Lifestyle

Kasita: Winzige Smart Homes gegen die Wohnungsnot

Hans-Martin Durst Autor, Hemd & Hoodie

Mit smarter Technik und geringen Abmessungen soll das Minihaus Kasita auch Menschen mit kleinem Einkommen komfortables Wohnen ermöglichen.

Weil bezahlbarer Wohnraum besonders in Ballungsgebieten rar ist, sind unkonventionelle und minimalistische Lösungen gefragt. Jeff Wilson beispielsweise lebte als Dekan einer texanischen Universität ein Jahr lang in einem umgebauten Müllcontainer auf dem Campus. „Dieses Experiment war zwar extrem, doch hat mich die Erfahrung des schlichten Wohnens auf kleinem Raum geprägt“, erklärt Wilson. Daher gründete er 2015 das Start-up Kasita, dessen gleichnamige Minihäuser sich in Hinterhöfen, auf Flachdächern oder anderen Freiflächen aufstellen lassen.

Für rund 129.000 Euro erhalten Kunden eine mit Aluminiumgemisch-Platten verkleidete Stahlkonstruktion, die auf 33 voll möblierten Quadratmetern alles Nötige bietet. Dazu gehören ein mit Wintergarten ausgestattetes Wohnzimmer, das sich zum Schlafzimmer umrüsten lässt, eine offene Küche und ein Badezimmer mit Dusche. Helle Farben und drei Meter hohe Wände mit rund ums Gebäude laufenden schmalen Fenstern sorgen für einen lichtdurchfluteten Wohnraum. Gegen neugierige oder neidische Blicke ins Innere von Kasita helfen Scheiben, die sich automatisch oder per App-Steuerung verdunkeln.

Smarte Technik macht Kasita komfortabel

Auch die weitere technische Ausstattung ist darauf ausgelegt, den Alltag des Bewohners so komfortabel wie möglich zu machen. So lassen sich Beleuchtung, Lautsprechersystem, Deckenventilator und Thermostat mittels Tablet oder Smartphone steuern und programmieren. Eine mit der Türklingel verbundene Kamera überträgt ein Bild des Besuchers direkt aufs Mobilgerät. Zudem verfügt Kasita über ein Amazon Echo Dot, um die Geräte auch per Sprachsteuerung bedienen zu können. „Daher bezeichne ich es als Milliardär-Smart-Home für Menschen mit geringerem Budget“, sagt Wilson mit Verweis auf den Computer-Butler Jarvis von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Mit hellem Design und Stapelbarkeit soll Kasita den Wohnungsmarkt erobern.
Mit hellem Design und Stapelbarkeit soll Kasita den Wohnungsmarkt erobern. Gif: Kasita (Montage)

Dabei will Kasita denjenigen zu Eigentum verhelfen, die sich aufgrund gestiegener Immobilienpreise und geringen Einkommens eigentlich kein Haus leisten könnten. Zur Zielgruppe des Unternehmens gehören laut Eigenaussage mobile Singles, die schrumpfende Mittelschicht, Rentner und die urbane Generation Y. Damit Letztere die schwindenden Freiflächen in den Städten besser ausnutzen kann, hat das Unternehmen bereits eine Weiterentwicklung seiner Minihäuser geplant. In Zukunft sollen sie sich mithilfe eines riesigen Gestells stapeln lassen, um auch den Platz in der Vertikalen zu nutzen.

Cover-Foto: Facebook – Kasita

Artikel empfehlen

Zugehörige Themen

Lifestyle

Als Nächstes lesen

Read Full Story