Technische Innovation

Der Wandel des PCs

Dean Evans Technology Writer Twitter

Dem Marktforscher IDC zufolge stieg die Absatzrate für klassische Computer (Desktop-PCs, Notebooks und Workstations) im ersten Quartal 2017 weltweit erstmals wieder seit 2012 – und zwar um 0,6 Prozent. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt. Denn der durch den Verkauf des Chromebooks angetriebene Zuwachs in den USA zeigt, dass sich das Bild des „klassischen PCs“ gewandelt hat.

Ein Rückblick: Im Jahr 1981 brachte IBM den ersten PC (Personal Computer) auf den Markt. Ausgestattet mit einem 4,7 MHz Intel 8088 Prozessor, war der IBM 5150 noch ein recht sperriges Gerät. Mit einem Arbeitsspeicher von gerade einmal 64 K und zwei 5,25-Zoll-Disketten war dieser Computer jahrelang das designtechnische Vorbild zukünftiger Desktop-PCs. Heute, 36 Jahre später, ist das Bild vom Computer nicht mehr durch einen bestimmten Typus geprägt.

PC-Stick
Bei Geräten wie dem Intel PC-Stick steckt ein gesamter PC in einem USB-Dongle, der so groß ist wie eine Kaugummipackung. Wir er mit einem beliebigen HDMI-Display verbunden, verwandelt er sich in einen Windows-10-Computer mit 2 GB Arbeitsspeicher, integriertem WLAN und Intel HD-Grafik – angetrieben durch eine Intel Atom CPU mit vier Kernen.

Der Intel PC-Stick ist ein Windows-10-PC, der so groß ist wie eine Kaugummipackung.

Mini-PC
Frühe Computer-Modelle wir der 386er waren mit ihrem frechem Beige nicht nur optisch keine Kracher. Dessen Gehäuse war auch so leicht wie ein Sack Ziegelsteine. Und heute passt ein moderner Mini-PC ohne Probleme in eine Handfläche. Mini-Desktop-PCs wie der Intel NUC oder der Acer Revo stellen eine weitere Alternative zum klassischen Bild eines Computers dar. Sie sind klein und eignen sich perfekt als platzsparende Desktop-PCs oder als Teil eines Home-Entertainment-Systems.

Der Acer Revo Build ist ein kompaktes Basismodul, das mit unterschiedlichen Modulen erweitert werden kann.

All-in-One-PC
Manche Computer sind einfach nur Abwandlungen des klassischen Desktop-PCs. Bei All-in-One-PCs (AIO) befindet sich der Computer in demselben Gehäuse wie der Monitor. AIOs wie der Dell XPS 27 und der Apple iMac mit 5K-Retina-Display erfreuen sich heutzutage großer Beliebtheit – und ihr Format ist tatsächlich noch älter als der IBM-PC aus dem Jahr 1981. So vereinte die Olivetti Programma 101 aus dem Jahr 1965 beispielsweise Tastatur, Drucker und Prozessor in einem damals revolutionären Superrechner.

Der Dell XPS 27 All-In-One-Desktop-PC verfügt über 10 Lautsprecher für das ultimative Klangerlebnis am PC.

Notebooks
Der Osborne 1 aus dem Jahr 1981 gilt als das erste im Handel erhältliche Notebook in der Geschichte des Computers. Allerdings machte erst der Toshiba T1100 im Jahr 1985 das Klappcomputer-Design massenkompatibel. Und erst in den neunziger Jahren gewann das Notebook an Beliebtheit und entwickelte sich zur echten Alternative zum Desktop-PC.

Das Lenovo ThinkPad: Das klassische Klapp-Design verhalf ihm zu besonderer Beliebtheit.

Chromebooks
Dem oben erwähnten IDC-Bericht zufolge „ist der Zuwachs des PC-Marktes größtenteils auf das hohe Absatzwachstum von Chromebooks zurückzuführen.“ Beim Chromebook handelt es sich um eine weitere Abwandlung des Bildes vom klassischen PC. Ein Chromebook verfügt über dieselbe Technik wie ein Desktop-PC, jedoch kommt hier statt eines Windows-Betriebssystems das Linux-basierte Google Chrome OS zum Einsatz.

Das Samsung Chromebook Plus ist ein Notebook mit einem ressourcenschonenden Betriebssystem, wie man es von Tablets her kennt.

Tablets
Ist ein Tablet ein PC? Geräte wie das Microsoft Surface Pro 4 sind ein Argument dafür. Laut Microsoft ist das Surface Pro ein „Tablet, das ein Notebook ersetzen kann.“ Immerhin lässt sich das 12,3-Zoll-PixelSense-Display um das Type Cover erweitern und verwandelt sich so in ein Gerät, das einem klassischen tragbaren PC ziemlich nahe kommt.

Das Microsoft Surface Pro 4 ist ein Windows-Tablet, das sich im Handumdrehen in ein Notebook verwandeln lässt.

2in1-Geräte
Ein Tablet lässt sich durch Hinzufügen einer Tastatur in ein Notebook verwandeln – und ein 2in1-Gerät funktioniert genau andersherum. Geräte wie das Dell XPS 13 und das Lenovo Yoga 910 bieten dem Nutzer vier verschiedene Verwendungsmöglichkeiten: ganz klassisch als Notebook oder – durch Zurückfalten oder Abnehmen des Displays – im Zelt-, Stand- oder Tablet-Modus.

Das vielseitige 2in1-Gerät Yoga 910 kann in vier unterschiedlichen Modi verwendet werden.

Smartphones
Wenn ein Tablet als Computer bezeichnet werden kann, ist es wohl legitim, auch ein Smartphone so zu nennen. Denn mit modernen Apps und Cloud-Computing-Diensten lässt sich auf einem Samsung Galaxy S8 oder einem LG G6 erstaunlich produktiv arbeiten.

Wearables
Auf der Skala der Wearables stehen Rucksack-PCs wie der MSI VR One, der ungebundenes VR-Gaming ermöglicht, am einen Ende. Am anderen Ende steht Nick Lees mit seiner Idee, Windows 95 auf einer Apple Watch zu installieren – so geschehen im Jahr 2016.

Der MSI VR One ist ein Intel Core i7 Computer in einem Kunststoffrucksack.

Desktop-PCs
Auch der traditionelle Desktop-Computer durchlief einen Wandel. Moderne PCs haben mit den klobigen, beigen Kästen und dunklen Tower-PCs aus vergangenen Zeiten nicht mehr viel gemein. Der Deepcool Tristellar von Scan ähnelt einem dreizackigen Stern, der ASUS Republic of Gamers G20CB Gaming-PC sieht aus wie aus einer walisischen Schieferplatte gehauen.

Das Gehäuse des Tristellar-PCs ist weit vom klassischen Desktop-Tower-Design entfernt. Sehr weit…

Natürlich denkt bei dem Begriff „PC“ manch einer immer noch an einen x86-Computer mit Monitor, Maus und Tastatur. Aber ein „Personal Computer“ muss nicht zwangsläufig ein klassischer Desktop-PC, ein Notebook oder eine Workstation sein. Dazwischen gibt es viele Facetten, ob groß oder klein, mit viel oder wenig Leistung, tragbar oder schreibtischgebunden. Auf welchen Computer die Wahl letztlich fällt, hängt davon ab, wofür er benutzt werden soll. Hier zeigen wir einige Möglichkeiten auf.

Copyright Hauptbild: Rawpixel.com/Shutterstock

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