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CuriosityStream: Netflix für neugierige Menschen

Marek Hoffmann Autor, Hemd & Hoodie

„Das lineare Fernsehen ist tot!“ Bämm! Das ist doch mal eine Ansage mit Schock-Wirkung. Oder? – Nein, eigentlich nicht. Zumindest nicht für jene, die zwar noch hingucken, es sich aber nicht mehr anschauen. Denn das TV ist nicht gestern urplötzlich mit einem Infarkt aus der Medienlandschaft geschieden, sondern siecht schon seit einer ganzen Weile dahin.

Und es gibt nicht wenige – vor allem auch endlich jene, die was bewegen und verändern können – die das erkannt haben. Adam Sandler dreht exklusiv für Netflix, Woody Allen für Amazon und die YouTubber drehen für sich oder irgendwelche Netzwerke und dürften dabei als eine Art Kindkönig angesehen werden, die zwar das Fernsehen vom Thron gestoßen und beerbt haben, ihre Rolle aber noch nicht ganz ausfüllen. Aber okay, Hauptsache es passiert etwas im Bereich Streaming & On-Demand. Und wer das auch so sieht, dürfte sich sehr über das neue Projekt von John Hendricks freuen.

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Video-on-Demand für unheilbar Neugierige

Konkret handelt es sich bei dem Angebot um Subscription-Video-on-Demand

Hinter diesem Namen steckt der Gründer des Discovery Channels, jenem bis heute enorm populären Doku-Sender(Verbund), der 1985 an den Start gegangen ist und innerhalb von nur drei Jahren bereits über 32 Millionen Abonnenten hatte. Sein neues Baby hört auf den Namen „CuriosityStream“ und soll seinen Angaben zufolge „eine Art Netflix für neugierige Menschen“ sein.

Konkret handelt es sich bei dem Angebot um Subscription-Video-on-Demand (SVoD), was bedeutet, dass die geplanten Dokumentation und Reality-Formate für einen Pauschalpreis pro Monat in unbegrenzter Zahl abgerufen werden können. Und zwar ab dem 18. März dieses Jahres, wenn die Bibliothek von „On-Demand Videos für unheilbare Neugierige“ an den Start geht.

Das Angebot

Man erhält, was man von jemandem wie Hendricks erwarten darf: Info- und Edutainment satt

Einen Ein- oder Ausblick (je nach Sichtweise) darauf, was die Kundschaft dann erwartet, gibt es aber jetzt schon. Das Angebot teilt sich momentan in die Kategorien „Science“, „Technology“, „Civilization“ und „Human Spirit“ (hier stehen Persönlichkeiten, ihr Denken und Wirken im Fokus) und bietet das, was man von jemandem wie Hendricks erwarten darf: Info- und Edutainment satt. Angefangen bei „Earth – The Power Of The Planet“, einer Serie über unseren schönen Planeten, über „The Age of Robots“, einem Blick auf die Geschichte der Roboter, bis hin zur Wahrheitssuche in Bezug auf das wahre Wesen der Wikinger und exklusiven Interviews, geführt von Promis mit Promis verschiedenster Bereiche.

Insgesamt befinden sich in der Bibliothek aktuell offenbar über 800 Titel, von denen 42 Titel in der Vorschau angeteasert werden. In welchen Abständen und Stückzahlen sie erweitert wird, ist der Seite bislang nicht zu entnehmen. Was man allerdings erfährt, ist, dass nicht alles im Angebot taufrisch ist oder vom Curiosity Projekt selbst stammt. Tatsächlich fällt in letzte Kategorie nicht unerheblich wenig Content aus den Häusern BBC, Flame, Newswire, NHK und TerraNoa.

Die „Mission“ von CuriosityStream ist: Es soll ein kostengünstiges, werbefreies Angebot sein, bei dem die weltbesten Dokumentationen und Berichte genossen werden können – on-demand und auf jedem Gerät. Was die Kosten betrifft, wird ein Einstiegspreis von 2,99 US-Dollar pro Monat beworben. Ein Köderangebot, denn die Auflösung dürfte sich dabei jenseits von allem bewegen, was man sich antun möchte. Für knapp 5,99 Dollar gibt es dann die 1080 HD- und für knapp 10 Dollar die 4k-Variante.

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Die echte Revolution steht noch bevor

Man sollte seine Worte nicht als aufgeblasene Phrasendrescherei abzutun

Fairerweise muss man hier aber zugestehen, dass das Projekt ja gerade erst an den Start geht und Hendricks dieses Manko auch schon selbst adressiert hat: „Die echte Revolution beginnt, wenn wir mit der eigenen Produktion für die SVoD-Menüs beginnen.“ Wer sich einige Stationen in der Biographie des Mannes etwas näher anguckt, dürfte geneigt sein, seine Worte nicht als aufgeblasene Phrasendrescherei abzutun.

Immerhin war er vor über 20 Jahren einer der  ersten, der das Konzept des Video-on-Demand kommerziell adaptiert und Content in HD produziert hat, noch bevor es dafür in den Haushalten die entsprechenden Geräte gab. Und nun soll mit CuriosityStream ein weiterer Meilenstein hinzukommen. “Ich habe davon schon so lange geträumt: die Leute gucken was sie möchten, wann sie es möchten.“ Immerhin hat er das Wichtigste verstanden, das lässt hoffen.

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