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OAS1S: Baumhäuser sollen zur grünen Lunge von Metropolen werden

Die Häuser, die Raimond de Hullu im Rahmen seines Projekts OAS1S konzipiert, bieten den vollständigen Komfort eines Stadthauses – sind zugleich aber Teil der Natur, da sie von außen komplett bewachsen sind. Sie ermöglichen so eine ökologische Lebensweise mitten im bunten Treiben unserer Metropolen.

Die Häuser erreichen mit zwölf Metern Höhe und einer Grundfläche von 6 x 6 Metern die Dimensionen eines stattlichen Baumes. Auf vier Etagen bieten sie ihren Bewohnern eine Wohnfläche von etwa 100 Quadratmetern, wobei sich das Grundgerüst nach Wunsch auch variieren lässt: Es können Wände eingezogen, Balkone angebracht und sogar mehrere Häuser zusammengestellt und derart miteinander verbunden werden, dass auch große Familien darin Platz finden.

Direkter Kontakt mit der Natur

Alle Teile bestehen aus biologischen Stoffen

Durch die Einbettung in ein grünes Umfeld und ihre schlanke Bauweise, ist von jeder Etage der Häuser und zu allen Seiten ein unmittelbarer Kontakt mit der Natur möglich. Anders als bei anderen Gebäuden lassen sich aber auch Früchte von der eigenen Außenwand naschen, da die Pflanzen auf den grünen Wänden selbst wachsen.

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Erbaut werden die OAS1S-Häuser nach dem Prinzip der Öko-Effektivität, bei dem alle Teile aus biologischen Stoffen bestehen, die in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden können. Sie lassen sich autark mit Energie und Wasser versorgen und deshalb auch an beliebigen Orten aufstellen – sogar an einsamen Stränden unter Palmen.

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OAS1S ist zugleich Wohngebiet und Parkanlage 

Bewachsene Außenwände isolieren auf natürliche Weise

Die notwendige Energie wird über Solarpanel auf dem Dach gewonnen, Filtersyteme bereiten das Brauchwasser auf. Durch die grünen Wände erfolgt sogar schon eine Vorreinigung des durchfließenden Regenwassers, und die zirkulierende Luft heizt und kühlt die Räume bei Bedarf. Allzu oft ist dies allerdings nicht notwendig, denn die bewachsenen Außenwände isolieren auf natürliche Weise. Da sie wenig Sonnenstrahlen reflektieren, erwärmen sie auch die Umgebung nicht allzu sehr, wodurch die Häuser so auch für kühle Zonen in den Städten sorgen.

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De Hullu plant, ganze Siedlungen aus den neuen Ökohäusern zu errichten, die sogar einer höhere Wohndichte aufweisen sollen, als sie in durchschnittlichen Vororten zu finden ist. Autos sind dort allerdings nicht erwünscht und müssten dem Konzept zufolge am Rande der Siedlungen geparkt werden. Die OAS1S-Domizile könnten durch ihr vieles Grün gleichzeitig Wohngebiet und Parkanlage sein, wobei sie sich auch in bereits vorhandene Parks integrieren ließen – wofür die meisten Städte wohl aber keine Genehmigungen erteilen dürften.

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Erschwingliche Alternative zur Stadtwohnung

Auf der Suche nach einem geeignetem Areal

OAS1S verbindet auf einzigartige Weise die Ideen gleich mehrerer Projekte: Die Unemori-Architekten zeigten mit ihrem turnähnlichen Small House bereits, wie sich in einer Stadt auf kleinstem Raum ein komplettes Haus errichten lässt. Die Tower Flower von Christian de Portzamparc und der Ecoscraper von Ken Yeang zeichnen sich wie OAS1S-Häuser dadurch aus, dass sie besonders grün gestaltet sind – allerdings sind bei diesen Hochhäusern lediglich die einzelnen Etagen mit unzähligen Bäumen bepflanzt. Und die Ecocapsule versorgt sich ebenfalls selbst mit Wasser und Energie, wurde aber nicht aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt.

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Noch sind die OAS1S-Häuser allerdings bloß ein Konzept, für das aktuell ein geeignetes Areal gesucht wird. Eine der wichtigsten Bedingungen für de Hullu ist dabei, dass es von einer gemeinnützigen Gesellschaft erworben wird und auch in deren Besitz bleibt. Dadurch soll unter anderem ein geringer(er) Anschaffungspreis für die potenziellen Eigenheimbesitzer ermöglicht werden, wobei eine konkrete Summe für die Errichtung der grünen Häuser noch nicht genannt wurde. Angesichts der hohen Preise für Wohneigentum in der Stadt, dürfte ein OAS1S-Haus aber vermutlich eine erschwingliche Alternative sein, und auch im ökologischen Vergleich mit Energiesparhäusern aufgrund der natürlichen Isolation durch die grünen Wände besser abschneiden.

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Bilder: Oas1s     

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