Bildungsbereich

Google for Jobs: Intelligente Arbeitsvermittlung 2.0

US-amerikanische Stellensuchende können seit heute eine neue Suchkategorie bei Google nutzen, um maßgeschneiderte Arbeitsangebote zu erhalten.

Mit unter vier Prozent liegt die Arbeitslosenrate in Deutschland aktuell so tief wie noch nie. Dennoch stellt die Suche nach dem passenden Job für viele Arbeitnehmer eine Herausforderung dar. Auch auf Unternehmensseite bleiben viele Stellenanzeigen unbeantwortet, weil sie potenzielle Bewerber nicht erreichen. Denn bisher liefern selbst Metasuchdienste noch Ausschreibungen nach dem Gießkannenprinzip. Um Firmen und Bewerber gezielter zusammenbringen, hat der Internetkonzern Google spezielle Suchfunktionen für Jobs entwickelt, die mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) funktionieren.

Über ein neues Google-Widget, das sich neben bereits bekannten Recherchekategorien wie „Bilder“ oder „News“ einreiht, können Amerikaner nun einfache Schlagwörter wie „jobs near me“ oder „retail jobs“ eingeben und so geeignete Stellenausschreibungen erhalten. Möglich wird dies unter anderem durch Googles Cloud Jobs-Dienst, in den Firmen kostenpflichtig Stellenanzeigen einstellen, um möglichst passgenaue Bewerbungen zu erhalten. Zudem werden Jobportale von Google jetzt extra durchforstet.

der suchprofi google

Mit „Google for Jobs“ besinnt sich der Internetkonzern auf seine Kernkompetenz. „Wir möchten das tun, was wir am besten können: suchen“, bestätigt Projektmanager Nick Zakrasek. Die Suchmaschine erkennt zunächst ein Stellenangebot, das vom Arbeitgeber mehrfach in verschiedenen Stellenbörsen eingestellt wurde, und listet es zur Vereinfachung einzeln. Dann wird die Anzeige durchsucht und kategorisiert – mithilfe smarter Algorithmen, die durch maschinelles Lernen ständig besser werden.

Google weitet seine Suchexpertise auf den Stellenmarkt aus.
Google weitet seine Suchexpertise auf den Stellenmarkt aus.

Die KI, die Google für seine neue innovative Jobsuche einsetzt, macht gelistete Stellenanzeigen zudem leserfreundlicher. Denn sie übersetzt Wirtschafts- und Branchenjargon automatisch in Alltagssprache, indem sie erläuternde Synonyme anbietet und Akronyme entschlüsselt. „BD“ etwa wird sogleich zu „Business Development“. Dies beugt missverständlichen Jobtiteln oder Stellenbeschreibungen vor, die Bewerber trotz grundsätzlicher Eignung nicht ansprechen.

Fachbegriffe und Branchenjargon werden vom Suchdienst automatisch übersetzt.
Fachbegriffe und Branchenjargon werden vom Suchdienst automatisch übersetzt. Gif: Youtube – Google Developers

Hinzu kommen viele weitere praktische Features. So lassen sich die Suchergebnisse durch Parameter wie „Industry“, „Location“ oder „Part Time“ verfeinern. Eine Benachtichtigungsfunktion (Alert) informiert Nutzer umgehend über ein neues interessantes Jobangebot, das ihren Kriterien entspricht. Wird es angeklickt, verlinkt Google direkt auf die Webseite mit den meisten Informationen zur Stellenausschreibung.

game changer für den stellenmarkt

Recherchen, die nichts mit der Stellensuche zu tun haben, bindet die Suchmaschine übrigens nicht ein. Dies ist bedeutsam, weil sich Google hauptsächlich über personalisierte Anzeigen finanziert, die User aufgrund vorheriger Suchvorgänge eingeblendet bekommen. Hobby-Angler müssen also nicht befürchten, von Google Fischereijobs angeboten zu bekommen, bringt es Zakrasek auf den Punkt.

Ein Alert benachrichtigt Nutzer umgehend über neue passende Jobangebote.
Ein Alert benachrichtigt Nutzer umgehend über neue passende Jobangebote. Gif: Youtube – Google Developers

Überdies will der neue Google-Dienst etablierten Jobportalen keine Konkurrenz machen, sondern Partner sein. Bei CareerBuilder kommt das an; Produktentwickler Scott Helmes hält es für eine aufregende Verbesserung, die eigene Expertise mit der von Google zu kombinieren. Conal Thompson, Technischer Leiter bei Monster, sieht „Google for jobs“ in jedem Fall als Game Changer, der den Wettbewerb verschärft: „Es wird Jobportalen Anpassungen abverlangen, besonders denen mit SEO.“

Cover-Foto: Youtube – Google Developers

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