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Fluxa: Textnachrichten und Emojis mit der Hand in die Luft winken

Heiserkeit durch Schreien in der Disko könnte bald der Vergangenheit angehören. Denn mit Fluxa lassen sich Texte und Symbole per Handbewegung darstellen.

Wer seinen Namen nicht tanzen kann, wird ihn künftig möglicherweise dennoch durch rhythmische Körperbewegungen vermitteln können. Denn das Wearable Fluxa setzt mittels Lichtmustern Motorik in bewegte oder unbewegte Bilder und Texte um. Entwickelt von der Forschungsgruppe Fluid Interfaces des Massachusetts Institute of Technology (MIT), soll das Gerät die Ausdrucksmöglichkeiten sozialer Gesten erweitern. So lassen sich beispielsweise durch Winken Emojis und Grußbotschaften erzeugen.

Dazu bedient sich das Wearable der Trägheit des menschlichen Auges: Bewegt der Nutzer die Gliedmaßen, an denen Fluxa per Klettverschluss befestigt ist, blinken die 16 programmierbaren Farb-LED des Geräts in einem bestimmten Muster. Der Lichtreiz wirkt auf der Netzhaut des Betrachters nach und verschmilzt durch die schnelle Bewegung zu einem Bild. Wie dieses aussehen soll, lässt sich mittels einer App einstellen, die das Wearable per Bluetooth LE ansteuert. Der Benutzer kann einen Text eingeben oder ein Symbol auswählen und sich für Farbe, Helligkeit, Anzeigendauer und einen Animationsmodus entscheiden.

Fluxa als Läufer-Monitor und Schulhelfer

Neben der Möglichkeit, über größere Distanzen hinweg sowie in lauten und dunklen Umgebungen zu kommunizieren, nennt das MIT-Team noch weitere Anwendungsbeispiele. So könnten Läufer Fluxa am Oberarm befestigen und durch dessen Bewegung anderen Joggern ihre bereits zurückgelegten Kilometer anzeigen. Lehrer wären in der Lage, mathematische Aufgaben an die Tafel zu schreiben und das Ergebnis zu enthüllen, indem sie mit ihrer Hand winken. Auch die Koordination von Gruppen oder spielerische Anwendungen seien denkbar. Naheliegend ist zudem die Nutzung zu Unterhaltungszwecken, wie das obenstehende Beispielvideo illustriert, in dem ein Schlagzeuger Muster in die Luft trommelt.

Durch schnelle Bewegungen verschmelzen die Lichtmuster von Fluxa zu einem Bild.
Durch schnelle Bewegungen verschmelzen die Lichtmuster von Fluxa zu einem Bild. Gif: Vimeo – Fluid Interfaces

Zwar gibt es bereits Techniken, die mittels Bewegung von Leuchtdioden Bilder erzeugen, doch ist die Größe letzterer von den Maßen des Geräts abhängig. Fluxa hingegen sei viel kleiner als die von ihm erzeugte Darstellungsfläche, betonen die Forscher. Bei momentan verfügbaren Wearables seien die Abmessungen der Bildschirme häufig durch Körpermaße und das Gewicht der Geräte beschränkt. Im Gegensatz dazu könnten Nutzer des Fluxa das Format ihrer Botschaften durch ausladendere Bewegungen vergrößern. Eine erste Version des Geräts wurde bereits auf dem User Interface and Technology Symposium 2016 vorgestellt. Künftig wollen die Forscher das Zusammenspiel mehrerer Fluxa-Wearables ermöglichen und zu diesem Zweck eventuell RFID- und Infrarotempfänger einbinden.

Cover-Foto: Vimeo – Fluid Interfaces

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