5G

5G: Wie das Highspeed-Internet unser Leben verändern wird

Ein Student in Kasachstan macht seinen Abschluss online, ein Geschäftsmann in Nairobi sendet seiner Familie Geld in ein entlegenes kenianisches Dorf, Reisbauern in Kambodscha sagen Regenfälle voraus, Demonstranten in Nordafrika erschüttern die Welt in den sozialen Medien. Allen gemeinsam ist die Nutzung des Internets über Mobilfunktechnik, die zu einer Art von globalem Lebensstil geworden ist.

Während Branchenexperten aus aller Welt zum Mobile World Congress (MWC) nach Barcelona aufbrechen, ist offensichtlich, dass es bei Mobilfunknetzwerken nicht mehr nur um Handys geht. „Mobiltechnik ist zu einem zentralen Bestandteil menschlicher Kultur geworden“, so Aicha Evans, Corporate Vice President und Hauptgeschäftsführerin der Intel Communication and Devices Group. „Es geht im Grunde um die Probleme und Chancen in unserer Weltgemeinschaft.“ Die global denkende Evans wurde im Senegal geboren. Sie wuchs dort auf und lebte später in Paris, bevor sie die George Washington University in Washington, DC, besuchte. Seit 2003 nimmt sie fast jedes Jahr am MWC teil.

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Revolution der digitalen Infrastruktur

“Wir sprechen hier von der Lebensgrundlage der globalen Mittelklasse”

Der MWC ist die wichtigste Technologiemesse, die sich ausschließlich auf Funk- und Mobiltechnik konzentriert. Teilnehmer reisen aus der ganzen Welt an, um neue Produkte vorzustellen und über alles rund um das Thema Mobilfunktechnik zu diskutieren – von neuen Trends und Geräten über behördliche Auflagen und das, was globale Verbindungen wirklich bedeuten. Dieses Jahr, so Evans, werden sich die Diskussionen wohl hauptsächlich auf die neue 5G-Mobilfunktechnik und die Zukunft der Heimvernetzung, der Autovernetzung, des Internets der Dinge und der Wearables konzentrieren. Die Technologie, die voraussichtlich 2020 auf dem Massenmarkt eingeführt wird und nach den Plänen die derzeitige LTE-Geschwindigkeit um das Zwanzigfache übertreffen soll, werde das Leben schneller, programmierbarer und vorhersehbarer gestalten. Es wurde für alles entworfen, was Daten verarbeiten und digital kommunizieren kann.

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„Wir sprechen hier von der Lebensgrundlage der globalen Mittelklasse“, sagt Evans und vergleicht den Aufbau der 5G-Infrastruktur mit dem „New Deal“ des US-amerikanischen Präsidenten Roosevelt, der den gezielten Ausbau von Straßen, Eisenbahnstrecken und Dämmen befahl, um Güter auch in die entlegensten Gebiete des Landes transportieren zu können. Leistung spielte auch bei der industriellen Revolution eine entscheidende Rolle, so Evans. “Das mobile Internet ist im Grunde genommen genau dasselbe – anstatt Stunden auf Informationen zu warten, erhältst du sie in Mikrosekunden”, sagt sie. „Die 5G-Technik wird bestimmen, wie wir kommunizieren, unsere Kinder unterrichten und wie wir Güter und Dienstleistungen bereitstellen, auch in Bezug auf die Grundversorgung.“ Mobilfunktechnologie sei gerade dabei, in alle Bereiche des Lebens vorzudringen.

Die Innovationskraft der Dritten Welt

“Dies ist das erste Mal, dass eine Neuerung aus der Dritten Welt durch entwickelte Staaten übernommen wird”

Laut einer aktuellen Studie des Marktforschers ABI gab es 2014 weltweit über 16 Milliarden aktive Mobilfunkgeräte. Es wird erwartet, dass diese Zahl innerhalb der kommenden fünf Jahre die 40-Milliarden-Grenze überschreiten wird. Wenn 5G allgemein verfügbar sein wird, dann wird alles – vom persönlichen Endgerät über intelligente Städte bis hin zu selbstfahrenden Autos – per Funk über das Internet kommunizieren. Diese Hochgeschwindigkeitsfunknetze sind die Grundlage dafür, dass unsere E-Mails in Sekundenbruchteilen Tausende von Kilometern zurücklegen. Sie lassen uns in Minuten ganze Kinofilme herunterladen, ermöglichen Studenten in Usbekistan, im Internet das Programmieren zu erlernen und geben mundtot gemachten Demonstranten wieder eine Stimme.

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Evans sagt, dass manchmal auch Entwicklungsländer die Triebfeder der Innovation sind. In Kenia nutzen beispielsweise die Stadtbewohner ihre Mobiltelefone, um ihren Verwandten auf dem Land Geld zu überweisen. „Es ist nicht wie in den USA, wo überall Banken und Postämter verfügbar sind“, so Evans. Aber jeder hat ein Handy. „Dies ist das erste Mal, dass eine – aus der bloßen Notwendigkeit geborene – Neuerung aus der Dritten Welt durch entwickelte Staaten übernommen wird“, sagt sie.

Die Chancen der Vernetzung

„Es geht darum, immer die leistungsstärkste Verbindung zu nutzen – ohne dass der Nutzer etwas davon mitbekommt“

Es sind Menschen wie Evans, die nachts wach bleiben und darüber nachdenken, wie man ausreichend spektrale Bandbreite für 5G bereitstellt, wie die Technologie sicher gemacht und global eingeführt werden kann. „Wir müssen die Effizienz von 5G steigern“, glaubt Evans. „Es geht darum, immer die leistungsstärkste Verbindung zu nutzen – ohne dass der Benutzer überhaupt etwas davon mitbekommt.“ Mobilität entwickle sich ständig weiter, verbinde immer mehr Menschen und Orte miteinander – es herrsche gerade eine große Aufbruchstimmung. Sie ist begeistert von den Chancen, die 5G bietet, um Menschen, Orte und die Dinge des alltäglichen Lebens miteinander zu verbinden.

Evans, die auf dem MWC eine Rede in der Session mit dem Titel „Connected Citizens, Managing Crisis“ gehalten hat, ist der Meinung: „Sobald die Menschen eine Vorstellung davon haben, was alles möglich sein wird, werden sie mehr wollen.“ Und sie ist bereit, dies in die Tat umzusetzen.

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