Computerspiele

Programmiererinnen: Diese zehn Frauen haben das Gaming revolutioniert

Die Welt der Computerspiele wurde entscheidend von Frauen mitgeprägt. Wir stellen zehn wichtige Programmiererinnen und ihre Arbeit vor.

Wer bislang dachte, der Großteil aller Computerspiele würde von Männern entwickelt, dürfte nach diesem Artikel überrascht sein. Denn viele der Spiele, die wir oft bis in die frühen Morgenstunden spielen, wurden von Frauen programmiert. Stellvertretend für alle brillanten Entwicklerinnen stellen wir in diesem Artikel zehn außergewöhnliche Programmiererinnen vor.

1. Robin Hunicke

Robin Hunicke ist für ihre Arbeit an MySims bekannt, einer Version der Sims, die 2007 für die Wii herausgebracht wurde. Sie ist Professorin für Gamedesign an der UC Santa Cruz und Mitgründerin von Funomena. In der Branche genießt Hunicke in vielerlei Hinsicht große Anerkennung, zum Beispiel für ihre Unterstützung unabhängiger Spieleentwickler, ihre Experimentierfreudigkeit beim Game-Design, ihre Forschungsarbeit im Bereich der automatischen Anpassung des Schwierigkeitsgrads (Dynamic Difficulty Adjustment) und ihr Engagement für Frauen in der Gaming-Branche.

Robin Hunicke arbeitete an MySims für die Wii.
Robin Hunicke arbeitete an MySims für die Wii.

 

2. Carol Shaw

Carol Shaw entwickelte 1978 die 3D-Version eines Klassikers, den wohl jeder von uns in der Schulzeit gespielt hat: Tic-Tac-Toe, auch bekann als „Drei gewinnt“. Doch Shaw ist nicht nur eine der ersten Programmiererinnen von Computerspielen, sondern gilt zudem als Visionärin. Bekannt wurde sie auch für ihre Designarbeit an Spielen wie Video Checkers von 1980 und River Raid aus dem Jahr 1982.

Tic-Tac-Toe in einer 3D-Version von Carol Shaw, die als Visionärin unter den Programmiererinnen gilt.
Tic-Tac-Toe in einer 3D-Version von Carol Shaw, die als Visionärin unter den Programmiererinnen gilt.

 

3. Kim Swift

Wer kennt nicht die Spiele, in denen spezielle Objekte nötig sind, um Portale zu öffnen und Charaktere an einen anderen Ort zu teleportieren? Mit „Portal“ kreierte Kim Swift 2007 das erste Spiel dieses Genres. Sie arbeitete schon immer als Programmiererin: 2005 entwickelte sie ein Spiel mit dem Namen Narbacular Drop. Damit erregte Swift die Aufmerksamkeit von Valve, dem Erfinder von Half Life, und wurde daraufhin von dem Softwareunternehmen als Mitarbeiterin für das erste Portal-Spiel eingestellt. Das Fortune-Magazin zeichnete sie im Videospielbereich als eine der „30 unter 30“ aus, die die Branche am stärksten beeinflussen.

Im Jahr 2007 kreierte Kim Swift das erste Portal-Spiel.
Im Jahr 2007 kreierte Kim Swift das erste Portal-Spiel.

 

4. Jane Jensen

Wer auf spannende und mysteriöse Spiele steht, wird zweifellos Gray Matter kennen. Dieses Spiel, das mit seinen psychologischen Spannungsmomenten bis an die Grenzen geht, wurde ebenfalls von einer Frau programmiert, nämlich Jane Jensen. Sie begann ihre Karriere als Autorin für Sierra On-Line und arbeitete später gemeinsam mit Roberta Williams am Design von King‘s Quest VI. Im Jahr 1993 entwickelte sie dann das Design für Gabriel Knight: Sins of the Fathers und 2010 brachte sie mit Gray Matter einen Hauch von Magie in die Welt der Computerspiele.

Mit dem Spiel Gray Matter sorgte Jane Jensen für psychologische Spannungsmomente.
Mit dem Spiel Gray Matter sorgte Jane Jensen für psychologische Spannungsmomente.

 

5. Amy Hennig

Wer erinnert sich nicht daran, als die PS3 auf den Markt kam und Uncharted: Drakes Schicksal mit seiner atemberaubenden Grafik für Begeisterung sorgte. Das Spiel sah so gut aus, dass sich viele beim Betrachten eines Grashalms wohl dachten: „Wow, das sieht sogar gut genug für ein Fußballspiel aus!“ Eine der leitenden Designerinnen des Entwicklungsteams war Amy Hennig, deren Erfahrungen bis zum Atari 7800 zurückreichen. Ihr erstes Spiel war Michael Jordan: Chaos in the Windy City im Jahr 1994. Danach arbeitete sie an der Computerspielserie Legacy of Kain und an Jak 3. Durch ihre Mitarbeit an Uncharted: Drakes Schicksal von 2007 und Uncharted 2: Unter Dieben von 2009 eroberte sie sich einen Platz im Herzen vieler Gamer.

Amy Henning war eine der leitenden Designerinnen bei der Entwicklung von Uncharted: Drakes Schicksal.
Amy Henning war eine der leitenden Designerinnen bei der Entwicklung von Uncharted: Drakes Schicksal.

 

6. Dona Bailey

Frauen waren natürlich auch an den Vorläufern der modernen Computerspiele beteiligt, den Arcade-Automaten, die in Spielhallen mit unzähligen Münzen gefüttert wurden. Um das von Dona Bailey 1980 entwickelte Centipede spielen zu dürfen, standen die Fans damals Schlange. Bailey unterrichtete an der Arkansas University am Department of Rhetoric and Writing und inspirierte viele der heutigen Games.

Dona Bailey entwickelte mit Centipede einen der Vorläufer moderner Computerspiele.
Dona Bailey entwickelte mit Centipede einen der Vorläufer moderner Computerspiele.

 

7. Christy Marx

Christy Marx ist eine Vollblutautorin, denn sie schreibt Bücher, Drehbücher, Texte für TV-Sendungen, Graphic Novels und Skripts für Computerspiele. Zudem ist sie weithin für ihre kreative Denkweise bekannt. Ihre Karriere bei Sierra On-Line begann Marx 1989 mit Conquests of Camelot: The Search for the Grail. 1991 zeichnete sie dann für die Texte, das Design und die Regieführung von Conquests of the Longbow: The Legend of Robin Hood verantwortlich. In jüngster Zeit war sie als Creative Consultant für Spiele wie URU: Ages Beyond Myst und The Matrix Online tätig.

Für The Matrix Online arbeitete Christy Marx als Creative Consultant.
Für The Matrix Online arbeitete Christy Marx als Creative Consultant.

 

8. Brenda Romero

Bei einem Spiel wie Playboy: The Mansion denken wohl die meisten von uns, dass Dutzende Männer hinter der Entwicklung stecken müssen. Doch das ist falsch. Die Lead-Designerin des Spiels war eine Frau, nämlich Brenda Romero. In den 1980ern entwickelte sie die RPG-Reihe Wizardry und 2005 begann sie mit der Produktion von Playboy: The Mansion, einem Simulationsspiel, dessen Konzept an die Sims erinnert. Später wurde sie dann Chefdesignerin für Games.

In den 1980er-Jahren entwickelte Brenda Romero die RPG-Reihe Wizardry.
In den 1980er-Jahren entwickelte Brenda Romero die RPG-Reihe Wizardry.

 

9. Sheri Graner Ray

Sheri Graner Ray gehört zu den kreativen Köpfen, denen wir die Ultima-Computerspielserie zu verdanken haben. Zudem spielte sie bei der Entwicklung von Ultima VII eine zentrale Rolle. Später wechselte Ray zur Firma Her Interactive, einem Game-Entwickler, der sich auf Produkte für junge Mädchen spezialisiert hat. Darüber hinaus arbeitete sie auch an Star Wars Galaxies. Heute ist Ray Studio-Design-Director bei Schell Games.

Sheri Graner Ray spielte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von von Ultima VII.
Sheri Graner Ray spielte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von von Ultima VII.

 

10. Roberta Williams

Schließlich kommen wir zu Roberta Williams, der Frau hinter einem der wohl bekanntesten Namen in der Welt der Computerspiele: Sierra On-Line. Sie gründete die Firma 1979 gemeinsam mit ihrem Mann Ken und bereits 1980 brachte Sierra On-Line mit Mystery House das erste Spiel auf den Markt. Daneben ist Roberta Williams unter anderem bekannt für ihre kreative Mitwirkung an der Computerspielreihe King‘s Quest, einem der ersten Titel des Adventure-Genres, und dem für Kinder entwickelten Spiel Mixed-Up Mother Goose. Wenn es um bekannte Programmiererinnen geht, fällt der Name Roberta Williams häufig als einer der ersten.

Roberta Williams arbeitete unter anderem an der Computerspielreihe King‘s Quest mit.
Roberta Williams arbeitete unter anderem an der Computerspielreihe King‘s Quest mit.

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