reisen im Mittelpunkt steht. Statt auf dem Fahrer- und Beifahrersitz sollen Passagiere in der Wohnzimmeratmosphäre des großzügig geschnittenen Fonds Platz nehmen. Denn das Auto ist auf selbstständiges Fahren ausgelegt, weshalb sich Lenkrad und Pedale in der Konsole versenken lassen.

So bleibt der Blick durch das Panorama-Fenster frei, das sich rundum vom Fahrerkabinen-Fußraum über das Dach bis zum Heck zieht. Die Reisenden lassen sich direkt unter dem Himmel auf einem großen Ledersofa mit integriertem Schlafsitz nieder. Durch die gegenüberliegenden Sessel haben sie die Möglichkeit, sich währen der Fahrt von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten. Damit den bis zu sechs Passagieren dabei genügend Beinfreiheit zur Verfügung steht, bietet Nio Eve mit seinem Radstand von 3,52 Metern mehr Platz als ein Privatjet.

Nio Eve verfügt über unglaubliche Reichweite

Dazu trägt auch bei, dass weder Motorhaube noch Tank auf den 5,20 Metern Gesamtlänge des Fahrzeugs untergebracht werden mussten. Denn die vier kompakten Elektromotoren sitzen an den Achsen und der Lithium-Ionen-Akku ist aus Platzgründen in den Boden eingelassen. Dank dieser Ausstattung, über deren Leistungsfähigkeit und technische Details sich Nio ausschweigt, verfügt Eve laut Firmenangaben über eine Reichweite von über 1.000 Kilometern. Dabei sollen bereits zehn Minuten kabelloses Aufladen per Induktionstechnik ausreichen, um 300 Kilometer weit fahren zu können.

Der digitale Assistent Nomi steuert den Wagen und kümmert sich um die Bedürfnisse der Passagiere.
Der digitale Assistent Nomi steuert den Wagen und kümmert sich um die Bedürfnisse der Passagiere. Bild: Nio – Eve

Die Steuerung auf der Reise übernimmt der Autopilot namens Nomi, der das Herzstück des Nio Eve darstellt. Aufgabe des mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten digitalen Assistenten ist es, Fahrstil und Komfort-Optionen den Bedürfnissen der Passagiere anzupassen. Dabei soll er die Fahrer so gut kennenlernen, dass er Wünsche schon erfüllt, bevor sie ausgesprochen werden. Für den Fall, dass das anfangs noch nicht klappt, stehen zusätzlich eine Sprachsteuerung sowie in den Sitzen eingebaute Touch-Bedienelemente zur Verfügung.

Markteinführung erfolgt in naher Zukunft

Allerdings handelt es sich beim Nio Eve, der auf dem South-by-Southwest-Festival 2017 vorgestellt wurde, momentan noch um eine Studie. „Leider werden wir nicht alle Ideen aus dem Showcar in die Produktion retten können“, sagt Tomasson. So lassen sich die zwei großen, optisch dominanten Schiebetüren mit ihren elektrisch abdunkelbaren Scheiben möglicherweise nicht in einem Serienmodell umsetzen. Auch die OLED-Technik zum Einblenden von Umgebungsinformationen auf der Windschutzscheibe und Multimediainhalten auf den Seitenfenstern dürfte zur Markteinführung in den USA noch zu teuer sein.

Nio Eve glänzt unter anderem mit viel Platz, Panorama-Fenster und Luxus-Innenausstattung.
Nio Eve glänzt unter anderem mit viel Platz, Panorama-Fenster und Luxus-Innenausstattung. Gif: Nio – Eve(Montage)

Letztere soll nämlich bereits in drei Jahren erfolgen, während Europa sich noch bis 2025 gedulden muss. Preislich will Nio sich beim Eve im gehobenen Segment bewegen – eine Orientierung an den Autos von Tesla ist wahrscheinlich. Schließlich visiert das Unternehmen den gleichen Kundenstamm wie der amerikanische Autohersteller an. Dabei dürfte Nio gute Wettbewerbs-Chancen haben, wenn die Firma ihre Versprechen bezüglich Reichweite und Aufladegeschwindigkeit einhalten kann.

Cover-Foto: Nio – Eve – (Montage)

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