Computerspiele

Twitch: Eine zweite Karriere für ehemalige Gaming-Stars

Viele Profi-Gamer beenden ihre Karriere mit Mitte Zwanzig. Das Streaming-Portal Twitch ermöglicht ihnen, ihr Hobby ohne Leistungsdruck weiterzuverfolgen.

Sie fliegen um die ganze Welt, um an Computerspielturnieren teilzunehmen, deren Preisgeld mehrere Tausend oder sogar Millionen Euro beträgt – und das mit gerade einmal 16 Jahren. Viele Stars aus der E-Sport-Szene erreichen den Höhepunkt ihrer Laufbahn, bevor sie alt genug sind, um zur Führerscheinprüfung anzutreten. Doch selbst die brillantesten Gamer werden irgendwann von erfolgreicheren Newcomern abgelöst und die durchschnittliche E-Sport-Karriere dauert selten länger als bis zum 25. Lebensjahr.

Einige E-Sportler hängen ihr Headset an den Nagel, nachdem sie sich aus dem Wettkampf-Gaming zurückgezogen haben. Andere nutzen ihr Talent und ihre Erfahrung, um auf Twitch eine neue Karriere zu starten. Das Live-Streaming-Portal zieht inzwischen ein Millionenpublikum an, das die Spiele der Gamer verfolgt und mit ihnen interagiert.

gaming als tor zur welt

Das war auch der Fall bei Marcus „Dyrus“ Hill, einem der Top-Talente in der Welt von League of Legends (LoL). Dyrus ging im „reifen“ Alter von 24 Jahren in den Ruhestand. Während seiner sechsjährigen Wettkampfzeit erlebte er alle Höhen und Tiefen einer typischen E-Sportler-Karriere.

Marcus „Dyrus“ Hill ist heute ein Gaming-Star auf Twitch.
Marcus „Dyrus“ Hill ist heute ein Gaming-Star auf Twitch.

Zu Beginn strebte Dyrus gar keine Karriere als Profi-Gamer an. Doch zwei Jahre, nachdem er im Internet nach einem „gratis Online-Game“ gesucht und auf LoL gestoßen war, flog er 2011 mit seiner Mutter nach Schweden, um an der Riot Season 1 Championship teilzunehmen. Es war das erste Mal, dass er seine Heimat Hawaii verließ.

rückzug aus der riege der besten

Gerade einmal vier Jahre später zog Dyrus bereits in Betracht, sich aus der Welt der LoL-Wettkämpfe zurückzuziehen. „Ich denke, das wird meine letzte Wettkampfserie sein, und ich werde versuchen, mein Bestes zu geben“, erklärte er seinen Teamkollegen von Team SoloMid kurz vor den World Championships 2015. „Ich werde meinen Platz räumen, damit sich ein anderer der Herausforderung stellen kann.“

Mit seinem Team SoloMid bestritt Dyrus viele Wettkämpfe.
Mit seinem Team SoloMid bestritt Dyrus viele Wettkämpfe.

Da die Zukunft vieler Teammitglieder zu diesem Zeitpunkt unklar war, gelang es Team SoloMid nicht, aus der Gruppenphase des Turniers aufzusteigen. Während einer von ihnen zu einem anderen Team wechselte, entschieden sich zwei – einer davon war Dyrus – für den Rücktritt. Dennoch hielt Dyrus länger durch als viele andere Profi-Gamer.

kurz vor dem burnout

Die hohe Spielerfluktuation im E-Sport hat ihre Ursache darin, dass ein Gamer einen extremen Grad an technischer Präzision erreichen muss, um zu den Besten zu gehören. Un hierfür müssen Profi-Spieler täglich bis zu 14 Stunden trainieren. Dieser ständige Druck kann jeden an seine Grenzen bringen. „Ich bemerkte, dass ich sowohl in Bezug auf mich selbst wie auch auf mein Team die Dinge weniger gut im Griff hatte“, erklärte Dyrus. „Ich begann, mich leer und ausgebrannt zu fühlen. Ich fragte mich, was das alles bringt. Meine Motivation war sehr gering.“

Die weltbesten Gamer müssen einem enormen Leistungsdruck standhalten.
Die weltbesten Gamer müssen einem enormen Leistungsdruck standhalten.

Darüber hinaus gibt es weitere Gefahren, wenn Spieler ein Game vollkommen beherrschen wollen: schmerzende Gelenke von den wiederholten Bewegungen auf einem Controller oder einer Tastatur, eine verschwommene Sicht durch das lange Starren auf den Bildschirm und zahlreiche weitere Risiken, die mit einer sitzenden Tätigkeit einhergehen. Selbst minimale Verringerungen der Reaktionszeit oder mentalen Konzentration können darüber entscheiden, ob ein Gamer in der obersten Liga mitspielt oder nie dorthin gelangt. „Der Stress ist hoch, denn wer nicht gewinnt, verdient kein Geld – und hat keinen Spaß“, so Dyrus.

twitch als alternative zum wettkampf

Tobias Sherman, Mitgründer der eSports Management Group, empfiehlt daher angehenden Profi-Gamern, die Risiken ihrer Karriere von vornherein im Auge zu behalten. Sie müssen sich über die Möglichkeit eines Burnouts bewusst sein und für diesen Fall einen Plan B haben. Das kann beispielsweise ein Wechsel in eine E-Sport-Arena sein, in der die Reaktionszeit und Geschicklichkeit nicht ganz so bedeutend sind.

Twitch bietet ehemaligen Profis eine neue Plattform.
Twitch bietet ehemaligen Profis eine neue Plattform.

Auch die Streaming-Plattform Twitch kann dabei eine sinnvolle Alternative bieten. Gamer müssen nicht auf das verzichten, was sie gerne tun, aber der immense Wettkampfdruck fällt weg. Beinahe ein Viertel aller Content-Broadcasts auf Twitch sind E-Sport-Streams. Allein in den letzten zehn Monaten haben 100 Millionen Zuschauer 800 Millionen Stunden an E-Sport-Streams angeschaut.

gaming ohne leistungsdruck

Ehemaligen Profis wie Dyrus, die sich bereits einen Namen in der Szene gemacht haben, eröffnet das Streaming nach ihrem Rückzug aus dem Wettkampgeschehen eine völlig neue Karrieremöglichkeit. „Als ich mit dem Streaming begann, hatte ich eigentlich nur eines im Sinn: Spaß zu haben“, sagte Dyrus. „Ich wollte anderen meine coolen Gameplays zeigen und ihnen etwas beibringen.“

Dyrus begeistert auf Twitch über eine Million Follower.
Dyrus begeistert auf Twitch über eine Million Follower.

Über eine Million Follower sind ein klares Zeichen dafür, dass seine Twitch-Fans nicht nur sein technisches Können, sondern auch sein Wissen als erfahrener Spieler schätzen. Wenn Dyrus heute einen Fehler macht, ist das nicht das Ende der Welt. Ein Fehler bietet zugleich eine Chance, etwas dazuzulernen und zu erklären, wie er und andere Gamer diesen Fehler beim nächsten Mal vermeiden können.

das beste equipment für streaming

Auch wenn die Reaktionszeit in Dyrus‘ neuer Streaming-Arena kein Knock-out-Kriterium mehr ist, sind Geschwindigkeit und erstklassige Ausrüstung immer noch das A und O. „Fürs Streamen ist es wichtig, dass ich einen richtig guten PC habe, andererseits kommt es zu Verzögerungen bei der Bildfrequenz“, betont der ehemalige Profi. Fürs Streaming ist eine multitaskingfähige CPU nötig: Sie muss das Gameplay verarbeiten und gleichzeitig Videostreams codieren, streamen und Chat-Sessions ausführen.

Für das Streaming setzt Dyrus auf einen leistungsstarken Intel Core i7 Prozessor.
Für das Streaming setzt Dyrus auf einen leistungsstarken Intel Core i7 Prozessor.

Laut Dyrus ist seine Intel Core i7-5820K CPU mit 3,30 GHz eine der wenigen CPUs, die mit seinen hohen Geschwindigkeitsanforderungen mithalten können. Eine konsistente Bildfrequenz ist nicht nur für sein Gameplay von entscheidender Bedeutung, sondern sorgt auch dafür, dass die Streaming-Qualität gut genug ist, um mehr Abonnenten, Sponsoren und Spenden von Fans zu erhalten.

Das Streaming auf Twitch gibt Dyrus die Möglichkeit, seine Leidenschaft ohne Druck auszuleben und das Spiel zu genießen, das ihm früher schon so viel Spaß bereitete. „Ich muss immer noch an vielem arbeiten“, bemerkt er. „Aber dank all der Fans und anderen Menschen, die mich so intensiv unterstützen, kann ich dies tun und gleichzeitig ein ziemlich stressfreies Leben genießen.“

Hier gibt es weitere Gaming-Ressourcen von Intel.

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