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30 Jahre Microsoft Windows: Ein Betriebssystem feiert Geburtstag

Happy Birthday, Windows! Wobei – die Gratulation erfolgt nachträglich. Das wohl bekannteste Betriebssystem der Welt ist am 20. November 1985 erstmals unter dem Produktnamen “Microsoft Windows 1.0” auf den Markt gekommen. Nun – exakt 30 Jahre später – ist Windows 10 der Stand der Dinge. Viel hat sich getan in den letzten Jahrzehnten. Sicher, Microsoft hat längst nicht mehr die unangefochtene Monopolstellung auf dem Markt, schließlich hat sich Apples Mac OS X allein in den letzten 10 Jahren sowohl im Konsumenten- als auch im Geschäftsbereich einiges vom Kuchen abgeschnitten.

Trotzdem war Microsoft laut Statista im September dieses Jahres mit den Versionen Windows XP, Windows Vista, Windows 7 und Windows 8/8.1 mit insgesamt 78,29 Prozent kumuliertem Marktanteil immer noch die unangefochtene Nummer 1. Wie aufmerksame Leser sicherlich gemerkt haben, ist dabei noch nicht einmal Windows 10 mit eingerechnet. Das Aktuellste der Betriebssysteme macht bislang einen sehr soliden Eindruck bei den Anwendern und könnte möglicherweise in puncto Beliebtheit quasi das neue Windows 7 werden.

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Beginn einer neuen Ära

Einer der ersten PCs lief damals unter Windows 3.1

Und auch wenn ich heute für meinen Arbeitsalltag auf OS X setze, greife ich nicht nur aus beruflichen Gründen immer wieder zu Windows. Das Microsoft-Betriebssystem begleitet mich nun seit vielen Jahren. Einer der ersten PCs lief damals unter Windows 3.1, doch die meiste Zeit verbrachte ich tatsächlich mit MS DOS. Hey – es lief alles, was ich damals brauchte. Ansprüche waren halt anders und es gab zu der Zeit andere Prioritäten für mich.

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Dann kam natürlich Windows 95, welches das erste Betriebssystem von Microsoft auf 32-Bit-Basis war. Von da an nutzte ich jede Windows-Version, die folgte. Mit Windows 98 wurde schließlich auch erstmals die Anpassbarkeit der Benutzeroberfläche eingeführt, was bei vielen sofort Nostalgiegefühle auslösen dürfte. Technisch war es aber das erste Betriebssystem von Microsoft mit USB-Unterstützung.

Das Ende von MS-DOS

Ein neuer Anstrich war langsam mal nötig

Nach den Business- und IT-orientierten Versionen Windows 2000 und NT folgte für den Anwender die Windows Millennium Edition, kurz ME. Damit setzte Microsoft MS-DOS ein Ende, wenn auch nur in dem Sinne, dass Windows ME das letzte Betriebssystem auf klassischer MS DOS-Basis sein sollte. Es muss Microsoft in Bezug auf Windows ME jedoch zugute gehalten werden, dass der Konzern dem immer größer werdenden Heim-PC-Markt auch optisch entgegenkommen wollte. So wurde Windows ME nach außen hin auch als Media-Betriebssystem angeboten. Zwar war Windows ME gegenüber Windows 98 an vielen Ecken optisch aufgefrischt worden, doch ein neuer Anstrich war langsam mal nötig.

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Diese Gebete wurden schließlich mit Windows XP erhört – jenem PC-Betriebssystem, das noch viele Jahre später als Standard im Anwenderbereich gelten sollte. Es erwartete den Nutzer eine frische, wenn auch gewöhnungsbedürftige Oberfläche. Doch auch wenn das Erscheinungsjahr 2001 gefühlt erst vier Jahre zurückliegt, passte die Nutzeroberfläche einfach perfekt in das neue Millennium – plastisch, grell und quietschbunt. Allerdings gefiel diese Optik nicht jedem. Dazu ein giftgrüner Start-Button mit einer royalblauen Taskleiste. So etwas würde heute wahrscheinlich als Design-Fauxpas abgestempelt werden. Doch glücklicherweise lies sich die Ansicht der Benutzeroberfläche auch auf eine klassisch-graue Farbgebung ändern.

Zwischen Problemkind und Klassenprimus

Windows 7 sollte alles besser machen

Die meisten wissen, was nun folgt: Microsofts wohl größtes Problemkind aller Zeiten – Windows Vista. Das Betriebssystem sollte eigentlich die Probleme von Windows XP ausmerzen, machte sich aber vor allem durch eine konstante Instabilität keine Freunde. Wie zuvor auch schon bei Windows XP, entschloss sich Microsoft dafür, mehrere Versionen des Betriebssystems auf den Markt zu bringen – sechs Stück insgesamt. Das stiftete unter den Heimanwendern erneut starke Verwirrung und provozierte viel Ärger, da sich viele Nutzer das Windows Vista Starter Pack zulegten, es schließlich aber bitter bereuten. Das war den unzähligen Einschränkungen geschuldet, so dass man beispielsweise nur drei Programme zugleich geöffnet haben konnte.

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Windows 7 hingegen sollte alles besser machen und gilt seit dem Jahr 2009 eigentlich als der Standard für PCs. Das System kam insgesamt aufgeräumter daher und war beziehungsweise ist immer noch eines der stabilsten aus dem Hause Microsoft – was bislang zu Recht mit der Zufriedenheit der Kunden quittiert wurde. Schließlich ist Windows 7 laut Statista mit 44,79 Prozent das aktuell am weitesten verbreitete Betriebssystem der Welt.

Mit Touchscreen-Bedienung seiner Zeit (leider) voraus

Die Zahlen für Windows 10 sprechen jetzt schon für sich

Doch das Auf und Ab in Bezug auf die Qualität der Betriebssysteme von Microsoft sollte anhalten. Windows 8 erschien 2012 mit einer starken Optimierung für die Bedienung via Touchscreens, was für den Anwender bis dahin ein flächendeckendes Desaster war. Warum? Weil die meisten Windows-PCs und -Laptops im Jahr 2012 noch nicht auf die Bedienung durch Touchscreens ausgelegt waren. Die Verwendung der Maus und Tastatur in der neuen Modern UI von Windows 8 war frustrierend. Doch für den wohl größten Aufreger unter den Nutzern sorget der Wegfall des klassischen Start-Menüs in der Desktop-Ansicht. All das führte dazu, dass Windows 8 von den Kunden nicht angenommen wurde und Microsoft zum schnellen Handeln in Form von Windows 8.1 zwang, das heute immerhin einen Marktanteil von 14,17 Prozent vorweisen kann. Windows 8 hingegen liegt aktuell bei 1,75 Prozent und somit noch weit hinter Linux, das 2,73 Prozent Marktanteil besitzt.

Doch nun, passend zum 30. Geburtstag von Windows, hat Microsoft “just in time” Windows 10 auf die breite Masse losgelassen. Am 29. Juli 2015 öffnete der Konzern die Tore für sein neuestes Betriebssystem und konnte bei seinen Nutzern damit punkten, dass vielen von ihnen ein kostenloses Upgrade versprachen wurde – wenngleich es zeitlich auf ein Jahr begrenzt ist. Bislang ist Windows 10 sowohl medial als auch von den Nutzern gut angenommen worden, auch wenn es anfänglich einige Unruhe bezüglich der Datensicherheit gab.

Es ist aus meiner Sicht noch zu früh, um eine langfristige Relevanz von Windows 10 vorherzusagen, doch die Zahlen sprechen jetzt schon für sich: Im September hatte Windows 10 nämlich bereits einen Marktanteil von 10,42 Prozent. Beachtlich, wenn dabei bedacht wird, dass Windows 8.1 nach drei Jahren des Bestehens mit 14,17 Prozent nicht weit entfernt liegt. Doch scheinbar ist Windows 10 gekommen, um zu bleiben. Microsoft hat viel vor und macht unter der neuen Führung von Satya Nadella sehr vieles richtig. Der Konzern treibt die Forschung voran, punktet mit innovativen Technologien und macht auch die Software-Suite für viele Nutzer ansprechender. Good job, Microsoft – and happy birthday, Windows!

Cover-Foto: Microsoft
Gif 1: Giphy – Pictoline

Gif 2: Giphy – the-reaper-89
Gif 3: Facebook – Windows
Bild 2: Microsoft

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