Gesichtserkennung

RealSense: In China wird Geschichte dank Technik lebendig

Eine Event-Reihe präsentiert Chinas Geschichte in Form von Animationsfilmen. Dank RealSense Technik können die Besucher selbst Teil der Ereignisse werden. 

Während des Chu-Han-Krieges im Jahr 206 v. Chr. setzen sich Bauerntruppen mit reich verzierten Schwertern ihren Gegnern zur Wehr. Im Zeitalter der florierenden Tang-Dynastie feiert ein Kaiser Feste inmitten von blühenden Pfingstrosen, und Mönche bereisen die berühmte Seidenstraße. Mit animierten Filmen über historische Ereignisse sowie moderner RealSense Technik tourt die Veranstaltung „History Comes Alive“ durch verschiedene chinesische Städte.

Der Start des aufwändig produzierten Events fand Anfang Dezember in der Provinzhauptstadt Xi’an statt, wo die Bilder auf riesige Ziegelmauern projiziert wurden. Seither können Menschen in vielen weiteren Städten die alte Geschichte auf gänzlich neue Art erleben. Denn dank 3D-Scantechnik per Intel® RealSense™ Kamera haben Besucher die Möglichkeit, ihr eigenes Gesicht in die Filme integrieren zu lassen und so selbst Teil der Geschichte zu werden.

Zeitreise dank Intel RealSense

Diese bislang einzigartige Verbindung aus Kunst, Geschichte und Technik lässt die historische Vergangenheit für Generationen von Menschen in ganz China wieder lebendig werden. Die Besucher der Veranstaltungen können sich einfach vor einen Automaten stellen, in dem Intel RealSense Kameras eingebaut sind. Diese erstellen aus dem Gesicht des Betrachters ein 3D-Bild, das sich nahtlos über das Gesicht der Charaktere der animierten Filme legen lässt.

Intel RealSense scannt das Gesicht mit zwei Kameras.
Intel RealSense scannt das Gesicht mit zwei Kameras.

Jeder, der sein Gesicht an einem der Veranstaltungsorte scannen lässt, kann die Videos auf sein Smartphone herunterladen und mit seinen Freunden teilen. Wer das erste Event in Xi‘an versäumt hat, kann den Live-Feed über Youku – Chinas Version von YouTube – anschauen. Rund 60.000 Personen erlebten dort, wie die Wände von Xi‘an zum Leben erwachten.

Geschichte hautnah erleben

„Wir haben eine lange, äußerst reiche Vergangenheit“, erzählt Paul Lu von Intel China. „Doch junge Menschen sind leider immer weniger damit vertraut.“ Um Chinas schillernde, bereits 5.000 Jahre umfassende Geschichte in Form moderner Animationen darzustellen, tat sich Intel mit der Kreativagentur J. Walter Thompson (JWT) in Peking und MediaMonks, einer in Holland ansässigen Agentur für Digitalproduktionen, zusammen.

Laut Paul Lu ist die chinesische Jugend sozial gesinnt und technikaffin. Daher wollte das Team ein unterhaltendes Erlebnis kreieren, das alle Sinne anspricht. Darin sollte nicht nur das Interesse der Besucher an der Geschichte geweckt werden, sondern ihnen auch die Gelegenheit gegeben werden, selbst daran teilzunehmen. „Jeder kann zum Helden oder auch zum Bösewicht werden“, erklärt Pierre Nelwan, Animation Director bei MediaMonks.

„Wir wünschen uns Reaktionen, die von den Augen bis zu den Herzen der Menschen reichen“, sagt Polly Chu, Chief Creative Officer von JWT. Sie betont, dass auch das emotionale Erlebnis bei der Konzeption im Fokus stand. „Wir wollten zeigen, dass Geschichte nicht einfach weit zurückliegt, sondern dass wir diese auch in der Gegenwart bestimmen: Wir sind die Geschichte.“

3D-Animationen mit Intel RealSense

Um diese Vision zu realisieren, scheuten die Beteiligten keine Mühen. „Eine Veranstaltung wie diese in einem solchen Ausmaß zu organisieren, bedeutet einen unglaublichen Aufwand“, betont Nelwan. Paul Lu zufolge verbrachten Teams aus den USA und China mehrere Monate mit der Entwicklung der Gesichtsscan-Software, die in der Lage sein sollte, die gescannten Gesichter nahtlos in die animierten Charaktere einzubetten.

Das Ergebnis ist dementsprechend erstaunlich. „Die gescannte Person kann sich selbst in einer kompletten 360-Grad-Ansicht in der Animation betrachten“, so Lu. „Aber es ist nicht einfach nur eine Animation, sondern eine Projektion der eigenen Bewegungen.“

Die Gesichter werden nahtlos in die animierten Charaktere eingebettet.
Die Gesichter werden mit Intel RealSense nahtlos in die animierten Charaktere eingebettet.

„Die Intel RealSense Technik ist dadurch einzigartig, dass sie auch die Augenbewegungen eines Menschen aufzeichnet“, erklärt Zhenyu Tang, Director von RealSense China. Die ausgeklügelte Technik erkennt die Tiefendimension und ermöglicht dadurch etwa auch die Gestensteuerung und andere Funktionen auf PCs, Notebooks und Tablets. „Sie funktioniert mittels zweier Kameras, sodass die 3D-Informationen präzise in eine andere 3D-Welt übertragen werden können.“

Das Unmögliche möglich machen

Für die Veranstaltungsreihe überwand das Team nicht nur die technischen Herausforderungen, die es in Bezug auf die Integration echter Gesichter in animierte 3D-Filme zu bewältigen galt. Daneben mussten auch gewaltige bürokratische und logistische Aufgaben gemeistert werden. „Um ein großes Event wie dieses in China abhalten zu können, mussten wir zunächst eine Menge Beziehungen aufbauen und pflegen“, beschreibt Lu den außergewöhnlichen Aufwand.

Gif: Youtube – Intel

Die Projektteams arbeiteten mit Historikern und Sozialwissenschaftlern zusammen, um sicherzustellen, dass jedes im Film dargestellte Detail die Geschichte präzise widerspiegelt. Alles – von der Kleidung und Frisur bis hin zu den Waffen und baulichen Details der Paläste – wurde genau analysiert, erklärt Polly Chu. „Wir hatten eine Menge Hausaufgaben zu erledigen, da wir sicherstellen wollten, dass alles der Realität entspricht.“

Seit April findet die „History Comes Alive“-Veranstaltung noch bis Ende des Jahres in Städten wie Peking, Nanjing, Hangzhou, Chengdu, Dali und Guangzhou sowie an Universitäten und Einkaufszentren im ganzen Land statt. An jedem Ort werden Ereignisse gezeigt, die einen Bezug zu der jeweiligen Stadt oder Region haben, in der sie gezeigt werden. So erhalten viele Bewohner Chinas die Gelegenheit, die Geschichte ihres Wohnortes auf eine persönliche und für ihren Alltag relevante Art und Weise zu erleben.

 

Hinweis des Redakteurs: In der Artikelserie Experience Amazing beschäftigt sich iQ mit den faszinierenden und nahezu unglaublichen Möglichkeiten, die Computertechnik eröffnet. Wir schauen uns an, wie Computertechnik neue Möglichkeiten und Entdeckungen im Bereich der Wissenschaft, der Maker-Bewegung, der Modebranche sowie der Sport- und Unterhaltungsbranche voranbringt. Wenn Sie mehr über die Techniktrends hinter diesen Storys erfahren möchten, besuchen Sie „Experience Amazing“.

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