Computerspiele

CTRL-Labs: Armband ermöglicht Smartphone-Bedienung per Gedanken

Hans-Martin Durst Autor, Hemd & Hoodie

Die Technik des Start-ups CTRL-Labs erlaubt das Texte-Tippen oder Spielen mittels Gedankenkraft – und soll künftig in jedem Gerät stecken.

Mit zwei flinken Daumen und der Autokorrektur-Funktion lassen sich erstaunliche Geschwindigkeiten beim Tippen von Textnachrichten erzielen. Allerdings sind jegliche Eingabehilfen von Tastatur bis Spielecontroller letztlich nur Umwege beim Übersetzen von Gedanken in Befehle für technische Geräte. Gehirn-Computer-Schnittstellen könnten zwar Abhilfe schaffen, machen aber das Tragen einer EEG-Kappe oder sogar ein Chip-Implantat im Kopf notwendig. Das New Yorker Start-up CTRL-Labs hingegen will nun die Gedankensteuerung von Smartphones und anderen Geräten mithilfe zweier Armbänder ermöglichen.

Diese enthalten Mikrochips und Elektroden, die die Tätigkeit von Motoneuronen auslesen, mit denen das Gehirn Muskelbewegungen kontrolliert. Dazu entwickelten die Neurowissenschaftler von CTRL-Labs eine Messmethode, die so präzise ist, dass sie die Signale einzelner Nervenzellen empfangen kann. Nachdem die für die unterschiedlichen Bewegungen zuständigen Signale identifiziert waren, ließen sie sich auch dann drahtlos an Geräte weiterleiten, wenn sie nur gedacht wurden. Damit gelingt es bereits, ein Smartphone-Spiel ohne Fingereinsatz zu steuern oder einen Text zu tippen, indem der Verfasser sich die Tastatur lediglich vorstellt.

CTRL-Labs will Gedankensteuerung allgegenwärtig machen

„Wir wollen den Nutzern zu mehr Kontrolle über die Geräte in ihren Taschen verhelfen“, sagt Thomas Reardon, Geschäftsführer von CTRL-Labs. Momentan seien die digitalen Helfer vor allem auf den Konsum von Inhalten ausgelegt und daher in ihren Eingabemöglichkeiten sehr beschränkt. Die Armbänder sollen es jedoch ermöglichen, ohne eine Handbewegung bis zu 100 Wörter pro Minute auf dem Smartphone zu tippen. Das ist aber erst der Anfang: Mit seiner Technik will das Start-up den Grundstein für eine Zukunft legen, in der sich sämtliche vom Menschen geschaffene Geräte und Anlagen per Gedankenkraft steuern lassen.

Momentan befinden sich die Armbänder zwar noch im Prototyp-Stadium, doch bereits 2018 soll eine marktreife Version vorliegen. Deren Erfolg wird maßgeblich davon abhängen, ob einflussreiche Konzerne die Technik übernehmen. Reardon ist diesbezüglich zuversichtlich, denn Gedankensteuerung bietet neben leichterer Smartphone-Bedienung die Möglichkeit, sich ohne Controller durch die virtuelle Realität zu bewegen. Diesen Umstand könnte CTRL-Labs zudem nutzen, um wie geplant Spiele zu veröffentlichen, mit deren Hilfe die Nutzer den Umgang mit der Technik leichter erlernen können.

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