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Futurecraft 3D: Adidas setzt beim Laufschuh der Zukunft auf 3D-Druck

Levin Thiel Writer

Modernes Schuhwerk ist heutzutage nicht mehr das, was es vor einigen Jahren noch war. Damals, so möchte man meinen, reichte ein neues Design und alle waren happy. Spätestens seit dem digitalen Siegeszug des Internet of Things (IoT) – das mit großen Schritten auch den Fashion-Bereich erobert – erhält auch unsere Fußbekleidung ein profundes Makeover. Erinnert sei an dieser Stelle beispielsweise an die Shift Sneakers, die durch ein Smart Surface zum Design-Wandler werden, oder die mit einem E-Ink-Display ausgestatteten Volvorii-Schuhe.

Auch Adidas hat die sich wandelnden Zeichen der Zeit erkannt und präsentiert eine Innovation, die zwar (noch) nicht IoT-kompatibel ist, sich aber eine andere moderne Technologie zunutze macht: den 3D-Druck. Für „Futurecraft 3D“ – eigenen Angaben zufolge „ein Prototyp und eine Absichtserklärung“ – hat der Sportartikelhersteller eine proprietäre 3D-Technologie entwickelt, die die Herstellung eines völlig neuartigen Schuhs ermöglichen soll. Im Video wird klar, was gemeint ist.

Karbon-Sohle schmeichelt Fuß – und Auge

Vielversprechend, aber noch Zukunftsmusik

Im Kern handelt es sich bei Futurecraft 3D um die Karbon-Zwischensohle eines Laufschuhs, die auf Basis der individuellen Ausformungen eines Fußes gedruckt wird. Der Vorteil für den Kunden liegt auf der Hand: Insbesondere Läufer sind darauf angewiesen, dass der Schuh wie eine zweite Haut sitzt. Bislang konnte aber meist nur eine Annäherung ans Optimum über dessen Größe und Form erfolgen.

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Nun soll also künftig noch eine weitere Möglichkeit hinzukommen: Die Vision des Unternehmens sieht vor, dass der Kunde in einem Adidas Store ein paar Minuten auf einem Laufband zubringt, dabei seine Füße bis aufs kleinste Detail genau vermessen werden, und er den Laden anschließend mit perfekt sitzenden Karbon-Läufern aus dem 3D-Drucker wieder verlässt. Und sehen lassen kann sich das Netzgitter-Struktur-Design ja durchaus auch. Wäre also was für Fuß und Auge.

Vorbei wären jedenfalls die Zeiten, in denen wir vom Verkäufer in einen Schieberegler manövriert werden, er oder sie im Lager ein Paar Treter auftreibt, das passen könnte, und anschließend womöglich noch die Daumen-sucht-Zehspitze-Methode zum Einsatz kommt. Klingt vielversprechend, bis dahin dürfte aber noch etwas Zeit vergehen. Wie viel genau, darüber schweigt sich das Unternehmen leider noch aus. Fest steht aber wohl, dass wir innerhalb der nächsten sechs Monate noch weitere Design-Innovationen erwarten dürfen. Bei Futurecraft handelt es sich nämlich um eine Initiative zum “kreativen Kollaborieren”, bei der Adidas Open Source-Partnerschaften eingeht, um neue Produkte zu kreieren. Im Falle von Futurecraft 3D ist es Materialise, ein Spezialist für 3D-Druck.

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Bilder: Adidas

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