Freund und Helfer: Drohnen unterstützen Feuerwehr bei Einsätzen

by Ken Kaplan
Writer

Im kalifornischen Silicon Valley setzt die Feuerwehr auf Drohnen zur Inspektion von Brandherden, künftig sollen weiter Einsatzgebiete hinzukommen.

Ein Feuerwehrauto rast mit quietschenden Reifen und heulenden Sirenen zu einem Einsatz. Noch auf dem Weg dorthin gibt der Einsatzleiter den Befehl, eine in der Nähe des Brandherds stationierte Drohne zu starten. Sobald diese oberhalb des Infernos positioniert wurde, liefert sie anschauliche Bilder und 3D-Wärmekarten. Diesen können die Verantwortlichen wichtige Informationen zur Brandquelle, gefährlichen Materialien und riskanten Situationen vor Ort entnehmen. So können sie das Feuer schneller und mit weitaus geringerem Risiko in den Griff bekommen.

Was hierzulande vielleicht noch nach ferner Zukunftsmusik klingen mag, ist im nördlichen Silicon Valley in Kalifornien bereits Realität – zumindest teilweise. Mit Kameras ausgestattete Drohnen haben hier beispielsweise schon bei der Aufklärung der Situation bei einem Grasbrand in East Palo Alto, einem Waldbrand im Yosemite National Park sowie bei einer drohenden Überflutung eines Highways wichtige Dienste geleistet. „Drohnen können uns helfen, unsere Arbeit intelligenter, schneller und effizienter zu machen“, sagte Chris Dennebaum, Captain und Programmkoordinator für Unmanned Aerial Vehicles (UAV) beim Menlo Park Fire District.

Feuerwehr testet Intel Falcon 8+ System

Geht es nach ihm und seinem Team, könnten schon bald im gesamten Distrikt an verschiedenen Orten unbemannte Luftfahrzeuge in einer Art Nest stationiert werden. Kommt es zu einem Vorfall in der Umgebung, wären sie innerhalb kürzester Zeit am Ort des Geschehens. „Unsere Vision ist eine Zukunft, in der wir einen Anruf bekommen (…), woraufhin sich das Nest öffnet und die Drohne – ohne menschliches Eingreifen – automatisch startet und zu einem GPS-Ort fliegt, wo sie uns Echtzeit-Daten über den Vorfall liefert“, so Dennebaum. Dem Feuerwehrmann zufolge könnten Drohnen in Zukunft sogar aktiv ins Geschehen eingreifen und beispielsweise dazu genutzt werden in Notfallsituationen Defibrillatoren, Rettungswesten oder Medikamente zu transportieren.

Seit Sommer testet das Menlo Park UAV Team eine neue, für kommerzielle Zwecke entwickelte Drohne mit acht Motoren und Propellern. Die redundanten Komponenten des Intel Falcon 8+ Systems sorgen für einen reibungslosen und sicheren Betrieb, selbst wenn ein oder sogar zwei Motoren ausfallen. „Diese Drohne ist für alle Situationen geeignet, die Robustheit, Stabilität und einen sicheren Betrieb erfordern“, sagt Ketan Bhat, Leiter von Intels Drohnenprogramm. Für Überwachungs- und Vermessungsprojekte kann sie mit einer 36-Megapixel-Kamera und für Inspektionen mit einer Infrarotkamera ausgestattet werden.

Drohnen sorgen für mehr Sicherheit

Bhat zufolge kann die Falcon 8+ selbst bei hoher Windgeschwindigkeit, starkem Staubaufkommen und sehr hohen oder niedrigen Temperaturen fliegen. Auch die Nähe von Mobilfunkmasten oder Stromleitungen kann ihr nichts anhaben, da der Kompass und andere eingebaute Sensoren durch magnetische oder Funkfrequenzstörungen nicht beeinflusst werden. „Wetterbeständigkeit ist wichtig“, sagt Dennebaum. „Und die Falcon 8+ hat eine robuste Datenverbindung, was für die Übertragung von Bildern und Videos wichtig ist. Bei anderen Drohnen gab es viele Probleme mit verlorenen Funkdaten oder Videostreams in geringer Qualität“.

Feuerwehrmann steuert Drohne
Ein Feuerwehrmann steuert eine Drohne bei einem Feldtest.

Geht es nach Dennebaum, sollen die von den unbemannten Luftfahrzeugen im Einsatz gesammelten Daten schon bald in Echtzeit mit bereits vorhandenen Informationen kombinierbar sein, etwa Landkarten, den Grundrissen von Gebäuden und anderen Quellen wie den Telemetriedaten von Ausrüstungsgegenständen. So könnten Einsatzleiter beispielsweise jederzeit sehen, wo sich die Mitglieder ihres Teams gerade befinden, wieviel Sauerstoff sie noch zur Verfügung haben, wie es um ihre Körpertemperatur bestellt ist und wann sie zu ihrem eigenen Schutz aus einer Gefahrenzone abgezogen und ausgetauscht werden müssen. „Diese Art von Innovation würde die Spielregeln für Feuerwehren neu definieren“, sagt der Feuerwehrmann. „Drohnen mit Wärmebildkameras, die gewissermaßen Wache halten, würden uns Menschen einen neuen Grad an Sicherheit verschaffen.“

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