Gesundheit

Ungeplante Zeitverschiebung: Darum gehen viele Uhren derzeit nach

Nicolas Meudt Autor, Hemd & Hoodie

Zahlreiche Uhren liefen zuletzt der genormten Zeit hinterher – Ursache waren die niedrigen Temperaturen und die daraus resultierende Energieknappheit.

Wer in der vergangenen Wochen zu spät auf der Arbeit erschienen ist, musste um eine gute Ausrede nicht verlegen sein. Denn viele Radiowecker sowie einfache Uhren in Herden und Mikrowellen gingen gleich mehrere Minuten nach. Als Ursache vermuten Experten, dass schon seit Längerem zu wenig Leistung ins Stromnetz eingespeist wird.

Sogenannte Synchronuhren nutzen für die Berechnung der angezeigten Zeit die Wechselspannung der Netzfrequenz. Diese liegt in Europa im Mittel bei exakt 50 Hertz (Hz). Kurzfristige Schwankungen sind jedoch keine Seltenheit: Werden 50 Hz überschritten, gehen Uhren etwas schneller, werden sie hingegen unterschritten, gehen sie nach. In der Regel werden diese Zeitabweichungen abers spätestens dann ausgeglichen, wenn sie auf 20 Sekunden anwachsen. Dies geschieht durch eine Anpassung der Sollfrequenz, also durch eine entsprechend höhere oder geringere Einspeisung von Strom in das Netz. Schon seit längerem weicht die „Netz-Zeit“ von der präzisen allerdings vielerorts um mehr als fünf Minuten ab.

Vorsicht bei manueller Nachjustierung von Uhren geboten

Wer seine Uhren jetzt jedoch händisch an die exakte Zeit anpasst, der dürfte in den nächsten Wochen öfter einmal überpünktlich zu Terminen erscheinen. Denn damit die Netzfrequenz wieder auf ihren korrekten (langfristigen) Mittelwert kommt, werden Stromversorger sie wohl schnellstmöglich auf über 50 Hz anheben, sodass die betroffenen Uhren dann schneller laufen werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies spätestens dann der Fall, wenn aufgrund von steigenden Temperaturen und länger werdenden Tagen der Strombedarf wieder sinkt.

In Deutschland gibt es die Sommerzeit seit 1980. Seit 1996 werden die Uhren in allen EU-Staaten am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurückgestellt.

Wesentlich dramatischer als die „Zeitverschiebung“ um wenige Minuten aufgrund von Schwankungen im Stromnetz dürften jedoch auch dieses Jahr wieder die Auswirkungen der Umstellung von Winter- auf Sommerzeit sein. Denn seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern am letzten Sonntag im März ihre Uhren um eine Stunde vor. Der Nutzen des Ganzen ist allerdings mehr als umstritten. So verbrauchen etwa die Deutschen gemäß dem Umweltbundesamt aufgrund der Umstellung im Sommer abends zwar weniger Strom für Licht. Dafür wird im Frühjahr und Herbst jedoch morgens mehr geheizt. Für empfindsame Menschen sehen Mediziner sogar gesundheitliche Risiken.

Cover-Foto: Flickr – Benjamin Watson (CC BY 2.0) – (Montage)

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