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Phree: Smarter Stift macht Umwelt zur digitalen Schreibunterlage

Marek Hoffmann Autor, Hemd & Hoodie

Handfläche, Handrücken, Unterarm, Oberschenkel: Es soll ja Menschen geben, die sich – unabhängig vom Alter – Notizen mit dem Kugelschreiber auf ihre eigenen Extremitäten schreiben. Ob dieser Umstand das Team von OTM Technologies dazu inspirierte, „Phree“ zu entwickeln, ist nicht überliefert, wäre aber denkbar.

Das Interesse an dem smarten Device ist jedenfalls unbestreitbar hoch und lässt die dazugehörige Kickstarter-Kampagne aktuell durch die Decke gehen: Das Finanzierungsziel von 100.000 US-Dollar wurde bereits um das Zweieinhalbfache überschritten und es verbleiben noch 36 Tage bis zum Abschluss der Crowdsourcing-Aktion für „das weltweit erste uneingeschränkte, hochauflösende, nahezu überall einsetzbare mobile Eingabegerät“.

Einer für alle

Mit Phree zurück zu den „natürlichen Wurzeln“

Die Motivation und Botschaft, mit der das Produkt angepriesen wird, ist klar: Die Welt ist mobil, sie wird es durch Mobile Devices, und diese werden zu einem großen Teil über Touchscreens genutzt. Da es aber Menschen gibt, denen das Schreiben und Zeichnen auf einem Display nicht liegt – diesem Umstand hat beispielsweise Microsoft mit seinem Digitizer Stift für die Surface-Modelle bereits Rechnung getragen – will OTM mit Phree nun sozusagen zu den „natürlichen Wurzeln“ zurückkehren.

Street hand

Mit dem smarten Stift lassen sich alle erdenklichen Notizen und Skizzen auf nahezu allen verfügbaren Unterlagen – inklusive des erwähnten Handrückens – anfertigen und erscheinen dann auf den Screens der Devices. Hierfür lässt sich der Stift mit allen Geräten koppeln, die über Bluetooth verfügen, und ist mit zahlreichen Software-, Web- und Mobile-Anwendungen wie Microsoft Office und OneNote, Evernote und Adobe Acrobat kompatibel.

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Der Sensor ist (die) Spitze

Bestimmung der Bewegung durch Interferenz-Messung

Die Buchstaben OTM im Unternehmensnamen stehen für Optical Translation Measurement und bezeichnen eine selbstentwickelte und patentierte Technologie, die im Phree zum Einsatz kommt. Sie misst mit enorm hoher Genauigkeit und in größter Auflösung die Handbewegung des Besitzers bei der Nutzung des Geräts, an dessen Spitze sich der dafür verwendete optische Sensor befindet.

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Bei diesem Sensor handelt es sich um einen 3D-Laser-Interferometer. Er bestimmt die relative Bewegung eines Untergrunds durch Messung der Interferenz, die zwischen einem auf die Oberfläche projizierten Laserstrahl und dessen von ihr ausgesandten Reflektion entsteht. Das Signal wird dann mittels eines Algorithmus in X-Y-Z-Bewegungsinformationen übersetzt. Da der Sensor Oberflächen bis zu einem Abstand von zweieinhalb Zentimetern erfassen kann, misst er Handbewegungen auch dann noch, wenn der Stift – beispielsweise beim Schreiben einzelner Wörter – kurzzeitig angehoben wird und damit kein direkter Kontakt des Phrees mehr zur Oberfläche besteht.

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Dankeschön für einen Dollar

Phree bietet noch weitere nützliche Features

Auch wenn Phrees Alleinstellungsmerkmal in seiner Fähigkeit besteht, Handgeschriebenes und -gezeichnetes zu erkennen und auf Displays in Echtzeit anzuzeigen, bietet er noch weitere nützliche Features. So kann er beispielsweise als Headset zum Telefonieren, als Computermaus oder zum Verfassen und Verschicken von Textnachrichten verwendet werden.

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Wer sich für Phree interessiert und das Projekt gerne unterstützen möchte, erhält für einen US-Dollar ein großes Dankeschön oder ab 168 Dollar – etwa 150 Euro – einen der Stifte voraussichtlich ab April 2016 nach Hause geschickt. Mal sehen, ob die großen Tech-Unternehmen bis dahin tatenlos zusehen…

Bilder: OTM Technologies  

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