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Nixie: Die Selfie-Cam für das Handgelenk

Wearables – auch abseits von Fitness-Trackern und smarten Uhren – sind eine Produktkategorie, die immer mehr Beachtung findet. Heute muss alles tragbar sein, ob das nun sinnvoll ist oder nicht. Im Rahmen der „Make It Wearable“-Challenge von Intel kamen deshalb auch teilweise interessante, teilweise auch skurrile Wearables zum Vorschein. Nixie passt in beide Kategorien.

Drohnen sind cool, das weiß man spätestens seit der Consumer-Drohne von Parrot. Selfies sind ebenfalls der absolute Hit, man muss sich nur in diversen sozialen Netzwerken umschauen. Und Wearables gehören zum guten Ton. Warum also nicht alle drei vereinen?

Besser als eine Action-Cam

Eine fliegende Selfie-Kamera, die man sich um das Handgelenk schnallen kann

Genau das ist Nixie. Eine fliegende Selfie-Kamera, die man sich um das Handgelenk schnallen kann. Bislang existiert davon zwar nur ein Prototyp, doch der sieht schon sehr vielversprechend aus. Und nicht nur das: Sollte Nixie jemals in Produktion gehen, wird es ein Wearable sein, das weitestgehend automatisch funktioniert. Eine Geste reicht dann nämlich aus, um Nixie zu starten – alles andere erledigt das Gadget völlig selbständig. Dabei kann zwischen zwei verschiedenen Modi – Bumerang und Follow – ausgewählt werden, die unterschiedliche Aufnahmen machen.

Der Bumerang-Modus lässt Nixie wegfliegen, ein Foto machen und danach direkt wieder zum Besitzer zurückkehren. Im Follow-Modus wird der Nutzer von der Drohne quasi auf Schritt und Tritt verfolgt, was sehr praktisch ist, wenn man Aufnahmen über eine längere Strecke machen möchte. Die Synchronisation beziehungsweise Übertragung der Aufnahmen erfolgt über ein gekoppeltes Smartphone. Das ist ebenfalls praktisch, weil diese dann direkt mit anderen Personen geteilt werden können. Nixie könnte so als Ersatz für Action-Cams dienen, die in der Regel direkt an den Akteuren befestigt sind, aber nur die Geschehnisse aufnehmen – nicht aber die Personen.

Langer Weg bis zum Massenmarkt

Intels Edison Chip eignet sich ideal für solche Wearables und sorgt im Nixie für die nötigen Berechnungen

Nixie stellt für seine Erbauer in zweierlei Hinischt eine Herausforderung dar. Zum einen in Bezug auf die Technik, da diese besonders klein, leicht und zugleich leistungsstark sein muss. Sie haben sich deswegen für Intels Edison Chip entschieden, der sich ideal für solche Wearables eignet und im Nixie für die nötigen Berechnungen sorgt.

Die weitere Herausforderung ist, Nixie tatsächlich trag- und nutzbar zu machen. Das heißt, das Gadget muss leicht genug sein, um fliegen zu können, robust genug, um es am Handgelenk tragen zu können und mit genügend Energie ausgestattet, um auch einen Tagesausflug überstehen zu können. Da Nixie aus einem Ideenwettbewerb hervorging, kann es durchaus sein, dass das  Produkt nie den Markt erreicht. Anfang November werden wir sicherlich mehr wissen. Denn dann findet das Finale der „Make It Wearable“-Challenge statt, bei der Nixie natürlich zu den Finalisten gehört

Tragbare Technologie im Fokus

Wearables können sehr unterschiedlich sein, auch wenn sie im Prinzip auf der gleichen Technik basieren

Insgesamt gibt es bei der Intel Challenge zehn Finalisten, die natürlich alle gerne ihr Projekt auf dem Siegertreppchen sehen würden. Dabei sind die Einreichungen sehr unterschiedlich, wie man vielleicht schon erahnen kann. Neben Gadgets wie Nixie, mit denen Verbraucher direkt etwas anfangen können, stellen andere Teilnehmer auch Projekte vor, die einen ernsteren Nutzen als das Aufnehmen von Selfies haben. Hierzu zählen beispielsweise eine Roboter-Hand-Prothese, eine Baby-Puppe, die Gefühle übertragen können, einen Ansatz, der das Broadcast-System für Sportübertragung aus Spielerperspektive revolutionieren soll oder ein Halsband, das als Fitnesstracker eingesetzt werden kann.

Auch ein Armband, das sowohl Kälte als auch Hitze abliefern kann, ist unter den Finalisten. Sportlicher wird es wieder mit dem Snowcookie, einem Gadget speziell für den Wintersport. Dieses trackt die eigenen Belange und kombiniert sie mit crowdgesourcten Ski-Daten, um das ideale Ski-Erlebnis bieten zu können. Die Aufzählung zeigt deutlich, wie unterschiedlich Wearables sein können, auch wenn sie im Prinzip auf der gleichen Technik basieren.

Die „Make It Wearable“-Challenge als Ideenschmiede

Das Schöne an solchen Wettbewerben ist, dass oft Dinge hervorkommen, deren Nutzen man nicht absehen kann

Erwähnenswert ist auch Blocks, ein modulares System für Smartwatches. Es erinnert sehr an Googles Projekt Ara, ein Smartphone, das aus einzelnen Modulen besteht und von jedem individuell gestaltet werden kann. Eine Idee, die sich langfristig auch bei Wearables durchsetzen könnte. Man kauft nicht mehr das, was angeboten wird, sondern holt sich einzelne Module, die das können, was man selbst benötigt.

Die einzelnen Projekte der „Make It Wearable“-Challenge, über die im Intel Magazin an anderer Stelle auch schon berichtet wurde, sollte man sich als technikinteressierter Mensch auf jeden Fall einmal anschauen. Das Schöne an solchen Wettbewerben ist nämlich, dass oftmals Dinge hervorkommen, deren Nutzen man zunächst noch nicht absehen kann. Logisch, dafür sind solche Wettbewerbe ja da. So wird technische Zukunft gestaltet – die Zukunft, die in ein paar Jahren für uns so selbstverständlich sein wird, wie heute das Smartphone.

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