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Lebensretter auf allen Wegen: Sicherheitstechnik für Outdoor-Abenteurer

Amy Roberts Writer and Fitness Professional

Mit Outdoor-Sicherheitstechnik bleiben Abenteurer selbst auf abgelegenen Rad- und Wanderwegen sowie auf dem Wasser mit Notdiensten in Verbindung.

Nachdem Jeffrey Huntley und sein Freund den Nachmittag mit Surfen verbracht hatten, schauten sie sich nach einem geeigneten Platz für ihr Nachtlager um. Gleich nachdem sie in eine kleine Nebenstraße abgebogen waren, entdeckte Huntleys Freund knapp außer Sichtweite der Hauptstraße einen Mann, der unter einem Fahrrad am Boden lag. „Ich brauchte eine Sekunde, um zu begreifen, dass sich der Mann in einer extremen Notlage befand“, erzählt Huntley. „Er verlor immer wieder das Bewusstsein und blutete stark aus mehreren Verletzungen im Gesicht und an einer Hand.“

Während Huntley, der früher auch als Ersthelfer tätig war, sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen begann, aktivierte sein Freund das InReach. Dieses Satellitenkommunikationsgerät hatten die beiden für Notfälle mitgebracht. Glücklicherweise reagierte bereits innerhalb von zehn Minuten ein bei der Feuerwehr tätiger Notfallsanitäter, der gerade in der Nähe mit dem Löschen von Waldbränden beschäftigt war.

Satelliten als Lebensretter

Die Gefahren, denen Radfahrer, Läufer und Wanderer ausgesetzt sind, reichen von Orientierungsproblemen und tollwütigen Waschbären bis hin zu schweren Unfällen. Doch Sicherheitstechnik sorgt dafür, dass Naturliebhaber bei ihren Ausflügen in die Natur besser geschützt sind. Denn bei Outdoor-Aktivitäten kann jederzeit ein Notfall eintreten und wenn es darum geht, wieder sicher nach Hause zu kommen, kann Sicherheitstechnik, die eine einfache Verbindung zu Rettungsteams ermöglicht, einen großen Unterschied machen.

Dank Sicherheitstechnik für den Outdoor-Bereich sind Extremsportfans heute für jede Situation gerüstet.
Dank Sicherheitstechnik für den Outdoor-Bereich sind Extremsportfans heute für jede Situation gerüstet.

Rettungsgeräte, die den GPS-Standort mithilfe von Satellitentechnik übertragen, gibt es zwar schon länger. Mittlerweile jedoch sind sie auch für Hobby-Abenteurer zu erschwinglichen Preisen erhältlich. Jedes Jahr werden in den USA rund 250 Personen an Land, auf dem Wasser und in der Luft mithilfe sogenannter Beacons, die mit Satellitensystemen der Regierung verbunden sind, aus Notsituationen geborgen. Eine noch größere Zahl von Abenteurern wird mithilfe privater Satellitendienste gerettet.

Rettungskräfte lokalisieren den Unglücksort per GPS

ResQLink von ACR, inReach von Garmin und der SPOT Gen3 nutzen zwar ähnliche Notfall-Beacon-Protokolle, aber unterschiedliche Satellitentechnik. Wenn der Benutzer auf dem Notfallgerät eine Taste drückt, wird ein 406-Megahertz-Signal, in dem die GPS-Koordinaten enthalten sind, über Satelliten an Ersthelfer gesendet. ACR nutzt Cospas-Sarsat, ein internationales Satellitensystem für Such- und Rettungseinsätze, das von der Regierung betrieben wird. Für die persönlichen Lokalisierungs-Beacons des Systems wird kein Abonnement benötigt. Benutzer des ResQLinks erhalten bei der Registrierung ihres Geräts eine eindeutige Benutzer-ID, die in das Notfallsignal eingebettet wird.

Dieser simple Einwegkommunikations-Beacon führt Such- und Rettungsteams über eine Reihe von Relaisstationen zur Position der gesuchten Person. Zuerst sendet der ResQLink-Beacon ein Notfallfunksignal an Satelliten, die zum Such- und Rettungsnetzwerk Cospas-Sarsat gehören. Anschließend übertragen die Satelliten diese Meldung zusammen mit der Position der Person an eine Endstelle auf der Erde, die die Informationen an das Rettungskontrollzentrum weiterleitet. Dessen Team verständigt schließlich das nächstgelegene Rettungskoordinationszentrum, das Suchtrupps entsendet, um der in Not geratenen Person zu helfen.

Sicherheitstechnik lässt sich auch zur Routenplanung nutzen

Die Rettungsgeräte SPOT Gen3 und inReach bieten einen größeren Serviceumfang als das ResQLink. Sie nutzen private Satellitensysteme, die mit dem GEOS International Emergency Response Coordination Center verbunden sind. Wenn ein Notruf erfolgt, übermittelt GEOS die GPS-Koordinaten an lokale Notfallteams. Benutzer, die ein entsprechendes Abo erworben haben, können sowohl mit dem SPOT Gen3 als auch mit dem inReach Textnachrichten an E-Mail-Adressen oder Smartphones versenden.

Mit Garmins inReach können Benutzer an jedem beliebigen Ort Textnachrichten über Satellitennetzwerke versenden.
Mit Garmins inReach können Benutzer an jedem beliebigen Ort Textnachrichten über Satellitennetzwerke versenden.

Darüber hinaus können Abenteurer ihre Routen verfolgen, aufzeichnen und mit anderen teilen. Das inReach bietet allerdings mehr interaktive Technik, einschließlich Zweiwegkommunikation mit GEOS während einer Notfallsituation und Wettervorhersagen. Darüber hinaus lässt sich das inReach mithilfe der Earthmate-App mit einem Smartphone oder Tablet koppeln, um Nachrichten zu versenden, Routen zu planen und Karten anzuzeigen.

apps bieten auch Läufern und Radfahrern Schutz

Für all jene, die lieber auf ausgetretenen Wegen bleiben wie Läufer oder Radfahrer, die alleine unterwegs sind, ist ein Satelliten-Beacon wahrscheinlich etwas zu viel des Guten. Die meisten dieser Sportler haben ihr Smartphone stets dabei. Doch in bestimmten Notsituationen – zum Beispiel bei einer ernsthaften Verletzung oder einer unmittelbaren Bedrohung durch einen Angreifer – können sie eventuell keinen Anruf tätigen. Genau in diesen Situationen sind Apps wie Road ID äußerst nützlich.

Diese App pingt sogenannte E-Krümel und trackt die GPS-Position des Benutzers über das Mobilfunknetz auf einer Karte. So können Freunde und Familie jederzeit nachverfolgen, wo sich der Outdoor-Fan gerade befindet. Wenn dieser länger als fünf Minuten an einem Ort verharrt, informiert die App vorab ausgewählte Kontakte, dass sich die Person eventuell in einer Notsituation befindet. Wenn es sich nicht um einen Notfall handelt, kann der Benutzer dies in der App mit einem Daumen-hoch-Symbol anzeigen.

ID-Bänder liefern Ersthelfern wichtige Informationen

Von Road ID gibt es auch ID-Bänder, auf denen der Name des Benutzers, der Wohnort, Allergien gegen verschreibungspflichtige Medikamente sowie wichtige Kontaktpersonen und Telefonnummern vermerkt sind. Outdoor-Fans können das ID-Band an einem Armband, einer Halskette, einem Schuh oder einem Fitness-Wearable befestigen. Sollte der Benutzer ohnmächtig sein oder in einem Notfall Verständigungsschwierigkeiten haben, liefert das ID-Band Ersthelfern nützliche Informationen.

Der Wearsafe-Clip lässt sich an Kleidungsstücken befestigen und im Notfall muss der Benutzer nur auf den Knopf drücken.
Der Wearsafe-Clip lässt sich an Kleidungsstücken befestigen und im Notfall muss der Benutzer nur auf den Knopf drücken.

In vielen schwierigen Situationen reicht es aber aus, wenn Menschen ein wenig Unterstützung von ihren Freunden bekommen. Das auch als mobiler Panikknopf bezeichnete Wearsafe verbindet einen kleinen Clip mit einer Smartphone-App. Wenn der Benutzer den Knopf auf dem Wearable drückt oder den Bildschirm einer mit dem Smartphone verbundenen Android- oder Apple-Watch antippt, kann er eine Benachrichtigung an vorab festgelegte Notfallkontakte senden.

Audioübertragung stellt direkte Verbindung zu Kontaktpersonen her

Sobald ein Notfallsignal ausgelöst wird, beginnt die Wearsafe-App mit der Audioaufzeichnung und überträgt alles, was über das Mikrofon des Smartphones empfangen wird. So können Kontaktpersonen genau verfolgen, was vor sich geht. Sie können dann diese Informationen und – was am wichtigsten ist – die exakte Position des Benutzers an Ersthelfer weitergeben. „Normalerweise laufe ich sehr früh am Morgen lange Strecken, die mich weit von meinem Haus wegführen“, sagt Leslie St. Amant, eine Marathonläuferin aus Connecticut.

„Ich laufe etwa 16 Kilometer hin und zurück oder eine circa 24 Kilometer lange Rundstrecke, oft entlang viel befahrener Straßen oder auf Nebenstraßen“, erzählt die Wearsafe-Benutzerin. „Gelegentlich laufe ich auch in Gegenden, die sich bisweilen etwas zwielichtig anfühlen. Mit meinem Wearsafe fühle ich mich dabei viel sicherer.“ Wann immer die Natur ruft, können Abenteurer beim Wandern, Radfahren, Laufen oder Segeln sicher in Verbindung bleiben.

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