Computerspiele

Gamer aufgepasst: MythBuster bastelt an VR-Schuh Vortrex

Nicolas Meudt Autor, Hemd & Hoodie

Mit seinem mit Rollen und Laufband bestückten Elektro-Schuhen “Vortrex” will Jamie Hyneman Gamern ein völlig neues Immersions-Level ermöglichen.  

Ob beim Gaming, in der Forschung oder Architektur: Die virtuelle Realität (VR) ist auf dem Vormarsch. Ein Problem, das bislang jedoch noch nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte, ist das der Fortbewegung. Wer in der realen Welt losrennt, um beispielsweise im Game vom Fleck zu kommen, riskiert im schlimmsten Fall eine schmerzhafte Begegnung mit Tisch oder Wand.

Zwar gibt es inzwischen einige Ansätze, etwa VR-Laufställe, die das Gehen, Rennen und Um-die-eigene-Achse-Drehen in der virtuellen Welt ermöglichen sollen. Allerdings sind diese „omnidirectional Treadmills“ derzeit noch extrem teuer und wohl auch nicht wirklich für den privaten Gebrauch gedacht.

VR-Schuh Vortrex steuert Avatar im Spiel

Der US-amerikanische Spezialeffekt-Experte Jamie Hyneman, der vor allem durch die Serie MythBusters – Die Wissensjäger bekannt geworden ist, möchte solche Vorrichtungen unnötig machen und Spielern mehr Freiheiten geben. Zu diesem Zweck entwickelte er den Vortrex: Der VR-Schuh soll Gamern ganz normale Laufbewegungen ermöglichen, ohne dass sie sich dabei tatsächlich von der Stelle bewegen.

An der Spitze der Schuhsohle hat der Vortrex ein Minilaufband, an der Ferse sitzen zwei Rollen. Gif: Electric Shoes

Damit dies gelingt, sind an der Spitze der Schuhsohle ein Minilaufband und an der Ferse zwei Rollen befestigt. Macht der Träger einen Schritt nach vorne, ziehen die motorisierten Rollen den Schuh in seine Ausgangsposition zurück. Infrarotsensoren an der Vorder- und Rückseite des Schuhs sorgen dafür, dass der Gamer im Trackingbereich bleibt und nicht gegen Hindernisse in seiner Umgebung stößt. Zudem sind die Schuhe mit Elektrokompassen ausgestattet. Diese erfassen, in welche Richtung sich der Träger der Vortrex bewegt und steuern die Avatare im Spiel in die gleiche Richtung.

Vortrex soll mit vielen Spielen kompatibel sein

Das Vortrex-System ist darauf ausgelegt, von Anfang an mit einer breiten Palette an Software kompatibel zu sein. Darüber hinaus gibt es spezielle Treiber und Softwareentwicklungskits, die Interessierten zur Verfügung gestellt werden sollen. Damit die mit den VR-Schuhen einhergehenden Möglichkeiten von Anfang an in die Ausgestaltung von Spielen mit einfließen können, arbeiten Hyneman und sein Team zudem eng mit zahlreichen Entwicklern zusammen.

Vortex soll mit mit einer großen Anzahl an Software kompatibel sein und zahlreiche Features beinhalten. – Bild: Electric Shoes – (Screenshot/Montage)

Die ursprüngliche Idee für den Vortrex geht übrigens bis auf die 1980er Jahre zurück. Damals befestigte Hyneman Bohrmotoren an der Rückseite seiner Rollerblades, um so eine Art Dauerlaufband in Schuhform zu erschaffen. Als 2010 der VR-Boom begann, tat er sich mit Edmond J. Dougherty zusammen – einem Ingenieur, der unter anderem die bei NFL-Spielen eingesetzte Skycam mitentwickelt hat -, um den Schuh für die virtuelle Realität weiterzuentwickeln.

Crowdfunding-Kampagne soll Prototypen finanzieren

Damit der Vortrex den Sprung vom Screen in die reale Welt schafft, haben Hyneman und sein Team eine Crowd-Funding-Kampagne ins Leben gerufen. Gelingt es ihnen, die anvisierten 50.000 US-Dollar (etwa 43.000 Euro) einzusammeln, wollen sie damit die siebte Generation des Vortrex designen und entwickeln. Dies sollte dann die letzte Vorstufe sein, bevor der Schuh – unterstützt von einem weiteren Crowd-Funding-Projekt – in Produktion gehen könnte.

Unterstützer der Vortrex-Kampagne können sich über ein eher ungewöhnliches Dankeschön freuen. Bild: Electric Shoes(Screenshot)

Allerdings: Selbst wenn die Schuhe es niemals so weit schaffen sollten, gehen die Unterstützer des Projekts nicht komplett leer aus. Für eine Spende von 25 US-Dollar gibt es – als kleines Dankeschön – beispielsweise eine Rolle Klebeband. Wer bereit ist, 500 US-Dollar zu investieren, bekommt ein „Hyneman Survival Kit”, das aus einer Aluminiumkiste samt Beil, Taschenlampe und zahlreichen anderen Überlebenswerkzeugen besteht. Für noch einmal 100 US-Dollar obendrauf unterzeichnet der MythBuster das nach ihm benannte Überlebenspaket sogar höchstpersönlich. Manch ein Fan könnte sich darüber vielleicht sogar mehr freuen als über die VR-Schuhe.

Cover-Foto: Electric Shoes – (Montage)

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