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Passagierdrohnen: Die fliegenden Taxis der Zukunft

Dean Evans Technology Writer Twitter

Bereits 2017 sollen Passagierdrohnen in Dubai als Flugtaxis dienen. Zusammen mit ähnlichen Projekten könnten sie eine neue Ära der Fortbewegung einleiten.

In naher Zukunft wird Dubai Passagierdrohnen des Typs Ehang 184 als autonome Lufttaxis einsetzen. „Das auf dem World Government Summit in Dubai getestete, unbemannte Luftfahrzeug ist keineswegs nur ein Prototyp“, erklärt Mattar Al Tayer von der Straßen- und Verkehrsbehörde (Roads and Transport Authority, RTA) der Vereinigten Arabischen Emirate. „Es handelt sich um ein echtes Modell, mit dem wir bereits einen Testflug in Dubai absolviert haben“, sagt Al Tayer. „Die RTA arbeitet daran, im Juli 2017 mit dem Einsatz der Drohnen beginnen zu können.“

Die mit acht Propellern ausgestattete Ehang 184 kann bis zu 30 Minuten in der Luft bleiben. Dabei erreicht die Drohne Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde sowie eine Flughöhe von etwa 900 Metern. Ob sich der ambitionierte Service letztlich etablieren wird oder nicht – er bringt uns dem Traum von fliegenden Autos einen Schritt näher.

Von der Eisenbahn zum Hyperloop

Zudem handelt es sich bei der Passagierdrohne nicht um ein Einzelprojekt. Auch Airbus hat mit dem Lufttaxi Vahana ein autonomes Fluggerät in Planung. Daneben sehen der Volocopter der deutschen Firma e-volo sowie die Konzepte für Multi-Rotor-Passagierdrohnen von Zee.Aero und Joby Aviation durchaus vielversprechend aus. Diese Projekte könnten gemeinsam mit der Ehang 184 eine Ära der futuristischen Fortbewegung einläuten. Dazu ist es auch an der Zeit. Denn das erste Automobil wurde schließlich bereits 1885 von Karl Benz gebaut und die erste Eisenbahn kam im Jahr 1805 auf die Schiene.

Dieser Innovationsdrang ist wohl auch einer der Gründe für die Begeisterung, die der von Elon Musk initiierte SpaceX-Hyperloop-Pod-Wettbewerb ausgelöst hat. Anfang des Jahres konnten Teams von drei Universitäten ihre Pod-Prototypen auf einer 1,6 Kilometer langen Hyperloop-Vakuum-Röhre von SpaceX testen. Doch geht es bei Elon Musks Idee nicht so sehr darum, ob jemals ein Hyperloop gebaut wird. Das Ziel des Projektes sei es vielmehr, „Innovationen in der Transporttechnik zu fördern und Menschen für neue Arten der Fortbewegung zu begeistern, die sich womöglich völlig vom heutigen Stand der Dinge unterscheiden.“

Passagierdrohnen müssen durch Sicherheit überzeugen

Es ist noch ein weiter Weg bis in eine Zukunft, in der Techniken wie Weltraumlifte oder Teleportation zur Verfügung stehen könnten. Jetpacks, Hoverbikes und fliegende Autos hingegen liegen bereits jetzt im Bereich des Möglichen. Um sich wirklich durchzusetzen, muss jedes neue Fortbewegungsmittel aber bequemer oder effizienter sein, als jenes, an dessen Stelle es treten soll. Das gilt sowohl für Autos als auch für Züge, Schiffe oder Fahrräder.

Konnte sich als Fortbewegungsmittel nicht durchsetzen: der Sinclair C5.
Konnte sich als Fortbewegungsmittel nicht durchsetzen: der Sinclair C5. Bild: Flickr – Dave Jones (CC BY 2.0) – (Montage)

Deshalb konnten sich beispielsweise der Sinclair C5, Segways oder elektrische Einräder nicht etablieren: Sie waren schlichtweg nicht besser als das, was bereits existierte. Während der Hyperloop hohe Geschwindigkeiten von bis zu 1.223 Kilometern pro Stunde verspricht, lässt die Passagierdrohne darauf hoffen, dem Verkehr auf der Straße entgehen zu können. Wer in diesen Genuss kommen will, muss allerdings in Dubai leben, über das nötige Kleingeld verfügen und einer Drohne mit acht Propellern und ohne Pilot vertrauen, deren Akku 30 Minuten hält und die sich ein paar hundert Meter über dem Boden bewegt. Entscheidend wird sein, ob die Menschen von der Sicherheit der Drohne überzeugt werden können.

Cover-Foto: Ehang Inc. – Ehang184

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