Zugang für alle

“Kira” lässt Smartphone-Selfies im strahlenden Kranz erleuchten

Smartphones haben ursprünglich eine Kamera auf der Vorderseite erhalten, um darüber Videotelefonie führen zu können. Doch die User nutzen diese seitdem hauptsächlich für Selfies. Und da sie an ihre Selbstporträts mittlerweile immer höhere Ansprüche stellen, sollen nun kleine Hilfsmittel die Schnappschüsse aufbessern.

Ein solches Gadget hat die junge japanische Fotografin Julie Watai entwickelt: Bei “Kira” handelt sich um ein Fotolicht, das ans Smartphone geklemmt wird, um das Gesicht einer Person optimal auszuleuchten. Es verleiht der Selbstdarstellung vor allem in dunklen Umgebungen ein wenig mehr Glamour, da aufgrund eines fehlenden Blitzes auf der Smartphone-Vorderseite viele Selfies unterbelichtet sind.

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Leuchtring mit Klemme

Person erscheint wie im Scheinwerferlicht einer Bühne

Kira besteht im Grunde aus einem dünnen Ring weiß leuchtender LEDs, der im Durchmesser knapp neun Zentimeter groß ist und an seiner Rückseite eine Klemme besitzt. Mit dieser wird der Ring – fast wie mit einer Wäscheklammer – möglichst mittig über der Kameralinse des Smartphones fixiert.

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Während der Aufnahme leuchtet Kira dann nicht kurz grell und blitzartig auf, sondern hüllt das Objekt der Selfie-Begierde frontal in ein gleichmäßiges Licht. Die fotografierte Person erscheint dadurch wie im Spotlight einer Bühne – ein Nebeneffekt, der durchaus bewundernde Blicke der Umherstehenden zur Folge haben kann. Vor allem reduziert Kira aber die Schatten auf dem Selfie oder beseitigt zumindest deren harten Konturen. Damit die Selbstporträts auf der anderen Seite aber auch nicht überbelichtet werden, lässt sich die Helligkeit der LEDs dimmen.

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Der Konkurrenz geht ein Licht auf

Kira ermöglicht auch eine Art Halo-Effekt

Kira “lässt die Haut kraftvoll und wunderschön wirken und fängt das Licht in den Augen ein, so dass ein schönes Foto entsteht”, erklärt Watai. Vor allem bei Makroaufnahmen, wenn sich das Objekt sehr nah vor der Linse des Smartphones befindet, sollen mit dem Gadget besonders gute Bilder gelingen. Kira ermöglicht auch eine Art Halo-Effekt, bei dem sich auf der Fläche hinter einer Person ein Lichtkreis abzeichnet, der an einen Heiligenschein erinnert.

Doch die Smartphone-Hersteller schlafen nicht und versuchen ebenfalls, Selfie-Aufnahmen mit den Frontkameras ihrer Geräte zu verbessern. So beispielsweise Samsung mit seinen beiden Modellen Galaxy J5 und J7, die Käufer auf dem chinesischen Markt mit einem Blitzlicht auf ihrer Vorderseite locken. Das LG G3 hingegen nutzt die Helligkeit eines auf dem Display einblendbaren weißen Rahmens, um eine Aufnahme zu belichten. Da sich die Kameralinse dabei aber nicht in der Mitte dieser Frontleuchte befindet, sind die Selfies in der Regel nicht gleichmäßig ausgeleuchtet.

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Die Erleuchtete 

Zwei anspruchsvolle Aufgaben liegen noch vor ihr

Julie Watai ist keine gewöhnliche Fotografin, denn sie provoziert mit ihren von Manga und Anime beeinflussten digitalen Fantasien. Ihre teils verstörenden Porträts sollen aufregen und die Fantasie des Betrachters überfordern. Hierbei hat sie ihre Arbeit mit professionellen Ringlichtern in Verbindung mit hochwertigen Kameras zur Entwicklung von Kira inspiriert – um auch Selfies im besseren Licht erscheinen zu lassen.

Die Produktion will Watai über eine Crowdfunding-Kampagne finanzieren, hat bislang aber nur einen Prototypen vorgestellt. Zwei anspruchsvolle Aufgaben liegen noch vor ihr: Kira soll noch ein paar Gramm abspecken und mit den zwei benötigten AAA-Batterien länger einsatzbereit sein. Diese Zeit dürfte jedoch auch stark davon abhängen, wie schnell der Selfie-Fotograf nach seiner Aufnahme bereit ist, das Rampenlicht wieder zu verlassen. Ein Erscheinungstermin oder Preis für Kira wurde von Watai noch nicht genannt.

Bilder: Kibidango – Julie Watai

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