Computerspiele

MoVR: Diese Technik macht Virtual Reality zum kabellosen Erlebnis

Hans-Martin Durst Autor, Hemd & Hoodie

Damit die virtuelle Realität künftig ein noch stärkeres Immersionsgefühl erzeugen kann, soll MoVR bald eine kabellose Datenübertragung ermöglichen.

Während VR-Brillen-Träger in der virtuellen Welt frei wie Vögel fliegen können, hängen sie in der Realität an Kabeln fest. Diese engen die Nutzer in ihrer Bewegungsfreiheit ein, verursachen Stolpergefahr und stören damit das positive VR-Erlebnis. Als Lösung für diese Probleme hat eine Forschergruppe des Massachusetts Institute of Technology (MIT) das Gerät MoVR entwickelt: An einer VR-Brille befestigt, soll es künftig das kabellose Übertragen von Daten ermöglichen.

„Das HDMI-Kabel durch eine drahtlose Verbindung zu ersetzen, ist schwierig, da ein hochauflösendes Video in Echtzeit gestreamt werden muss“, erklärt Haitham Hassanieh, Assistenzprofessor für Informatik an der Universität von Illinois, gegenüber MIT-News. Das mache eine Übertragungsrate von mehr als sechs Gigabit pro Sekunde nötig, aber „das kann keines der heute verfügbaren Systeme leisten.“ Die MIT-Forscher setzen bei MoVR daher auf eine neue Art der Übertragung mittels Millimeterwellen.

MoVR lenkt Übertragungssignale mit Spiegeln

Diese erlauben zwar eine rasante Datentransferrate, haben aber den Nachteil, dass kein Hindernis zwischen Sender- und Empfängerteil stehen darf. Damit jedoch nicht Hand- und Kopfbewegungen des VR-Brillen-Trägers ständig das Übertragungssignal unterbrechen, lenken die Forscher Letzteres um. Dazu benutzen sie bewegliche Spiegel, die sich automatisch so ausrichten, dass sie die Millimeterwellen in Richtung MoVR reflektieren. Dessen zwei Antennen sorgen dafür, dass die Spiegel erkennen können, aus welcher Richtung das Übertragungssignal kommt.

Der Prototyp ist noch recht wuchtig, doch künftig soll MoVR auf Smartphone-Größe schrumpfen.
Der Prototyp ist noch recht wuchtig, doch künftig soll MoVR auf Smartphone-Größe schrumpfen. Bild: MIT CSAIL

Momentan haben allein die Antennen noch jeweils ungefähr die Größe einer halben Kreditkarte. In Zukunft soll MoVR jedoch insgesamt kleiner werden und laut Forschungsteam-Mitglied Omid Abari auf die Größe eines Smartphones schrumpfen. Dann könnten Spieler mehrere VR-Brillen in einem Raum verwenden, ohne dabei gegenseitig ihr Signal zu stören.

Artikel empfehlen

Zugehörige Themen

Computerspiele

Als Nächstes lesen

Read Full Story