Technische Innovation

In nur 100 Tagen: Tesla baut größten Akku der Welt

Nicolas Meudt Autor, Hemd & Hoodie

Elon Musk liefert mit dem weltweit größten Akku Strom für 30.000 Haushalte – und hat damit mal eben eine Wette um 160 Millionen US-Dollar gewonnen. 

Die einen feiern ihn als Genie und Pionier einer vernetzten und besseren Welt. Für andere ist der Gründer namhafter Unternehmen wie PayPal, Tesla und SpaceX vor allem ein Sprücheklopfer. Doch egal, was seine Kritiker angesichts aktueller Lieferengpässe bei seinen Elektroautos oder der Idee, den Mars zu besiedeln, auch sagen mögen: Diesmal hat Elon Musk Wort gehalten – und damit eine Wette um 160 Millionen US-Dollar gewonnen.

Denn vor einigen Monaten hatte er mit dem australischen Milliardär Mike Cannon-Brookes via Twitter vereinbart, dass er innerhalb von 100 Tagen nach Vertragsunterzeichnung den weltgrößten Akku bauen würde. Sollte es ihm nicht gelingen, die Lithium-Ionen-Batterie innerhalb der vereinbarten Zeit zu installieren und an einen dafür vorgesehenen Windpark anzuschließen, würde er die gesamten durch das Projekt anfallenden Kosten selbst übernehmen. Die Frist begann am 29. September.

Strom für 30.000 Haushalte

Und tatsächlich: Obwohl die vereinbarte Zeit noch lange nicht abgelaufen ist, steht die gigantische Energiekonserve auf Basis von Lithium-Ionen nun bereit. Geballte Energie, Block an Block – ein kleines Stück nördlich des Städtchens Jamestown, Australien. Der Speicher besteht aus Hunderten von Powerpacks, Akku-Modulen mit einer Speicherkapazität von je 210 Kilowattstunden. Insgesamt verfügen sie über eine Kapazität von 100 Megawatt und sollen in der Lage sein, 30.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Gegenüber dem Finanzsender CNBC teilten Verantwortliche des Bundesstaates South Australia gestern mit, die Tesla-Batterien seien komplett installiert und an die Windkraftanlagen der „Hornsdale Wind Farm“ angeschlossen.

Auf Twitter vereinbarten die beiden Milliardäre Mike Cannon-Brookes und Elon Musk den zeitlichen Rahmen, in dem der größte Akku der Welt gebaut werden sollte. Bild: Twitter – @mcannonbrookes & @elonmusk – (Screenshots)

Auslöser für die Wette war ursprünglich Musks Cousin Lyndon Rive, der gleichzeitig auch verantwortlich für die Entwicklung der Akkus bei Tesla ist. Dieser hatte das Zeitfenster von 100 Tagen als machbar ins Spiel gebracht, als der Bundesstaat Südaustralien nach einem Unternehmen suchte, das möglichst schnell einen großen Speicherpark bauen konnte.

Tesla zuvor schon bei ähnlichen Projekten erfolgreich

Der Grund für die gebotene Eile waren diverse Stromausfälle im vergangenen Sommer. Diese waren meist auf den massiven Einsatz von Klimaanlagen während der heißen Jahreszeit zurückzuführen und hatten zu einer nationalen Debatte über die Energiesicherheit im Land geführt. Der gigantische Tesla-Akku ist Teil eines 550-Millionen-US-Dollar-Projekts, das die Energieversorgung im Süden Australiens sicherstellen soll.

Komplett aus der Luft gegriffen war die von Rive in den Raum gestellte Frist von 100 Tagen übrigens nicht. Denn ähnliche Speicher wie in South Australia hatte Tesla zuvor unter anderem auf Hawaii und in Kalifornien gebaut. Im Westküstenstaat hatten die Autobauer aus dem Silicon Valley Anfang des Jahres eine 80-Megawatt-Anlage innerhalb von 90 Tagen installiert und zum Laufen gebracht.

Cover-Foto: Tesla(Montage)

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