Gesundheit

5G: Grundlage für eine vernetzte und smartere Welt

Bei der nächsten Generation drahtloser Netzwerke geht es um mehr als nur Smartphones: 5G verbindet Fahrzeuge, Häuser und Maschinen miteinander.

Smart Homes, in denen Lampen automatisch gesteuert und die Bewohner benachrichtigt werden, wenn der Kühlschrank aufgefüllt werden muss, sind alles andere als Science-Fiction. In vielen Städten sind bereits autonom fahrende Smart Cars unterwegs, die durch intelligente, mit dem Internet verbundene Computing-Techniken gesteuert werden. Bei der Entwicklung von 5G – der nächsten Generation von drahtlosen Netzwerken, die bis 2020 eingeführt werden soll – hatten die Entwickler diese und andere Techniken im Sinn.

Laut Robert Topol, General Manager von 5G Business and Technology bei Intel, ist die Netzwerktechnik nicht nur für Smartphones geeignet. Vielmehr sei 5G entwickelt worden, um Kommunikation, Computing und künstliche Intelligenz stärker in den Alltag zu integrieren. „5G ist nicht einfach nur das nächste G“, sagt Topol. „Es geht darum, mehr Daten zu verarbeiten – egal ob sie von einem Kühlschrank, einer Waschmaschine, einem Fahrzeug oder einer Drohne kommen.“ Dadurch hat 5G das Potenzial, der Beginn einer neuen Ära zu sein, in der Autos, industrielle Automatisierung und erweiterte beziehungsweise virtuelle Realitäten ein stabiles, drahtloses Netzwerk erforderlich machen.

5G-Netzwerke

5G bietet der Unterhaltungsbranche völlig neue Möglichkeiten

Dem Forschungsunternehmen IHS Markit zufolge steigt die Anzahl der mit dem Internet verbundenen Objekte 2017 auf 20 Milliarden. Bis 2020 sollen es bereits 30,7 Milliarden und bis 2025 über 75 Milliarden sein. Laut Topol geht es bei 5G jedoch nicht nur um noch bessere Breitbandverbindungen. Entscheidend seien auch geringere Latenzen, eine zuverlässige Kommunikation und die Verarbeitung der von den Geräten ausgetauschten Daten.

Mit neuen 5G-Netzwerken können drahtlos vernetzte Geräte zudem Inhalte in höherer Qualität streamen, betont Carrie MacGillivray, Vizepräsidentin für Mobility und IoT bei IDC. „Bald lassen sich sogar 4K-Videos in nur einer oder zwei Sekunden herunterladen”, sagt MacGillivray. „Dann ist es nicht mehr nötig, mehrere Minuten lang auf einen kompletten Film zu warten.“ Dadurch könnten sich ganz neue Möglichkeiten für die Unterhaltungsbranche und die Übertragung von Live-Veranstaltungen eröffnen. Derzeit befindet sich die Technik zwar noch in der Testphase. Doch laut Darrell West, dem Director des Centers for Technology Innovation der Brookings Institution, sollen schon die Olympischen Spiele von Tokio 2020 das erste Beispiel für die Fähigkeiten der 5G-Technik liefern.

Medizinische versorgung per Fernsteuerung

„Für die Japaner ist das eine Riesenchance, um neue Methoden für die Übertragung von Sportveranstaltungen einzubinden“, so West. Zuschauer könnten dann zum Beispiel Wettkämpfe per Mobilgerät aus verschiedenen Perspektiven verfolgen. Dabei hätten sie die Auswahl zwischen der Helmkamera eines Spielers, der Vogelperspektive und der traditionellen Seitenansicht. Richtet ein Zuschauer sein Smartphone auf einen Spieler, ließe sich per Augmented Reality ein kurzer Lebenslauf auf dem Bildschirm einblenden. „Mit 5G können wir Dinge in echtem 3D und einer Mischung aus virtueller und erweiterter Realität ansehen“, erläutert Topol.  „Diese Erfahrung lässt sich mit anderen Menschen teilen – ganz gleich, ob diese sich nebenan oder am anderen Ende der Welt befinden.“

Darüber hinaus könnten digitale Geräte per 5G-Verbindung hochwertige medizinische Versorgung in Echtzeit zu erschwinglichen Preisen ermöglichen. Denn 5G-Netzwerke bieten Vorteile für innovative tragbare und ferngesteuerte Gesundheitstechniken. Ein Beispiel hierfür ist ein Pilotprojekt des staatlichen britischen Gesundheitsdiensts am Londoner King‘s College. Mit einem Roboterfinger ist es Ärzten möglich, den Bauch eines Patienten per Fernsteuerung abzutasten. MacGillivray erklärt, dass Ärzte mit diesem Gerät über haptisches Feedback Tumore diagnostizieren können.

5G könnte dazu beitragen, dass moderne Gesundheitstechnik mobil und besser zugänglich wird.
5G könnte dazu beitragen, dass moderne Gesundheitstechnik mobil und besser zugänglich wird.

Bei der Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge bietet 5G zudem die Möglichkeit, die Sicherheit zu optimieren. Denn mit den neuen Netzwerken wird die Smart-Car-Technik für mehr Menschen zugänglich. Schon heute finden sich automatische Bremssysteme nicht nur in High-End-Modellen, sondern auch in weniger teuren Wagen. Dabei handelt es sich um eine Technik zur Unfallvermeidung, bei der die Bremsen betätigt werden, wenn die Bordsensoren eine Gefahrensituation wahrnehmen. Durch 5G werden sich die Möglichkeiten im Bereich Sicherheit in den nächsten Jahren vervielfachen. „Das Netzwerk wird schneller, die Latenz geringer und die Geräte können miteinander kommunizieren“, sagt Topol. Damit ist der Weg für eine intelligentere, vernetzte Welt geebnet.

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