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Hochgebirge Pamir: Fotosafari aufs Dach der Welt

Bei der Besteigung des zentralasiatischen Hochgebirges Pamir gelangen einem kasachischen Team dank Kamera- und Drohnenausrüstung fantastische Bilder.

Der Pamir ist eine Herausforderung – auch für erfahrene Bergsteiger. Das Plateau ist riesig, die Steigung ändert sich permanent, wie auch die Wetterverhältnisse in den verschiedenen Zonen. Und Reisende müssen sich während des Aufstiegs an diese Bedingungen anpassen. Die meisten Routen liegen auf einer Höhe von über 4.000 Metern, wo die dünne Luft nicht nur den Menschen, sondern auch der Ausrüstung zusetzt. Darum müssen die Teilnehmer einer Pamir-Expedition in ausgezeichneter körperlicher Verfassung sein und sind auf spezielle Ausrüstung und Kleidung angewiesen.

„Wir sind sehr viel herumgekommen, wir wussten also ziemlich genau, was auf uns zukommt und wie wir uns vorbereiten mussten. Aber diese Expedition war noch mal ein ganz anderes Level, daher war es schwer, alles genau zu planen“, sagt Konstantin Kikvidze, einer der Expeditionsteilnehmer. „Unser größtes Problem war, dass wir es bisher noch nie mit solchen Höhen zu tun hatten. In der Vorbereitungsphase mussten wir uns um die Fahrzeugausrüstung, Drohnen, Spezialkleidung und – der wichtigste Punkt – um unsere Fitness kümmern. Hoch oben in den Bergen bleibt kaum jemand von Sauerstoffmangel oder anderen Beschwerden verschont. Deswegen haben wir zwei Monate vor der Reise begonnen, in den Bergen zu trainieren, zu wandern und zu klettern, damit uns die Akklimatisierung leichter fällt.“

Mondlandschaften und Krater wie auf dem Mars

Die Planung der Route nahm beinahe genauso viel Zeit in Anspruch. Ziel der Expedition war nicht, körperliche Stärke unter Beweis zu stellen. Es ging dem Team vielmehr um die Möglichkeit, außergewöhnliche Bilder aufzunehmen. Für Fotografen und Filmemacher sind solche Orte wahre Schätze. Der Pamir bietet eine reiche und interessante Kultur, aufgeschlossene und besondere Menschen und beeindruckende Landschaften. Sich endlos erstreckendes Grün weicht den schneebedeckten Gipfeln einiger der höchsten Berge der Welt. Die Landschaft erinnert sogar an die Oberfläche des Mondes oder des Mars, denn die Berge sind grau und braun, eine Wüste aus Fels und Eis. Dies vermittelt den Eindruck, als wäre noch nie zuvor eine Menschenseele dort gewesen.

Der Pamir erinnert stellenweise an eine Mars-Landschaft.
Der Pamir erinnert stellenweise an eine Mars-Landschaft.

Der dritte und letzte wichtige Schritt der Vorbereitungen bestand darin, die richtige Ausrüstung und die erforderliche Sonderausrüstung, einschließlich der Fotoausrüstung, auszuwählen. Ironischerweise war moderne Technik das Wichtigste bei der Flucht vor der Zivilisation in die unberührte Wildnis. „Das Basislager nahe des Pik Lenin war nur zu Fuß erreichbar. Daher mussten wir die gesamte Ausrüstung für Aufnahmen, Speicherung und Bearbeitung auf dem Rücken schleppen. 12 bis 15 Kilometer bergauf zu laufen und dabei neben Schlafsack und Ausrüstung für das Lager eine Drohne, Kameras und verschiedenen Linsen zu tragen, ist kein Zuckerschlecken“, erklärt Kikvidze. „Wir haben versucht, unseren Akkuverbrauch so gering wie möglich zu halten, da es auf dem Berg keinen Strom gibt und Ersatzbatterien unser Gepäck nur unnötig schwerer gemacht hätten. Allerdings war das gar nicht so leicht: Die Landschaft hat sich ständig verändert, und aufgrund der unglaublichen Farben konnten wir die Kameras nie lange aus der Hand legen.“

Das Basislager war nur zu Fuß erreichbar.
Das Basislager war nur zu Fuß erreichbar.

 

Bei den Aufnahmen halfen Quadrokopter und 2in1-Geräte

Die Fotos und Videoaufnahmen, die bei solchen Expeditionen gemacht werden, sind in vielerlei Hinsicht einzigartig. Auch weil es schwierig ist, noch einmal zurückzukehren und einen Gebirgspass oder einen Gletscher erneut zu fotografieren, um einen bestimmten Moment ein zweites Mal einzufangen. Um große Mengen an Aufnahmen speichern und sichten zu können, verwendete das Fotosafari-Team bewährte 2in1-Geräte mit Intel-Core-Prozessoren. Ein flaches, konvertierbares Notebook nimmt nicht viel Platz in Anspruch, und die Akkulaufzeit beträgt einige Stunden. Das heißt, es konnte auch zur Einstellung der Fotoausrüstung und Steuerung der Quadrokopter-Drohne eingesetzt werden.

Viele Aufnahmen lassen sich nur schwer wiederholen. Viele Aufnahmen lassen sich nur schwer wiederholen.
Viele Aufnahmen lassen sich nur schwer wiederholen.

„Auch wir selbst mussten von Zeit zu Zeit ‘unsere Einstellungen neu anpassen‘ und ‚unsere Akkus aufladen‘“, so Expeditionsteilnehmerin Ekaterina Koshko. „So gut wie jeder von uns hat eine Tracking-App verwendet, um seine Vitalwerte beim Aufstieg und am Berg im Auge zu haben. Wenn unser Puls beim Aufstieg zu hoch war, haben wir angehalten, um Fotos zu machen und durchzuatmen.“ Aufgrund der extremen Wetterverhältnisse mussten die Gruppe von Zeit zu Zeit Unterschlupf suchen. „Wegen der Höhenlage sowie des niedrigen Drucks und der dünnen Luft reagierte der Quadrokopter nicht mehr, und einmal haben wir sogar vollkommen die Kontrolle über ihn verloren. Glücklicherweise landete er nur ein paar Meter entfernt und nicht gleich einen Kilometer. So konnten wir ihn schnell finden.“

Die Natur des Pamir bietet Fotografen viele Möglichkeiten.
Die Natur des Pamir bietet Fotografen viele Möglichkeiten.

 

Die Kultur der Menschen auf dem Pamir ist einzigartig

Trotz aller Widrigkeiten wurde der Eindruck, den das Team vom Pamir und den dort lebenden Menschen gewann, nicht getrübt. Zwar ist es möglich, die Landschaften auch in einem Fotoalbum oder auf einem Computerbildschirm zu betrachten. Doch nur jemand, der selbst live vor Ort ist, kann die einzigartige Kultur der ansässigen Menschen erleben, etwas über ihren Alltag und ihre Traditionen erfahren und die Gastfreundschaft der Bergbewohner kennenlernen.

Die Menschen auf dem Pamir leben fern der modernen Zivilisation.
Die Menschen auf dem Pamir leben fern der modernen Zivilisation.

„Die auf dem Pamir lebenden Menschen sind sehr freundlich und offen und immer bereit, Reisenden zu helfen. Sie sind vollkommen unberührt von den Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation. Ihr Alltag hat sich seit den Zeiten der Sowjetunion kaum verändert. Ihr Leben ist hart“, kommentieren die Expeditionsmitglieder ihre Eindrücke. „Auf augenscheinlich verwaisten Straßen trifft man oft auf alleinstehende Häuser und Kinder, die auf einmal Englisch mit dir sprechen. Wahrscheinlich wegen der vielen Reisenden, die dort vorbeikommen.“

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Die Fotografen wollen die Betrachter ihrer Bilder anregen, selbst auf Entdeckungstour zu gehen.

Kikvidze meint: „Wir waren selbst überrascht, dass uns unsere Technik nicht von der Natur distanzierte, sondern vielmehr eine Brücke zwischen der Natur und der Zivilisation schlug. Es war nur dieser modernen Technik zu verdanken, dass wir die Schönheit und Atmosphäre des Pamir auf eine vollkommen neue Art und Weise einfangen konnten. Wir hoffen, dass unser Projekt Menschen dazu inspiriert, sich zu neuen Höhen aufzuschwingen. Sei es wortwörtlich oder nur im übertragenden Sinn.“

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