Drohnen

Drohnen: Die aussichtsreichsten Start-ups und Anwendungsgebiete

Dean Evans Technology Writer Twitter

Immer mehr Unternehmen entwickeln innovative Drohnen. Die nachfolgenden Beispiele zeigen einige der aussichtsreichsten Technologien und Anwendungsgebiete.

Fast täglich wird über Drohnen-Start-ups berichtet, die die unbemannten Fluggeräte in neuen Gebieten und Aufgabenbereichen einsetzen. Angesichts dieser Entwicklung muss schon fast die Frage gestellt werden, was Drohnen eigentlich nicht können. Quadrocopter revolutionieren bereits Film- und Fotoaufnahmen, Untersuchungen und Beobachtungen, Vermessungen und Überwachungen. In Bayern demonstrierte DHL vor kurzem einen automatischen Drohnenlieferservice, während auf der internationalen Bühne Drohnen-Wettrennen ausgetragen werden.

Aber was kommt als Nächstes? Laut einem Bericht geht PricewaterhouseCoopers LLP davon aus, dass der globale Markt für kommerzielle Drohnen 2020 einen Wert von etwa 115 Millionen Euro haben wird. Angesichts dieser Aussichten überrascht es wohl kaum, dass ein Heer von Firmen, die auf Drohnen spezialisiert sind, mit ihren neuen Designs, neuen Anwendungen und innovativer Technik möglichst viel Aufmerksamkeit erregen wollen. Im Folgenden  werden einige der aussichtsreichsten Drohnen-Start-ups vorgestellt, die im Blick behalten werden sollten.

Zipline: Ein Lieferservice, der Leben retten kann

Verschiedenste Firmen arbeiten bereits an der Entwicklung von Drohnenliefersystemen: Amazon, DHL, Walmart und weitere testen Technik, die bequeme Paketlieferungen am gleichen Tag der Bestellung ermöglichen soll. Zipline hat jedoch Ambitionen, die über das Shopping-Erlebnis hinausgehen. Die Zip-Drohne ist ein kleiner Flugroboter, der medizinische Produkte in entfernte Gegenden liefern kann.

UAV America: Länger fliegen

Ein Quadrocopter kann normalerweise zwischen 20 und 30 Minuten in der Luft bleiben. Der beliebte DJI Phantom 4 erreicht eine Flugzeit von 28 Minuten und der 3D Robotics Solo schafft 25 Minuten, wenn er nicht beladen ist. Nun hofft die Firma UAV America, mit ihren unermüdlichen Drohnen eine Nische zu erobern: Die aus Karbonfaser gefertigte Drohne Eagle XF soll eine Flugzeit von bis zu 60 Minuten erreichen.

Joby Aviation: Passagierdrohnen

Werden Drohnen die fliegenden Autos sein, von denen die Menschheit schon immer geträumt hat? Leser, die das IQ-Magazin regelmäßig besuchen, haben mit großer Wahrscheinlichkeit schon einige Prototypen von Drohnen gesehen, die Passagiere befördern können. So beispielsweise die eHANG 184 und der Volocopter. Joby Aviation hat nun die Drohne S2 entwickelt: Sie vereint moderne Akkutechnik, Elektromotoren und Steuerungssysteme in einem vollelektrischen „Vertical Take-Off and Landing“-Fluggerät, das nicht nur senkrecht starten und landen kann, sondern eine Geschwindigkeit von über 300 Kilometer pro Stunde erreicht.

Drohnen wie die S2 von Joby Aviation transportieren in Zukunft Passagiere. Joby_S2_6-1024x576-de
Drohnen wie die S2 von Joby Aviation sollen in Zukunft Passagiere transportieren.

 

CyPhy: Der Beweis, dass eine verkabelte Lösung besser ist

CyPhy präsentiert eine faszinierende Möglichkeit, mit der sich die Flugzeit unbemannter Fluggeräte immens verlängern und dabei die Kommunikationssicherheit gewährleisten lässt. Der von CyPhy entwickelte Hexacopter “Persistent Aerial Reconnaissance and Communications” (kurz: PARC) ist über ein Mikrofilamentsystem, das die Stromversorgung und Netzwerkverbindung bereitstellt, mit einer Bodenstation verbunden. Dieses System sorgt dafür, dass sich die PARC-Drohne nicht hacken lässt und theoretisch mehrere Tage lang in der Luft bleiben kann.

Yuneec: Drohnen mit RealSense-Augen

Das chinesische Start-up Yuneec hat mit seinem Yuneec Typhoon H bereits für viel Aufsehen gesorgt. Es handelt sich um einen Hexacopter, der sich mit Intels tiefenmessender RealSense 3D-Kamera ausstatten lässt. Diese Bordtechnik macht den Typhoon H zu einem der derzeit besten Flugroboter. Er ist in der Lage, Hindernisse zu erkennen und ihnen selbsttätig auszuweichen. Er lässt sich quasi mit geschlossenen Augen fliegen.

Drohnen werden für immer mehr Einsatzgebiete entwickelt. MWC-drone-2-7-1024x561-de
Drohnen werden für immer mehr Einsatzgebiete entwickelt.

 

Dedrone: die Drohnen-fänger

Da immer mehr Drohnen durch die Luft fliegen, arbeiten zahlreiche Firmen daran, diese Fluggeräte auf legale Weise zu identifizieren und deren Bewegungsspielraum in sensiblen Lufträumen wie etwa über Flughäfen, Stadien oder Regierungsgebäuden einzuschränken. Eines dieser Unternehmen ist Dedrone. Das „Drone Tracker“-System der Firma verbindet einen HF-Scanner, der Ziele in Echtzeit erkennt, mit einem Zweikanal-Störsender, der sie stoppt.

Rook: Eine fliegende Sicherheitskamera

Nicht alle Drohnen sind gewichtige Outdoor-Fluggeräte. Die von Eighty Nine Robotics entwickelte Rook-Drohne ist eine kompakte, fliegende Sicherheitskamera, die sich mit einem Smartphone über das Internet steuern lässt. Während eine schnell installierte WLAN-Kamera nur einen Raum überwachen kann, fliegt die Rook-Drohne jeweils sieben bis zehn Minuten im gesamten Haus umher. Sie lässt sich per Sprachbefehl steuern und kann automatisch zu ihrer Ladestation zurückkehren.

Neben diesen Drohnen-Start-ups gibt es noch viele weitere, die unsere fliegende Zukunft maßgeblich beeinflussen könnten. Dazu gehört beispielsweise Vantage Robotics, das die Snap-Drohne für Video-Selfies herstellt, Airware mit seinen Luftinspektionsdrohnen, sowie unterschiedlichste Drohnen für die Landwirtschaft, die wie der Yield Defender von Hangar 78 UAV bei der Überwachung von Feldern helfen sollen.

Auch in Bereichen, in denen dies bislang kaum vorstellbar schien, werden heute Drohnen eingesetzt. Sie sind zum Beispiel in der Lage, eindrucksvolle Unterwasseraufnahmen zu erstellen. Und wer hätte gedacht, dass sie sich auch dafür einsetzen lassen, Fische zu fangen? Dieses spannende Video zeigt auf unterhaltsame Weise, wie zwei Australier mit einer Drohne auf Thunfischfang gehen.

Hauptabbildung © Joby Aviation 2015

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