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Kawehi nutzt Computertechnik für ihr Eine-Frau-Orchester

Wir befinden uns in Los Angeles genau in jenem Aufnahmestudio, in dem einst Frank Sinatra Hits wie “My Way” oder “New York, New York” und die Beach Boys “Good Vibrations” und “California Girls” aufnahmen. Hier hat jetzt die auf Hawaii geborene Kawehi, die in engen Jeans und einem weißen T-Shirt hereinspaziert, ihren Auftritt als One-Woman-Band. Sie will ihr musikalisches Mashup von Beethovens 5. Sinfonie und Intels „Bong“ aufzeichnen – zwei Kompositionen, die wohl weltweit zu den Stücken mit dem größtem Wiedererkennungswert zählen. Doch Kawehi nimmt das Lied nicht nur für einen Intel-Werbespot auf, sondern zeigt zugleich der Welt, wie sie mit Computertechnik fantastische Musikkreationen produziert.

„Am Anfang meiner Karriere spielte ich in einer Bar vor sechs Personen, die wahrscheinlich nur dort waren, um sich ein Football-Spiel anzuschauen und ein paar Drinks zu nehmen. Heute spiele ich in Europa in ausverkauften Locations“, sagt die 33-Jährige. Als sich ihre Cover-Version von Nirvanas Heart-Shaped Box 2014 zu einem YouTube-Hit entwickelte, war Kawehis Musik innerhalb kurzer Zeit von Florida bis Frankfurt zu hören. „Diese Entwicklung war unglaublich.“ Als Solokünstlerin schreibt sie nicht nur ihre eigene Musik, sondern macht auch die Arrangements und Aufnahmen selbst. Die Videos auf ihrer Vimeo-Seite I am Kawehi zeigen, wie sie ein wahres Feuerwerk an fantastischer Musik kreiert – oft nur mit einem Mikrofon, einem Notebook und ihrer eigenen Stimme.

Kawehi ist ihre eigene Band

Intel Core Prozessor als wichtigstes Instrument

„Da ich keine Band habe, muss ich mir meine musikalische Begleitung selbst erschaffen“, erklärt sie. „Ich beginne zum Beispiel mit Beatboxing und füge einige Basstöne hinzu. Eventuell auch Keyboards und eine Gitarre.“ Indem Kawehi verschiedene Tonabfolgen aufnimmt und in Echtzeit zusammenfügt, kann sie den satten Klang einer aus mehreren Personen bestehenden Band nachahmen. Auch bei ihrem Aufnahmetermin in den legendären Eastwest Studios in Hollywood wirkt es aufgrund ihrer Ausrüstung so, als ob mehrere Personen an ihrer Musik beteiligt wären.

Die Studiowände sind mit Kreidetafeln voller Graffiti übersät und scheinen die Musik der vielen berühmten Künstler vor sich hinzusummen. Das Studio ist mit einem Sofa mit Kuhfelldecke, riesigen Spiegeln und Kronleuchtern ausgestattet. Das Licht ist so stark gedimmt, dass selbst die coolsten Rockstars ihre Sonnenbrillen abnehmen müssten. „Kawehi ist ein Ein-Frau-Orchester“, meint Paul Tapp, Director of Technology bei Intel Marketing. „Da sie normalerweise acht Tonspuren übereinanderlegt und Effekte wie Hall, Verzögerungen oder Verzerrungen in Echtzeit hinzufügt, muss der beteiligte Prozessor ziemlich hart arbeiten“, sagt er und bezieht sich damit auf die CPU von Kawehis Macbook. Daher sei der Intel Core Prozessor der fünften Generation wahrscheinlich wichtiger für ihre Musik als jedes Instrument.

Von Los Angeles nach Kansas

Kawehi kreiert Songs und ihr Mann die passenden Videos

Mit zwanzig zog Kawehi von Hawaii nach Los Angeles, um mit diesem Ortswechsel ihren Wunsch nach einem Rockstar-Dasein in die Tat umzusetzen. Sie lernte ihren heutigen Ehemann und Musikpartner Paul Wight kennen. Zusammen kamen die beiden zunächst mehr schlecht als recht über die Runden, bis sie eines Tages feststellten, dass sich etwas ändern musste. „Jeder, der Musiker werden will, zieht nach L.A.. Aber es ist echt hart“, sagt Kawehi. „Die Region ist teuer und Künstler sind kaum in der Lage, kreativ etwas zuwege zu bringen, da sie allein um die Miete bezahlen zu können schon unheimlich schwer arbeiten müssen.“

Eines Tages kam ihr Mann nach Hause und zeigte ihr Fotos von einem etwa 465 Quadratmeter großen Gebäude, in dem sich zufälligerweise unterhalb des Wohnraums zwei Aufnahmestudios befanden. Es war günstiger als ihre kleine Behausung in Los Angeles. Alles daran schien perfekt – abgesehen von der Tatsache, dass es in Kansas lag. Doch das Ehepaar nahm allen Mut zusammen, packte seine Habseligkeiten in einen Umzugswagen und machte sich auf nach Lawrence, Kansas. Kurz darauf begannen sie mit ihrer Arbeit in den Aufnahmestudios, veröffentlichten Videos und experimentierten mit Musik und Technik. Während Kawehi für das Schreiben und Spielen der Songs verantwortlich ist, kreiert und produziert Paul die dazugehörigen Videos. In Teamarbeit werden Kuverts befüllt, Tourdaten gebucht und Auftritte organisiert.

Kickstarter zur Finanzierung

Experimente mit Riffs und Sounds beim Intel-Projekt

Sie haben bereits sieben EPs herausgebracht, die alle mittels Crowdfunding über Kickstarter finanziert wurden. Darunter auch ihr neuestes Projekt namens „Interaktiv“, für das sie innerhalb von nur einer Stunde die nötigen finanziellen Mittel zusammenbekamen. Ihrer Meinung nach ist Kickstarter eine großartige Plattform für Eigenproduktionen. „Ich würde gerne für den Rest meines Lebens so weitermachen“, sagt Kawehi. „Vor Publikum auftreten, Aufnahmen machen und meine Zeit mit diesen Dingen verbringen.“

Als Intel bei Kawehi anfragte, ob sie an einem Musikprojekt interessiert sei, ergriff sie die Chance sofort. „Das Projekt hat extrem viel Spaß gemacht, denn ich konnte genau das machen, was ich auch sonst mache“, sagt sie. Wie bei einem Live-Konzert experimentiert sie mit Riffs und Sounds und verwandelt jede Session in ein einzigartiges Erlebnis. „Unsere Wahl fiel auf Kawehi, weil sie ein hervorragendes Beispiel dafür ist, wie moderne Musiker traditionelle Produktionsprozesse sprengen“, erklärt Tapp. „In ihre Songs baut sie mühelos den Klang von Instrumenten ein, die sie nie zu spielen gelernt hat.“

Tech ‘n‘ Roll

Computer sind heute beim Musikmachen unabdingbar

Um mit einem Computer Musik zu produzieren, müssten Künstler ganz spezielle Fertigkeiten und Talente mitbringen, meint er. „Wir von Intel lieben natürlich diese hervorragenden Auftritte, bei denen Musiker die Grenzen der Computertechnik neu ausloten.” Um Kawehis Digital Audio Workstation (DAW) nachzubauen, sei ein Computer mit extrem reaktionsschnellen Prozessoren nötig. „Kawehi hat ein Macbook, aber man könnte genauso gut ein 2in1-Gerät mit Intel Core Prozessor der sechsten Generation und Thunderbolt 3 verwenden“, sagt Tapp. „Geringe Latenzzeiten sind das A und O, denn das System muss in der Lage sein, die Audiodaten ohne Verzögerung zu verarbeiten und auszugeben.“

Seinen Erläuterungen zufolge ließe sich Kawehis Computer-Setup mit führender Software wie Ableton, Cakewalk, Cubase oder Pro Tools nachbauen.  Als Audioschnittstelle verwendet Kawehi Universal Audio Apollo Twin und als MIDI-Keyboard kommt ein Novation MiniNova zum Einsatz. Für die Steuerung ihrer Sample-Loops hat sie ein Novation Launchpad. „Computer und Musik sind mittlerweile untertrennbar miteinander verbunden“, erklärt Tapp. „Will jemand heutzutage Musik kreieren, aufnehmen und veröffentlichen, geht das nicht ohne Computer.“ Zurück im Hollywood-Studio macht Kawehi gerade Pause und erzählt, wie sie dank Computertechnik ihre Musik mit dem Rest der Welt teilen kann, obwohl sie mitten in den USA recht abgeschieden lebt. „Natürlich verbringen wir viel Zeit in Flugzeugen“, fügt sie hinzu. Vor Kurzem tourte sie durch die USA und Europa, aber sie liebt auch die ruhige Zeit, die sie zu Hause mit ihrem Mann und ihren drei Hunden verbringt. „Im Grunde genommen kann ich genau dort leben, wo ich will. Denn Musik kann ich überall machen.“

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