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Adrenalin ohne Benzin: Diese Motorräder machen Lust aufs Elektro-Cruisen

Wer bei ihnen an harmlose Maschinen ohne Seele denkt, dürfte sich bald umgucken. Denn auch Elektro-Motorräder rocken!   

Viele werden es sicher nicht gerne hören. Doch der Verbrennungsmotor hat auf unseren Straßen langsam aber sicher ausgedient. Dass der leidenschaftliche Autofahrer deswegen künftig dennoch nicht auf den gewünschten Fahrspaß verzichten müssen, dafür sorgen Tesla, BMW und viele anderen Hersteller mit ihren innovativen Elektro-Fahrzeugen.

Doch wie steht es um die Motorrad-Fans unter uns? Aktuellen Konzeptstudien und Prototypen zeigen, dass auch die Biker in der mobilen Zukunft nicht auf der Strecke bleiben. Denn unzählige Unternehmen und Designer beschäftigen sich eindringlich mit der Frage, wie das E-Motorrad der nächsten Generation aussehen könnte. Und unter ihren Ideen finden sich durchaus Modelle, die das Herz eines Bikers höher schlagen lassen – und selbst einer Harley-Davidson die Schau stehlen können.

Wilder Stier auf Spikes

Stilistisch zwischen Mad Max und The Dark Knight bewegt sich der „Sinister Electric Cafe Racer“. Der Entwurf des amerikanischen Designers Michael Cohen zeigt einen bulligen Korpus und mit Metallspikes besetzte Reifen. Zusammen mit dem LED-Frontscheinwerfer, der wie aus Feuerringen zu bestehen scheint, erinnert der Racer an einen wildgewordenen Stier, der auf unwegsames Gelände losgelassen werden will.

Konzeptstudie „Sinister Electric Cafe Racer“ von Designer Michael Cohen.
Konzeptstudie „Sinister Electric Cafe Racer“ von Designer Michael Cohen. Bild: Behance – Michael CohenMontage

Das retro-futuristische Konzept wird wahrscheinlich – wie viele andere leider auch – eine Studie bleiben, die in dieser Form nie auf den Markt kommt. Dennoch zeigt das 3D-Rendering auf beeindruckende Weise, in welche Richtung sich das Design von elektrischen Zweirädern in Zukunft entwickeln könnte. Möglicherweise lassen sich Hersteller ja von solchen Entwürfen inspirieren und trauen sich, künftig auch radikalere Designs zu verwirklichen.

ungezügelte e-power aus der Schweiz

Das Team des Schweizer Herstellers Zvexx Motorcycles wollte sich nicht länger mit Computermodellen begnügen und hat bereits einen Prototypen seines E-Motorrads auf die Straße gebracht. Unter dem aerodynamisch geformten Gehäuse verbirgt sich ein Akku aus 26 leistungsstarken Lithium-Ionen-Modulen, der bis zu 150 Kilometer weit mit 13 Kilowattstunden powert. Dank eines Drehmoments von 1.1218 Newtonmetern beschleunigt die Maschine in nur drei Sekunden von Null auf 80 Kilometer pro Stunde – und das komplett lautlos, versteht sich.

Ein Prototyp des E-Motorrads von Zvexx Motorcycles fährt bereits auf der Straße.
Ein Prototyp des E-Motorrads von Zvexx Motorcycles bevölkert bereits unsere Straßen. Bild: Zvexx

Zvexx habe nichts mit „nutzerfreundlicher Niedlichkeit“ zu tun, wird auf der Website erklärt, sondern sei eine Fusion von Rohheit, Bikerattitüde und ungezügelter elektrischer Kraft. In naher Zukunft soll eine limitierte Anzahl der Maschinen produziert werden, Interessenten können bereits ihre Kaufabsicht über das Kontaktformular bekunden. Wer also etwas Geduld und sicherlich auch das nötige Kleingeld parat hat, kann das „Biest“ vielleicht bald in seiner eigenen Garage bewundern.

BMW verbindet digitale und analoge welt

Angesichts solcher Entwicklungen wollen sich auch etablierte Automobil- und Motorradhersteller nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Deshalb hat BMW im Rahmen seiner Zukunftsstudie „VISION NEXT 100“ neben dem selbstfahrenden Auto auch ein futuristisches Zweiradkonzept vorgestellt. Bei genauerem Hinsehen greift das Design des Motorrads ganz traditionelle Elemente aus der BMW-Historie auf: schwarzer Dreiecksrahmen, weiße Linierung, klassische Boxermotorform. Der minimalistische Rahmen ist biegsam und erlaubt Lenkmanöver ohne die heute üblichen Gelenke.

Der Ansatz umfasst jedoch mehr als ein Fortbewegungsmittel – er versteht das Motorradfahren als Einheit von Fahrzeug, Fahrer und Umwelt, erklärt Edgar Heinrich, Design-Chef bei BMW Motorrad. Zur selbstbalancierenden Maschine gehört deshalb eine Virtual-Reality-Brille, die dem Fahrer wichtige Informationen auf dem Display anzeigt. Auch die traditionelle Lederkombi soll durch intelligente Schutzkleidung abgelöst werden, die je nach Witterung wärmt oder kühlt.

Zukunftsvisionen mit zwei rädern

Wer keine Lust hat, mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte zu warten, bis die futuristischen E-Motorräder tatsächlich auf die Straße kommen, dem steht natürlich jetzt schon eine Auswahl an akkubetriebenen Zweirädern zur Auswahl. Einen – zugegeben eher praktischen – Ansatz verfolgt das Modell Motochimp. Der elektrische Mini-Roller des in Singapur beheimateten Unternehmens Vanda Electrics erreicht ein Tempo von knapp 30 Kilometer pro Stunde, der Akku hat eine Reichweite von 60 Kilometern und ist an der heimischen Steckdose in nur einer Stunde wieder voll aufgeladen.

Der Motochimp eignet sich eher für den Stadtverkehr.
Der Motochimp eignet sich eher für den Stadtverkehr. Bild: Motochimp

Für echte Motorradfans wird so viel „nutzerfreundliche Niedlichkeit“ nur schwer zu verkraften sein. Dann doch lieber, solange es noch geht, auf der alten Ducati über die Straßen fegen und abwarten, welche visionären Ideen die Hersteller tatsächlich verwirklichen. Denn darunter wird sich garantiert das eine oder andere “Badass Bike” befinden, auf das jeder Superheld gerne upgraden würde.

Cover-Foto: Behance – Michael Cohen

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