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Inrix Road Weather: Mit Connected Cars und Big Data zu mehr Verkehrssicherheit

Levin Thiel Writer

Jetzt beginnt sie langsam wieder, die nass-kalte Herbstzeit. Insbesondere Autofahrer dürften die Kapriolen nicht vermisst haben, die das Wetter in der dritten Jahreszeit erfahrungsgemäß schlägt. Herabgefallene Blätter auf der Straße, schlechte Sichtverhältnisse durch Regen und Nebel oder auch mal gefrierende Nässe: Die Unfallgefahr steigt.

Laut einer Intel-Studie zum Internet of Things werden weltweit 93 Prozent aller Verkehrsunfälle durch menschliche Fehler verursacht. Davon lassen sich in Deutschland 10,3 Prozent auf widrige Wetter- und Umgebungsbedingungen zurückführen. Mit seinem neuen Crowdsourcing-System „Road Weather“ möchte das US-Unternehmen Inrix nun einen besonders effektiven digitalen Schutzengel für solche potenziellen Risiko-Fahrten anbieten.

Connected Cars, Big Data und Wetterdienstinformationen

Daten werden inklusive GPS an Inrix-Server übertragen

Die Lösung sieht der internationale Anbieter von Verkehrs- und Reiseinformationen, der bereits zahlreiche Navigations-Apps, Verkehrspläne und -radare anbietet, in der Verbindung von drei Elementen: Connected Cars, Big Data und Wetterdienstinformationen. Letztere bezieht das Unternehmen von der Global Weather Corporation (GWC) – einem der weltweit profiliertesten Servicedienstleister für Wetterdaten. In einer Studie, deren Ergebnisse erst vor wenigen Tagen veröffentlicht wurden, ist GWC als der Lieferant mit den exaktesten Temperaturvorhersagen für  USA, Europa und Asien im Jahre 2014 ausgezeichnet worden.

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Das System funktioniert nun wie folgt: Wenn der Fahrer eines vernetzten Fahrzeugs eine Straße befährt, auf der beispielsweise Glatteis herrscht, dann senden die Sensoren an den Reifen diese Daten an das interne Control Center des Autos. Von diesem erhält der Fahrer dann einen Warnhinweis. Der Clou ist nun aber, dass dieses Daten inklusive GPS-Standortbestimmung auch an einen Server von Inrix übertragen werden, wo sie mit denen von sich in der Nähe befindenden Autos abgeglichen werden. Dabei wird auch berücksichtigt, ob bei ihnen die Scheibenwischer in Betrieb sind, die Nebelschluss eingeschaltet wurde, die Traktionskontrolle aktiv ist oder andere Indikatoren Rückschlüsse auf die Witterungs- und Straßenverhältnisse zulassen. Zudem erfolgt eine Analyse der von GWC zur Verfügung gestellten Wetterdaten für das Gebiet.

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Mit Hilfe von Big Data werden dann alle Informationen ausgewertet und direkt an die Automobilhersteller geschickt, die diese dann an die Systeme ihrer vernetzten Fahrzeuge pushen. Die Fahrer erhalten dann sehr exakte Daten darüber, an welcher Stelle etwa mit Straßenglätte zu rechnen ist. Da diese Informationen von Inrix in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden, sollen sie dabei helfen, Unfälle zu vermeiden und Leben zu schützen.

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Verkehrsinformationen für Millionen Straßenkilometer

Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur ist Megatrend

Dem Bereich Echtzeitverkehrsinformationen wird für die kommenden Jahre ein zweistelliges Wachstum prognostiziert. Dieses Potenzial hat auch der Automobilkonzern Porsche erkannt und im Dezember des vergangenen Jahres für rund 55 Millionen US-Dollar knapp zehn Prozent der Anteile an Inrix erworben. Philipp von Hagen, Vorstand Beteiligungsmanagement der Porsche SE, begründete die Investition so: „Die Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur ist ein wichtiger Megatrend in der Automobilbranche. Dementsprechend wächst der Bedarf an verkehrsbezogenen Informationen und datenbasierten Problemlösungen rasch.“

Und Inrix gehört zu den Vorreitern in diesem Sektor. Aktuell liefert das Unternehmen Echtzeitverkehrsinformationen für weltweit rund 6,4 Millionen Straßenkilometer in 40 Ländern aus. Das erfolgt über eine Technologieplattform, die kontinuierlich Daten in Echtzeit aus einem Netzwerk analysiert, zu dem über 175 Millionen Einzelquellen wie Fahrzeuge und Mobilfunkgeräte gehören. Es wird spannend sein zu sehen, ob sich dieses System hierzulande durchsetzt und wann. Denn die Daten der vernetzten Fahrzeuge werden zwar anonymisiert übertragen, ob das hierzulande aber ausreicht, darf zumindest angezweifelt werden.

Bild 1: Youtube – Inrix
Bild 2 & 3: Inrix

Gif: Giphy

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