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Future Forms: Online-Flohmarkt für Klassiker der Unterhaltungselektronik

Marek Hoffmann Autor, Hemd & Hoodie

Früher war nicht alles besser, aber vieles auch nicht schlecht. Vor allem in Bezug auf das Industrie-Design der Moderne wurden zeitlose Ikonen im Bereich der Unterhaltungselektronik geschaffen, die auch heute noch vielen Unternehmen als Inspiration dienen. So dürfte beispielsweise hinlänglich bekannt sein, dass sich Apple bei einigen seiner Produkte von den Kreationen hat beeinflussen lassen, die der deutsche Designer Dieter Rams für den Konzern Braun entworfen hat.

Während es vereinzelt immer wieder mal Reminiszenzen und Hommagen an diese Klassiker der vergangenen Tage gibt, die in Form von Vintage-angehauchten Produkten auf den Markt tröpfeln, beschreitet Future Forms einen etwas anderen Weg. Liebhaber der stilvollen Konsumgüter finden auf der Seite nicht nur einen Shop, sondern zugleich einen Mix aus digitalem Museum und Nachschlagewerk. „Future Forms unternimmt den Versuch, das Beste aus Industrie-Design und Verbraucherelektronik zu dokumentieren“, heißt es leise ehrfürchtig auf der Seite.

Bunte Mischung aus Elektro-Klassikern

Ein besonderer Clou ist, Geräte nach Farben zu sortieren

Und in der Tat dürfte nicht nur Nostalgikern beim Stöbern durch das Online-Warenhaus das Herz vor Freude hüpfen. Die goldene Palette der Hersteller reicht von Braun und Brionvega über Hitachi, JVC, Panasonic und Philips bis hin zu RCA, Sharp, Sony, Sounddesign, Toshiba und Weltron. Wer sich bei der Suche nach einem Produkt nicht sicher ist, aus welchem Hause es stammt, kann entweder die Suchfunktion verwenden oder nach Kategorien filtern. Ein besonderer Clou ist die Möglichkeit, Geräte auch nach Farben zu sortieren. Wer also auf flippiges Quietsch-Orange steht oder ein dezentes Schwarz bevorzugt, kommt auch über die Farb-Skala zum Ziel.

Zu finden gibt es dann nicht nur das Triumvirat aus Fernseher, Radio und Kassetten- beziehungsweise Plattenspieler, sondern eine bunte Mischung aus Elektro-Geräten, die zwischen „Health & Beauty“ und „Film Equipment“ rangieren. Sie enthalten unter anderem Angaben zum Produktionsjahr, der Model-Bezeichnung, den Abmessungen, dem Hersteller sowie dem Herkunftsland. Das Informationsangebot wird zuweilen durch Bilder von Print-Werbeanzeigen ergänzt, die über die Jahre zu dem Produkt geschaltet wurden, sowie durch Service-Handbücher, die heruntergeladen werden können.

Das Ziel von Future Forms besteht aber offenbar nicht primär im Veräußern der Jung-Antiquitäten. Vielmehr umgibt die Plattform der Geist eines Kurators: „Heutzutage wird Design sicherlich mehr Beachtung geschenkt als früher. Aber diese vergangenen Produkte verdienen mehr Anerkennung, als ihnen zuteilwird. Ich bin der Auffassung, dass diese Designs ihrer Zeit voraus waren und auch heute noch aktuell sind.“ Die Hoffnung des Ich-Erzählers besteht darin, durch den Austausch mit den Besuchern seiner Seite mehr über die Produkte und die Personen zu erfahren, die sie entworfen haben.

Informationsplattform mit Kauf-Option

Alle im Bestand gelisteten Geräte funktionieren tadellos

Wer nun enttäuscht ist, weil sie oder er gedacht hat, die perfekte Fundgrube für das ideale Weihnachtsgeschenk, Wohnzimmer-Schmuckstück oder Büro-Sideboard-Accessoire gefunden zu haben, kann aber trotzdem mehr oder minder beruhigt aufatmen. Zwar sind leider nicht alle Stücke käuflich zu erwerben, und bei anderen fehlt – trotz des Labels „For Sale“ – die Preisangabe, oft gepaart mit dem Hinweis, dass mehr Informationen zu dem Produkt in Kürze verfügbar sein werden. Aber wer nett fragt, wird vermutlich schon auch an sein Ziel gelangen.

„Im Moment gebe ich keine Preise an. Ich sehe diese Website in erster Linie als Informationsplattform“, so Mark Edelsberg, Gründer von Future Forms und eigenen Angaben zufolge bereits seit 25 Jahren „Sammler zufälliger Objekte“. Bei Kaufgesuchen, die per Kontaktformular an ihn herangetragen werden, sei er aber gerne bereit, den Preis und alle weiteren relevanten Details zum Objekt der Begierde zu offenbaren. Alle im aktuellen Bestand gelisteten Geräte funktionieren einwandfrei, wenngleich Edelsberg bei einigen die Notwendigkeit sieht, potenzielle Interessenten vor dem Kauf auf gewisse Details hinzuweisen. Und wer den Wunsch verspürt, nur eine kurze, unverfängliche Zeitreise zu unternehmen, kann alle von Future Forms angebotenen Online-Exponate auch auf Wochen-Basis mieten – allerdings könnten die Portogebühren aufgrund des “Firmensitzes” im US-amerikanischen Oakland die Rechnung negativ beeinflussen…

Bilder: Future Forms

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