Gesundheit

Pic2Recipe: Künstliche Intelligenz extrahiert Rezepte aus Food-Pics

Hans-Martin Durst Autor, Hemd & Hoodie

Die Analyse-Software Pic2Recipe kann anhand von Bildern ermitteln, welche Zutaten ein Gericht enthält und wie es sich nachkochen lässt.

Die Essensbilder-Flut in den sozialen Medien lässt einem häufig das Wasser im Munde zusammenlaufen. Doch zum Nachkochen fehlen meist die nötigen Rezepte. Abhilfe für dieses Problem soll die online verfügbare Bildanalyse-Software Pic2Recipe vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) schaffen. Denn sie erkennt mithilfe künstlicher Intelligenz die Gerichte auf den Fotos und liefert neben einer Zutatenliste auch noch Rezeptvorschläge.

Um das zu ermöglichen, trainierten MIT-Forscher ein künstliches neuronales Netzwerk mit der eigens dafür zusammengestellten Datenbank RecipeM1. Diese ist die größte öffentlich zugängliche Sammlung ihrer Art und enthält mehr als eine Million Rezepte inklusive 800.000 Fotos von über 20 Koch-Portalen. Pic2Recipe durchsuchte die Datenbank nach Mustern und stellte Verknüpfungen zwischen den Bildern und den Zutatenlisten her. Dadurch konnte die Software laut den Wissenschaftlern für 65 Prozent der Analyse-Anfragen passende Rezepte ermitteln.

Pic2Recipe hat eine Schwäche für Süsses

Allerdings hängt die Erfolgsquote stark davon ab, welche Art von Gericht auf den Fotos zu sehen ist. So erkennt Pic2Recipe besonders leicht Desserts, weil diese sehr häufig in der Datenbank vorkommen. Mit Sushi oder pürierten Speisen wie Suppen hat die Software hingegen noch große Probleme. Doch die Lernkurve zeigt nach oben und die Leistung neuronaler Netzwerke wächst mit der Größe des verfügbaren Datensatzes. Je häufiger Nutzer ihre Bilder hochladen, desto besser lässt sich das Programm trainieren.

Dank seiner umfangreichen Datenbank findet Pic2Recipe zu Essensfotos die passenden Rezepte.
Dank seiner umfangreichen Datenbank findet Pic2Recipe zu Essensfotos die passenden Rezepte.

In Zukunft soll Pic2Recipe nicht nur fertige Gerichte analysieren können, sondern auch als Entscheidungshilfe beim Kochen dienen. So ist eine Funktion geplant, mit der die Software anhand einer Aufnahme der vorhandenen Zutaten und unter Berücksichtigung der Ernährungsweise der Nutzer Rezepte vorschlägt. Zudem könnte sich die Software laut den Forschern dazu nutzen lassen, Nährwerte von Gerichten zu ermitteln und einzelne Zutaten auf Wunsch durch gesündere Alternativen auszutauschen. Restaurants müssen sich indes keine Sorgen um Rezeptklau machen. Denn Feinheiten wie präzise aufeinander abgestimmte Gewürzmischungen kann die künstliche Intelligenz sicher nicht aus Fotos herauslesen.

Artikel empfehlen

Zugehörige Themen

Gesundheit Lifestyle

Als Nächstes lesen

Read Full Story