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Drohnen: Die industrielle Revolution setzt zum Höhenflug an

Shawn Krest Writer, Movable Media

Von Flugzeuginspektionen bis zur Landvermessung – Drohnen bieten für viele industrielle Bereiche neue Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile.

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass die Lösung für mehr Produktivität und Geschäftserfolg im wahrsten Sinne des Wortes vom Himmel fallen könnte. In den unterschiedlichsten Branchen nimmt der Einsatz kommerzieller Drohnen rasant zu. Dank innovativer Features und Funktionen sowie fallender Preise für die Hardware profitieren Bereiche von der Luftfahrt über den Bergbau bis zum Bauwesen von den Vorteilen der ferngesteuerten Fluggeräte.

„Unserer Ansicht nach werden Drohnen die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Arbeit tätigen, heute und in Zukunft verändern“, sagt Anil Nanduri, Vice President und General Manager von Intels New Technology Group. Auch ihm zufolge können Drohnen in den verschiedensten Gebieten zur Anwendung kommen, etwa in der verarbeitenden Industrie, in der Landwirtschaft oder sogar bei manuellen Tätigkeiten.  „Dank neuer Funktionalität wie der Kollisionsvermeidungstechnik, die auf der Intel RealSense Technik basiert, kann eine Drohne für Unternehmen sprichwörtlich zu einem Himmelsauge werden.“

Airbus testet Drohnen zur Flugzeuginspektion.
Airbus testet Drohnen zur Flugzeuginspektion. Bild: A. Doumenjou/master films, Copyright: AIRBUS GROUP 2016.

 

Airbus-Drohne als flugzeuginspektor

Im Frühjahr zeigten die Partner Intel und Airbus bei einer internationalen Luftfahrtmesse in England, wie eine modifizierte AscTec Falcon 8-Drohne mithilfe von Intel RealSense-Kameras ein Flugzeug visuell inspiziert. Das unbemannte Luftfahrzeug wurde von einem menschlichen Piloten vom Boden aus gesteuert. Dabei folgte es einem vordefinierten Flugpfad und erstellte systematisch Aufnahmen – insbesondere von Kratzern, Dellen und Farbschäden. Die einzelnen Bilder wurden anschließend zu einem digitalen 3D-Modell zusammengefügt, in einer Datenbank gespeichert und analysiert.

Aus den Aufnahmen der Drohne wurde ein 3D-Modell des Airbusses erstellt.
Aus den Aufnahmen der Drohne wurde ein 3D-Modell des Airbusses erstellt.

Normalerweise dauert eine solche Inspektion etwa zwei Stunden, wenn sie von menschlichen Arbeitskräften durchgeführt wird. Die Drohne benötigte dafür gerade einmal 15 Minuten. „Wir sind der Ansicht, dass dieser Prototyp nicht nur für unsere Produkte und unsere Branche von großem Nutzen sein wird“, so Nanduri.

Vermessung aus der Luft nimmt fahrt auf

„Die Implementierung kommerzieller Drohnen wird mit unvorstellbarer Geschwindigkeit zunehmen“, erklärt Darr Gerscovich, Vize-Marketingchef bei DroneDeploy. Bislang haben Kunden des auf Luftdaten spezialisierten Beratungsunternehmens mit der DroneDeploy-Software über 12.000 Quadratkilometer Land in 120 Ländern vermessen. Die Firma unterstützt Dutzende Branchen bei der Erfassung und Interpretation von Drohnendaten. „Wir sind an einem Wendepunkt angelangt, aber es ist nur der erste von vielen“, so Gerscovich.

„Luftvermessungsdaten sind für Unternehmen von enormem Wert“, fügt er hinzu. Ein wesentlicher Vorteil bestehe darin, überhaupt Zugriff auf diese Daten zu haben, um daraus sinnvolle Erkenntnisse abzuleiten. Mehr als die Hälfte der bisherigen Kartografiedaten stamme aus dem letzten Jahr. Dieses Jahr wachse das Datenvolumen viermal so schnell.

drohnen bieten weit Mehr als Google Earth

Viele mögen der Meinung sein, dass die Aufnahmen kommerzieller Drohnen nur einer etwas detaillierteren Version von Google Earth entsprechen. Doch dies trifft nicht zu, denn die Informationen, die die mit modernsten Technologien ausgestatteten Fluggeräte liefern,  sind wesentlich dynamischer. „Die  Hauptnutzer von Google Earth sind Menschen wie Sie und ich, die von A nach B gelangen wollen“, erklärt Gerscovich. „Doch die Straßen ändern sich im Laufe der Zeit in der Regel nur wenig.“

Einer der ersten – und intensivsten – Nutzer kommerzieller Drohnen ist der Landwirtschaftssektor. „Landwirtschaftliche Betriebe sind oft mehrere hundert oder sogar tausend Hektar groß“, erklärt Gerscovich. „Sie setzen Drohnen in erster Linie für die Beobachtung des angebauten Getreides oder anderer Feldfrüchte ein. So sparen sie Zeit, da niemand zu den Feldern hinausfahren und diese inspizieren muss, was bislang der übliche Ansatz war.“

Ein Mitarbeiter ist darauf angewiesen, die Inspektion eines Feldes vom nächstgelegenen Wegesrand aus durchzuführen. Eine Drohne hingegen kann den gesamten Landwirtschaftsbetrieb abfliegen und ermitteln, welche Felder besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Der Landwirt kann die Bilder in die Cloud hochladen und dort zusammenfügen. So erhält er eine komplette Übersichtskarte, die den Zustand der gesamten Anbaufläche abbildet.

Einblicke in Minen und Baustellen

Die Bergbauindustrie und der Bausektor gehören ebenfalls zu den Branchen, in denen die Drohnentechnik bereits früh und intensiv eingesetzt wurde. Im Falle von landwirtschaftlichen Betrieben werden meist schnell erstellte Karten großer Flächen benötigt. Baustellenareale und Abbaugebiete sind normalerweise kleiner, erfordern jedoch einen höheren Detailgrad.

„In diesen Bereichen geht es hauptsächlich darum, Veränderungen und Fortschritte zu erkennen“, so Gerscovich. „Um den Status einer Projektphase täglich oder monatlich zu erfassen, musste bislang ein Mitarbeiter das gesamte Areal abgehen, was bei großen Baustellen einen halben Tag dauern konnte. Eine Drohne schafft das heute in 15 Minuten.“

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