Technische Innovation

BMW Vision E³ Way: Eine Hochstrasse für emissionsfreie Mobilität

Nicolas Meudt Autor, Hemd & Hoodie

Mit der Hochstraße Vision E³ Way präsentiert BMW ein Konzept, das Pendler in Megacities schneller ans Ziel bringen soll.

Die am 17. November zu Ende gegangene UN-Klimakonferenz in Bonn hat gezeigt, wie schwer sich die Weltgemeinschaft mit der Senkung von CO2-Emissionen tut. Ein Beispiel: Noch 2014 hatte Deutschland beschlossen, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu reduzieren. Schon heute steht jedoch fest, dass dieses Ziel wohl klar verfehlt werden wird.

Weitaus deutlicher als hierzulande wird die Notwendigkeit zur Senkung von Schadstoffemissionen allerdings in den von Smog geplagten Metropolen Chinas. Neben einer Energiewende ist hier eine Alternative zu den gegenwärtigen Mobilitätssystemen gefragt. Insbesondere, da im Reich der Mitte aktuellen Schätzungen zufolge bis zum Jahr 2050 mehr als eine Milliarde Menschen in Städten leben könnten und sich die Situation somit weiter zu verschlechtern droht.

HochstraSSe hebt Einspurmobilität auf neue Ebene

Um der enormen Schadstoffbelastung sowie den schon heute oftmals endlos scheinenden Staus in urbanen Ballungsräumen im Drachenland entgegenzuwirken, hat BMW gemeinsam mit Experten der Tongji Universität in Shanghai ein entsprechendes Konzept entwickelt. „Der BMW Vision E³ Way eröffnet eine völlig neue Dimension von Mobilität in überfüllten Ballungsräumen: effizient, komfortabel und sicher. Ganz einfach, indem wir emissionsfreiem Verkehr auf zwei Rädern neuen Raum geben“, erklärt Dr. Markus Seidel, Leiter BMW Group Technology Office China.

Eine automatische Geschwindigkeitsbegrenzung von maximal 25 km/h soll das Unfallrisiko auf der Hochstraße deutlich reduzieren. Gif: BMW Group – BMW Vision E³ Way – (Montage)

E³ steht für „elevated“, „electric“ sowie „efficient“ und soll die besonderen Eigenschaften des Projekts zum Ausdruck bringen. Zunächst sieht dieses eine räumliche Trennung von Zweirad- und automobilem Verkehr durch Hochstraßen (elevated) vor. Diese sollen in Bereichen mit hohem Verkehrsaufkommen über den bereits vorhandenen Straßen installiert werden und so zusätzliche Verkehrskapazitäten schaffen. Weil der BMW Vision E³ Way ausschließlich elektrischen Zweirädern wie E-Bikes oder batteriebetriebenen Motorrädern und Rollern vorbehalten bleiben soll, ist er „electric“.

direkte Verbindung zwischen Verkehrsknotenpunkten

Von „efficient“ sprechen die Erfinder des Highways in doppelter Hinsicht: Erstens soll er einfach, modular und deswegen günstig zu bauen sein. Zweitens soll er eine schnelle und direkte Verbindung zwischen wichtigen Verkehrsknotenpunkten garantieren. Demnach wäre die Hochstraße also nicht nur hinsichtlich der Baukosten, sondern auch hinsichtlich der Wegzeiten von Berufspendlern effizient.

Die weitgehend überdachte Hochstraße soll Schutz vor Regen und Hitze bei gleichzeitig ausreichender Belüftung bieten. Bild: BMW Group – BMW Vision E³ Way

BMW zufolge zeigen erste Machbarkeitsstudien, dass die Umsetzung des Konzepts in Megacities für eine signifikante Reduktion von Staus, Emissionen, Unfallrisiken und Reisezeiten sorgen kann. Durch den Einsatz automatisierter Videoüberwachungssysteme, künstlicher Intelligenz sowie der Integration in Smart-City-Ökosysteme könnte der Verkehrsfluss zudem permanent optimiert werden. Die Beschäftigung mit alternativen Mobilitätskonzepten bedeutet im Übrigen keinesfalls, dass BMW seine Kernkompetenz – den Bau von Autos – vernachlässigt. Ganz im Gegenteil: Gemeinsam mit Intel arbeiten die Bayern derzeit unter anderem mit Nachdruck an selbstfahrenden Autos. Von diesen sollen die Ersten spätestens 2021 in Produktion gehen.

Cover-Foto: BMW Group – BMW Vision E³ Way

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