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Für Green Power und Nachhaltigkeit: Intel setzt auf Mikrowindturbinen

Marek Hoffmann Autor, Hemd & Hoodie

Hoch oben auf der Zentrale der Intel Corporation im kalifornischen Santa Clara gibt es seit Kurzem einen ganz besonderen Blickfang zu bestaunen: Direkt am Dachrand des Robert Noyce-Gebäudes lies der Halbleiterhersteller, sauber wie am Schnürchen nebeneinander aufgereiht, 58 der modernsten Mikrowindturbinen anbringen.

Jede einzelne von ihnen ist knapp zwei Meter groß, vierzehn Kilogramm schwer und soll bei einer für diese Region üblichen Windgeschwindigkeit von durchschnittlich vierzehn Kilometern pro Stunde geschätzte 65 Kilowattstunden pro Jahr Energie produzieren. Diese möchte Intel dazu verwenden, sein Konferenzzentrum mit Elektrizität zu versorgen.

„Proof of Concept“-Projekt

Daten sollen helfen, grünen Strom besser zu erforschen

Die Menge der erzeugten Energie mag im Vergleich mit windreicheren Orten und größeren Turbinen zwar geringer ausfallen, sie ist aber auch nur ein Teil eines größeren Ganzen. Denn mit dem „Proof of Concept“-Projekt, bei dem eine der weltweit größten Dachanlagen mit Mikrowindturbinen zum Einsatz kommt, möchte das Unternehmen vor allem auch wertvolle Daten sammeln.

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Sie sollen Intel dabei helfen, grünen Strom besser zu erforschen und Wege zu finden, das Nachhaltigkeitsprogramm des Konzerns weiter auszubauen. Da die Turbinen verhältnismäßig klein und leicht sind, können sie global vielseitig eingesetzt und nutzbar gemacht werden.

Jagd auf den Wind mit BreezeBox und AutoFurlz 

Intelligente Verknüpfung technischer Komponenten

Hergestellt wurden die Mikrowindturbinen von JLM Energy, wo man sich auf die Entwicklung von Energietechnikprodukten spezialisiert hat. Das für Intel verwendete Zefr-Modell eignet sich besonders gut für die Zielsetzungen des Dach-Projekts, weil es über eine intelligente Verknüpfung unterschiedlicher technischer Komponenten aus den Bereichen Aerodynamik, Leistungselektronik und Digitalsteuerung verfügt.

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So wurden beispielsweise die Rotorblätter unter verschiedensten Windgeschwindigkeiten getestet und hinsichtlich der Einschaltgeschwindigkeit optimiert. Diese wird benötigt, um die Leistung und den Ertrag einer Turbine zuverlässig zu berechnen, da sie die Windgeschwindigkeit angibt, ab der die Turbine tatsächlich zu arbeiten und folglich mit der Stromerzeugung beginnt. Das kann in Bezug auf einen gewählten Standort von entscheidender Bedeutung sein, weil sich die Windgeschwindigkeiten, wie oben erwähnt, deutlich unterscheiden können. Auf See mit starkem Wind sollte sie daher höher liegen als auf dem Dach eines Gebäudes im sonnigen Silicon Valley. Hierbei spielt auch die Anzahl der Rotorblätter eine Rolle, wobei Intels Turbinen über die maximal möglichen sieben Stück verfügen.

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Darüber hinaus verfügt das Zefr-Modell über eine sogenannte BreezeBox, die auf besonders innovative und effiziente Weise die aufgenommene Windkraft in Strom umwandelt und an den Netzwechselrichter leitet. Das Sicherheitssystem AutoFurlz sorgt zudem dafür, dass die Turbinen bei höheren Windstärken nicht beschädigt werden – was in erster Linie durch Überdrehung passieren könnte –, sondern gleichsam in Windrichtung wegknicken.

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Open Innovation im Blick

Vorantreiben von „Green Power“-Technologien

„Wir versuchen zu verstehen, wie diese Art von Technologie bei Intel integriert werden kann und wo sich dafür weltweit die besten Standorte befinden“, so Marty Sedler, Leiter des Bereichs Global Utilities and Infrastructure bei Intel über den Einsatz der Mikrowindturbinen. Diese Erkenntnisse will der Konzern Sedler zufolge aber nicht nur für sich alleine nutzen: „Wir werden unsere gewonnen Daten und dazugehörige Informationen frei zugänglich machen, so dass sie auch von Dritten genutzt werden können“.

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Dabei sollen vor allem Energieversorgungsunternehmen, die Windkraftindustrie und Nichtregierungsorganisationen, aber auch andere Unternehmen und Eigenheimbesitzer an den Ergebnissen partizipieren dürfen. Das erklärte Ziel ist es Sedler zufolge, die Verbreitung unterschiedlichster „Green Power“-Technologien voranzutreiben. Dabei ist dieses Programm aber keineswegs das einzige, das Sedlers Arbeitgeber in seinem Nachhaltigkeitsportfolio aufweisen kann. Im Gegenteil.

Investitionen in grüne Zukunft 

118 Millionen Dollar für Maßnahmen zur Energieeinsparung

Intel gehört nicht nur zu den weltweit führenden Unternehmen in der Halbleiterinnovation, sondern ist auch Vorreiter in den Bereichen unternehmerischer Verantwortung und Nachhaltigkeit. Seit 2008 hat der Chip-Bauer über 118 Millionen US-Dollar in Maßnahmen zu Energieeinsparungen und Klimaschutz investiert und dabei mehr als 2.300 Projekte erfolgreich durchgeführt, die im Jahr 2014 in knapp 249 Millionen Dollar an Energiekosteneinsparungen resultierten.

Hierzu zählt beispielsweise die im April 2015 gemeinsam mit mehreren Partnern erfolgte Installation von 21 Solarstromanlagen auf weltweit zwölf Campus des Unternehmens, darunter in den USA, Indien, Israel und Vietnam. Diese produzieren zusammen genommen über zwölf Millionen Kilowattstunden Solarenergie pro Jahr. Darüber hinaus hat der Konzern solare Warmwasseranlagen in Israel und Costa Rica sowie in Indien errichtet, wo nahezu 100 Prozent des heißen Wassers auf den beiden größten Intel-Campus des Landes aus der Anlage stammen und jährlich schätzungsweise 70.000 kWh Energie einsparen. Auf dem Unternehmensgelände in Guadalajara in Mexiko hat Intel außerdem Pilotprojekte mit Wärmepumpen und Mikrowindturbinen gestartet.

 

Bilder: JLM Energy

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