Gesundheit

Sauberes Wasser für alle: Lishtot und Solable machen es möglich

Nicolas Meudt Autor, Hemd & Hoodie

Noch immer ist der Zugang zu sauberem Wasser in vielen Teilen dieser Erde keine Selbstverständlichkeit – zwei Start-ups wollen dies ändern.

Am 28. Juli 2010 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen den Zugang zu sauberem Wasser als Menschenrecht anerkannt. Doch nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation hatten im vergangenen Jahr noch immer über zwei Milliarden Menschen keinen Anschluss zu eben diesem, schätzungsweise 842.000 Betroffene kostete dieser Umstand das Leben. Andere Studien gehen sogar davon aus, dass durch Infektionen, die über verschmutztes Wasser übertragen werden, jährlich weit über eine Million Menschen sterben.

Ein wichtiger Grund für die Verunreinigung von Wasser ist der Müll, der in Entwicklungsländern unbehandelt in Flüssen und Seen landet. Auch fehlende sanitäre Einrichtungen sowie Abfälle aus der Landwirtschaft, die ungefiltert in den Boden fließen und so den Wasserkreislauf verseuchen, spielen eine zentrale Rolle. Zwei Start-ups – Lishtot und Solable – könnten helfen, dieser Tragödie entgegenzuwirken.

Lishtot: Sekundenschnelle Analyse der Wasserqualität

Der von Lishtot entwickelte „TestDrop Pro” erinnert äußerlich an einen Schlüsselanhänger. Kommt das Handheld in die Nähe eines Wasserglases, bestimmt es innerhalb weniger Sekunden, ob der Inhalt getrunken werden kann oder nicht. „Wir haben hochmoderne Sensoren entwickelt, die Veränderungen in elektrischen Feldern erkennen”, so Netanel Raisch, einer der Gründer des Unternehmens. Seinen Angaben zufolge ist der Lishtot-Sensor „der einzige, der selbst keine Signale aussendet und die Qualität von Wasser ausschließlich durch passive Detektion erkennt“.

Innerhalb von Sekunden erkennt der TestDrop Pro, ob Wasser trinkbar ist oder nicht. Bild: Lishot – Test Drop Pro

Neben dem Messgerät hat Lishtot auch eine App entwickelt, mit der Nutzer Probleme an Versorgungsunternehmen melden und ortsbezogene Daten zu Kontaminationsereignissen suchen können. Darüber hinaus können sie selbst Bilder, Videos und Kommentare hinzufügen sowie auf die eigene Testhistorie zugreifen. Raisch glaubt, dass „die Daten letztendlich der wertvollste Aspekt des Unternehmens sein werden”. Denn schon heute arbeite das israelische Start-up mit Regierungen, Versorgungsunternehmen sowie einigen Getränkefirmen und Geräteherstellern zusammen, um die Technologie von Lishtot in deren Produkte einzuarbeiten.

LaVie: UV-A-Licht zur Aufbereitung von Trinkwasser

An einer Lösung, die belastetes Leitungswasser in pures Mineralwasser umwandelt, arbeitet das französische Start-up Solable mit „LaVie“. Den Angaben bei einer Crowdfunding-Kampagne zufolge ist das Gerät von Prozessen in der Natur inspiriert und funktioniert ohne Filter oder Zusätze. Stattdessen wird das Wasser in eine Glasflasche gefüllt und in einem Kasten aus Bambusholz 15 Minuten lang mit elektromagnetischer UV-A-Strahlung aus LEDs bestrahlt.

Das von seinen Erfindern patentierte Verfahren nennen diese „Radical Purification”. Es soll Chlor, Chloramin, Pestizide, Chemikalien, Geschmack und Geruch entfernen, nicht jedoch die nützlichen Mineralien und Spurenelemente. Allerdings will LaVie nicht nur direkt dabei helfen, die Wasserqualität zu verbessern, sondern auch indirekt. Denn noch immer werden jedes Jahr über 100 Milliarden Flaschen nicht recycelt und verschmutzen die Umwelt – insbesondere die Ozeane leiden darunter. Durch einen verbreiteten Einsatz von LaVie könnte die Nutzung von Plastikflaschen reduziert und folglich die Umweltbelastung gesenkt werden.

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