Technische Innovation

MWC 2017: Zwischen Innovationen und der Rückkehr der Klassiker

Dean Evans Technology Writer Twitter

Auf dem MWC 2017 standen nicht nur 5G und Smartphones mit der neuesten Technik im Rampenlicht, sondern auch das Comeback von Blackberry und Nokia 3310.

Neue Smartphones stehen beim Mobile World Congress (MWC) üblicherweise immer Fokus. So auch auf dem Event in diesem Jahr, auf dem das LG G6, das Sony Xperia XZ Premium und das Huawei P10 vorgestellt wurden. Blackberry gelang mit dem KeyOne die Rückkehr, Nokia präsentierte den wiederbelebten und umgestalteten Klassiker Nokia 3310 – inklusive des Kultspiels Snake.

Dabei ließ sich an den präsentierten Mobiltelefonen ablesen, welche Techniken dieses Jahr im Mittelpunkt stehen werden. Dazu gehören vier Gigabyte Arbeitsspeicher, High Dynamic Range, Gorilla-Glas 5, Schnellladefunktion und 4K-Bildschirme. Über Letzteren verfügt beispielsweise das XZ von Sony, das einen 5,5 Zoll großen Bildschirm mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln aufweist. Das LG G6 hingegen protzt mit einem 5,7 Zoll großen HDR-Bildschirm im Format 18:9 mit HD+ sowie vorinstalliertem Google Assistant.

Handys der MWC 2017 beeindrucken durch Neuerungen

Auch die weiteren Innovationen konnten sich sehen lassen: So verpasst das Blackberry KeyOne Android Nougat eine QWERTZ-Tastatur und das ZTE Gigabit mit Pre5G-Technik verspricht Downloadraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde. Während das Nokia 3310 an Zeiten erinnert, in denen Handys nicht jeden Tag geladen werden mussten, weist die Entwicklung des Mobilfunkstandards 5G den Weg in die Zukunft.

Für diesen veröffentlichte die Internationale Fernmeldeunion (International Telecommunication Union, ITU) kürzlich ihre Mindestanforderungen. Dazu gehören unter anderem eine erhöhte Servicequalität und -zuverlässigkeit selbst bei hohen Geschwindigkeiten sowie Spitzenraten von 20 Gigabit pro Sekunde bei Downloads und 10 Gigabit pro Sekunde bei Uploads. Natürlich werden sich die tatsächlichen 5G-Geschwindigkeiten in einer anderen Größenordnung bewegen.

Unabdingbare Hilfe für die IoT-Revolution

In dem Bericht der ITU ist von anwenderseitigen Down- und Uploadraten von 100 Megabit pro Sekunde respektive 50 Megabit pro Sekunde die Rede. Dabei handelt es sich jedoch nur um Minimalwerte – die realen Geschwindigkeiten könnten und sollen erheblich höher liegen. Beim Vergleich dieser Werte mit dem momentanen Stand der 4G/LTE-Netzwerke wird deutlich, dass 5G eine immense Verbesserung darstellt. So ergab eine Messung, dass die durchschnittliche 4G-Download-Geschwindigkeit beim größten britischen Mobilfunkanbieter EE lediglich 28 Megabit pro Sekunde beträgt.

Doch 5G ist nicht nur für die Smartphones der Zukunft bestimmt. Auch Sensoren und Rechner vernetzter Städte und autonomer Fahrzeuge profitieren von der Kombination aus größerer Datenbandbreite, höheren Geschwindigkeiten und geringeren Latenzzeiten. Dasselbe gilt für Virtual- und Augmented-Reality-Techniken sowie jegliche Art von Geräten im Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Tatsächlich ist die IoT-Revolution auf 5G angewiesen und momentan werden bereits 5G-Tests durchgeführt.

Nokia 3310 MWC 2017
Nokia legt auf dem MWC 2017 einen Klassiker unter den Mobilgeräten neu auf: das 3310, inklusive Kultspiel Snake.

 

Premiere von 5G könnte 2019 erfolgen

Dabei können globale Netzwerkanbieter dank der Intel Mobile-Trial-Plattform der dritten Generation schon mit Prototyp-Geräten arbeiten, die über Geschwindigkeiten von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde verfügen. AT&T wird die Plattform dieses Jahr Privatkunden sowie kleinen und mittleren Unternehmenskunden im texanischen Austin zur Verfügung stellen. Auf diese Weise können sie DIRECTV NOW streamen, Next-Generation-Entertainment erleben und erweiterte Breitband-Dienste in Anspruch nehmen.

Der Wettlauf um 5G hat also bereits begonnen. Dabei unterstützt Intel gemeinsam mit AT&T, NTT DOCOMO INC., Vodafone, Ericsson, British Telecom, KDDI, LG Electronics, Swisscom, Huawei, Sprint und vielen anderen das Vorhaben zur Standardisierung des Air-Interfaces 5G New Radio. Damit könnte 5G schon 2019 in vielen Bereichen getestet und eingesetzt werden.

Doch 5G hat noch mehr zu bieten als schnelleres mobiles Web-Browsing. „Die 5G-Revolution ist keineswegs nur eine technische Weiterentwicklung. Es ist eine Veränderung von Grund auf“, sagt Aicha Evans, Senior Vice President und Leiter der Intel Communication and Devices Group. „Sie wird die Unternehmenslandschaft verändern und für neue Geschäftsbereiche und -modelle sorgen”, so Evans. „Damit wird sie die Art und Weise, wie wir unsere Welt erleben und wie wir arbeiten, zum Besseren hin verändern.“

Mehr Informationen über 5G und das damit verbundene Potenzial gibt es in diesem Überblick über die 5G-Technik.

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