Quantifly: Mit Drohnen gegen die Luftverschmutzung

Mit Quantifly hat das Studententeam iGEM IONIS eine Drohne entwickelt, die Bakterien in die Luft befördert. Diese messen Schadstoffe mittels Biolumineszenz. 

Quantifly ist eine mit Bakterien bestückte Drohne, die im Kampf gegen die Luftverschmutzung in Städten eingesetzt wird. Entwickelt wurde das innovative Fluggerät von iGEM IONIS, einem Team aus Studenten sechs verschiedener Hochschulen (Sup’Biotech, Ionis School of Technology and Management, e-artsupEpitech, EPITA und IPSA). Die Drohne hat bereits beim weltweit größten Wettbewerb für synthetische Biologie, dem vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) organisierten „International Genetically Engineered Machines“ (iGEM), die Goldmedaille gewonnen.

Ziel des Drohnenprojekts ist es, Luftverschmutzung zu erkennen, zu quantifizieren und zu kartographieren. Hierfür befördert Quantifly genetisch veränderte Bakterien in den Himmel, um die von Luftschadstoffen verursachten Spuren zu erkennen. Im Vergleich zu anderen Biosensoren liefern die Bakterien wesentlich schnellere und zuverlässigere Ergebnisse.

quantifly nutzt leuchtende bakterien

Das Besondere an diesen Biosensoren ist, dass sie die Menge der vorhandenen Schadstoffe mit Hilfe von Biolumineszenz messen.  „Ich habe Ende 2015 ein Praktikum im Bereich Biolumineszenz gemacht und anschließend organisierten wir ein Brainstorming-Wochenende“, erklärt Clément Lapierre, Student an der Sup’Biotech und Projektleiter des Teams iGEM IONIS. „Dort entstand die Idee, die Konzentration von Luftschadstoffen mithilfe von Biolumineszenz zu messen.“

Quantifly wurde von dem Studententeam iGEM IONIS entwickelt.
Quantifly wurde von dem Studententeam iGEM IONIS entwickelt.

Die im 3D-Druckverfahren hergestellte Drohne ist so designt, dass sie die Bakterien sicher in die Luft befördert. Anschließend fungiert sie im Wesentlichen als mobile Erkennungsplattform. Das Fluggerät kann dadurch selbst an Orten Proben nehmen, die für Menschen normalerweise nicht zugänglich sind.

Das Sammeln solch präziser Daten soll den Studenten zufolge helfen, die Luftverschmutzung an der Quelle zu bekämpfen. Für den Nachweis bestimmter Schadstoffe wird die Drohne bereits eingesetzt. Doch bevor Quantifly auf dem Markt eingeführt wird, sollen die Biosensoren weiterentwickelt werden, um noch weitere Schadstoffe identifizieren zu können.

Text: Cécile Dard

Cover-Foto: Facebook – IGEM IONIS – (Montage)

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