Bahnbrechende 5G-Technik für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang

Telekommunikationsveteranin Sandra Rivera baut das 5G-Funknetzwerk auf, das 2018 in Pyeongchang zum Einsatz kommen wird.

Zu Beginn ihrer Karriere fühlte sich Sandra Rivera als Frau mit lateinamerikanischen Wurzeln in der von Männern dominierten Telekommunikationsbranche oft verkannt und unterschätzt. Anstatt sich entmutigen zu lassen, entschied sie, die Situation als positive Herausforderung zu betrachten. „Ich beschloss, besser vorbereitet zu sein, meine Kunden besser zu kennen, meine Produkte besser zu kennen, die Konkurrenz besser zu kennen, genauer zuzuhören und die Bedürfnisse und Wachstumsziele eines Unternehmens präziser zu verstehen“, sagt sie.

Riveras technisches Wissen, Kundenorientiertheit und Entschlossenheit brachten sie an die vorderste Front der Telekommunikationsbranche. Sie war dabei, als die Branche den Internetzugang vom klassischen Einwählmodem auf Breitbanddienste umstellte und die ersten Funknetzwerke baute. Im Laufe ihrer Karriere hielt sie stets an ihren kolumbianischen Wurzeln fest, gründete ihre eigene Familie und zog vier Kinder groß. 2015 wurde sie von der Zeitschrift Working Mother zur Working Mother of the Year gekürt, und 2017 wählte sie die Zeitschrift Latina Style in die Liste der Top 10 Latina Corporate Executives of the Year.

RIVERAS PROJEKT: 5G FÜR OLYMPIA

Als Senior Vice President und General Manager von Intels Network Platforms Group verfolgt sie zurzeit die Mission, 5G-Funktechnik zu den Olympischen Winterspielen 2018 nach Pyeongchang zu bringen. Während die Branche 5G spätestens 2020 verfügbar machen will, arbeiten Rivera und ein breit aufgestelltes Intel-Team mit anderen Branchenführern daran, 5G-Technik weltweit zu testen. Unter anderem wurden in Japan und Estland bereits Tests abgeschlossen.

Sandra Rivera
Sandra Rivera bringt 5G-Technik zu den Olympischen Winterspielen.

Als Leiterin des Teams arbeitet sie eng mit Partnern aus dem Technologieumfeld daran, das Potenzial der 5G-Technik 2018 im südkoreanischen Pyeongchang zu demonstrieren. „Wir lassen Zuschauer die Olympiade noch eindrucksvoller und intensiver miterleben – unabhängig davon, ob sie sich vor Ort oder auf der anderen Seite der Welt befinden“, sagt Rivera. Sie erklärt, dass Intel in Zusammenarbeit mit KT Corporation, dem größten Telekommunikationsanbieter Südkoreas, bei den Olympischen Spielen das erste großflächige 5G-Netzwerk aufbauen wird.

INNOVATIONEN FÜR ZUSCHAUER UND ATHLETEN

Die Zuschauer sollen die Gelegenheit haben, das Großereignis vor Ort mithilfe von 5G-Technik auf verschiedenste Art und Weise beeindruckend intensiv zu erleben, etwa mittels 360-Grad-Videostreaming sowie virtueller und erweiterter Realität. So können die Zuschauer zum Beispiel die Sportler und Wettbewerbe aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, Wiederholungen spannender Momente nach eigenem Belieben sofort abspielen und das Ereignis personalisierter erfahren.

5G bei der Olympiade: 5G macht die Leistung eines Skispringers sichtbar
Bei den Olympischen Winterspielen wird 5G-Technik den Zuschauern vor Ort faszinierende und atemberaubende Einblicke eröffnen.

Auch die Athleten werden in die Lage versetzt, mit einer Vielzahl von Daten ihre sportlichen Leistungen zu verbessern. Sie können Variablen wie Form und Geschwindigkeit aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und analysieren oder die Auswirkungen externer Faktoren wie Temperatur, Schnee oder Eis ermitteln. OmniView ist beispielsweise ein Service für die Aufzeichnung mehrerer ausgewählter Objekte und für die Live-Übertragung der Aufzeichnungen. Er zeigt biometrische Daten der Sportler auf dem Bildschirm an und bietet die Möglichkeit, den Blickwinkel für die Übertragung auszuwählen.

TRANSFORMATION DER TELEKOMMUNIKATIONSBRANCHE

„Wir möchten zeigen, was mit 5G alles möglich ist, wenn man eine sehr große Bandbreite, eine sehr geringe Latenz und beinahe unbegrenzte Rechenleistung zur Verfügung hat“, so Rivera. „Wir wollen, dass die Menschen sehen, wie stark die Zukunft von Daten geprägt ist und wie wir aus diesen Daten Nutzen ziehen können.“ Daran arbeitet Rivera schon seit Langem: Nach ihrem Elektrotechnikabschluss an der Penn State University heuerte sie bei Westinghouse an und anschließend bei Dialogic, bevor sie als Mitgründerin das später von Scansource übernommene Start-up-Unternehmen The CTI Authority aufbaute.

Diese Winterolympiade hat das erste 5G-Dorf.
Diese Olympischen Spiele werden erstmals demonstrieren, wie die geringe Latenz von 5G für ein fesselndes Zuschauererlebnis sorgt.

Rivera zufolge war der damalige Zeitpunkt günstig für eine Beschäftigung in der Telekommunikationsbranche. „Die Zerschlagung des Bell-Konzerns in den 80ern verursachte einen deutlichen Anstieg des Wettbewerbs und die Einführung zahlreicher neuer Dienste“, erklärt sie. „In den beiden letzten Jahrzehnten hat sich die Telekommunikationsbranche immens verändert.“

EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT

Eine der wesentlichen Veränderungen ist laut Rivera die Einführung technischer Lösungen, die Routineaufgaben ausführen, was Zeit für kreativere und wichtigere Unternehmungen schafft. „Monotone, sich wiederholende Aufgaben, die nur wenig Nutzen bringen, wurden früher von Menschen ausgeführt. Heute erfolgen sie automatisiert und computergesteuert“, so Rivera. Noch bedeutungsvoller aber sei Technik, die Leben retten kann: „Drohnen und ihre Einsatzmöglichkeiten bei Such- und Rettungsmissionen, vernetzte Autos, die durch menschliche Fehler bedingte Unfälle verhindern“, zählt sie auf. „Oder Künstliche Intelligenz, die mittels Gesichtserkennung bei der Suche nach vermissten Kindern helfen kann.“

Olympiade: 5G-Technik kann Leben retten
Rivera ist der Ansicht, dass 5G-Technik Leben verändern kann.

Für Rivera repräsentiert 5G die Verschmelzung von Computertechnik und Kommunikation. Diese Innovationen und Gelegenheiten, mit bahnbrechender Technik mehr Menschen zu einem besseren Leben zu verhelfen, machen ihren Beruf spannend, so Rivera. Sie möchte junge Menschen ermutigen bei der Gestaltung ihrer Zukunft die eigenen Erwartungen zu übertreffen.

„Ich sage jungen Menschen, insbesondere jungen Frauen und unterrepräsentierten Minderheiten, dass dies ein guter Zeitpunkt ist, um optimistisch zu sein“, erklärt Rivera. „So schwer es auch ist – und es ist immer noch schwer: Wir müssen im Bereich Inklusion und Diversität mehr tun. Aber es wird besser.“ Ihrer Ansicht nach ist alles möglich und alle Ziele sind in Reichweite, insbesondere, wenn Menschen an einem Strang ziehen. „Wenn du schnell vorankommen willst“, sagt sie, „dann mache dich alleine auf den Weg. Aber wenn du weit kommen willst, dann gehe den Weg gemeinsam mit anderen.“

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