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Dramatisches Insektensterben: So alarmierend sind die Zahlen in Deutschland

Insektensterben hat die Biomasse von Bienen, Ameisen und Co. in Deutschland in 27 Jahren um 76 Prozent reduziert.

Wespen, die ständig ums Essen schwirren, Armadas von kleinen schwarzen Fliegen auf der Windschutzscheibe oder bluthungrige Moskitos, die uns nachts den Schlaf rauben: Besonders im Sommer scheint die Luft voll von fliegendem und stechendem Getier zu sein. Doch eine neue Studie zeichnet jetzt ein anderes Bild. Die Zahl der Insekten ist in den vergangenen Jahrzehnten um dramatische 76 Prozent zurückgegangen. Laut den Forschern kann ein Insektensterben dieses Ausmaßes auch drastische Auswirkungen für uns Menschen haben.

Über 27 Jahre hinweg haben Forscher deutscher, holländischer und britischer Universitäten die Insektenpopulation in 63 Naturschutzgebieten in Deutschland untersucht. Von 1989 bis 2016 stellten sie Malaise-Fallen – zeltähnliche Insektenfallen – auf und untersuchten regelmäßig die ins Netz gegangenen Tiere. Dabei verteilten sie die Netze bewusst an Orten mit unterschiedlichen Eigenschaften – von nährstoffarmen Heidelandschaften bis zu nährstoffreichem Grasland.

Ursache für Insektensterben bislang ungeklärt

Neben ökologischen Faktoren wie der Vegetation, die die Insektenpopulation beeinflussen könnten, berücksichtigten die Wissenschaftler auch Daten umliegender Wetterstationen wie Temperatur, Niederschlag und Windgeschwindigkeit. Zudem untersuchten sie Pflanzenvielfalt, Lichtverhältnisse, Stickstoffkonzentration und Feuchtigkeit rund um die Messstationen. Doch keiner dieser erfassten Faktoren konnte die massive Abnahme der Population erklären. Im Gegenteil: unter anderem durch die leicht steigenden Temperaturen hätten sie sogar zunehmen sollen.

Den Forschern zufolge sei es daher wahrscheinlich, dass der Rückgang auf ein Zusammenspiel vieler Ursachen zurückzuführen ist. Dazu gehörten auch die Intensivierung der Landwirtschaft durch Monokulturen oder der Einsatz von Pestiziden. Da Belege dafür allerdings noch fehlen, mahnen die Autoren dringend dazu, die Gründe für diesen Rückgang sowie die Folgen für unser gesamtes Ökosystem genauer zu untersuchen.

 

Für Intel kommen die Ergebnisse der aktuellen Studie und die durch ein weitverbreitetes Insektensterben drohenden Konsequenzen nicht komplett überraschend. Unter anderem half das Unternehmen im Rahmen eines Forschungsprojekts bereits vor zwei Jahren, den massiven Rückgang von Bienenpopulationen zu untersuchen. Die hier gewonnene Erkenntnisse helfen dabei, die Ursachen für das ökologische Armageddon zu verstehen und ihnen entgegenwirken zu können.

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