Technische Innovation

Scorpion 3 Hoverbike: Das Drohnen-Motorrad für extreme Höhenflüge

Sabine Berger Autorin, Hemd & Hoodie

Halb Motorrad, halb Quadcopter: Das Ein-Mann-Fluggerät Scorpion 3 des russischen Start-ups Hoversurf verspricht Action pur – aber nicht ohne Risiko.

Vom elektrischen Flug-Bike bis zum Drohnen-Taxi – es ist sehr wahrscheinlich, dass moderne Multicopter in einigen Jahren nicht nur Waren, sondern auch Personen von A nach B befördern werden. Von interessanten Konzepten und Prototypen wimmelt es geradezu, wirklich ausgereift können sich nur wenige davon nennen. Zwischen Vision und Wahnsinn bewegt sich auch der neueste Wurf des russisch-amerikanischen Start-ups Hoversurf, der auf den Namen „Scorpion 3“ hört.

Das Hoverbike kommt mit einem Quad-ähnlichen Chassis daher, bei dem anstelle von Rädern vier große Holzpropeller montiert sind. Den Machern zufolge verbindet der Einsitzer klassisches Motorrad-Design mit modernster Quadcopter-Technologie. Der Elektroantrieb soll stark genug sein, um bis zu 120 Kilogramm anzuheben und eine Geschwindigkeit von etwa 50 Kilometern pro Stunde zu erreichen.

Scorpion 3: Konzept mit Schwachpunkten

Die Fortbewegung in der Luft erfolgt im Wesentlichen durch die Änderung von Flughöhe und -richtung, so die Entwickler. Um Geschwindigkeit und Reichweite zu regeln, wurde eigens eine Software programmiert. Die ersten Flugversuche in einer Lagerhalle muten allerdings noch etwas vorsichtig an, wie das kürzlich auf YouTube veröffentlichte Video zeigt. Zwar macht der Prototyp bereits einen relativ stabilen Eindruck, doch nach Easy Rider sieht der Höhenflug noch längst nicht aus.

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Gif: Youtube – Hoversurf (Montage)

Daneben weist das Hoverbike weitere Schwachpunkte auf: Mit nur vier Rotoren fehlt es dem System an der notwendigen Redundanz – fällt einer der Propeller aus, kann die Stabilität kaum gehalten werden. Auch die niedrige Montagehöhe der Antriebe könnte im Alltagsgebrauch für Probleme sorgen. Ist der Untergrund nicht befestigt und sauber, dürften eine Menge Dreck und kleinere Steine aufgewirbelt werden, die dem Fahrer um die Ohren fliegen. Und noch schlimmer: Löst sich einer der Rotoren, schützt auch die dickste Motorradkluft nicht mehr vor schlimmen Verletzungen.

Zukunftsvision: Strassen der Lüfte

Im Moment sei das Konzept des Scorpion 3 vornehmlich als Extremsport-Gerät ausgelegt, erklärt Hoversurf auf seiner Website. Dennoch zeige der Quadcopter ein großes Potenzial als fliegendes Transportmittel. Dementsprechend hegt das in Moskau und San Francisco stationierte Start-up auch Ambitionen, zukünftig weitere Flugobjekte wie Drohnen-Taxis und Schwerlast-Drohnen zu entwickeln.

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Bild: Hoversurf – Drone Taxi(Montage)

Wir erleben aktuell aufregende Zeiten, wenn es um die Zukunft des Nahverkehrs geht. Immer leistungsfähigere Consumer-Drohnen, bemannte Multicopter und andere Fluggeräte lassen die Vision der Straßen der Lüfte in greifbare Nähe rücken. Doch bevor wir uns vom Drohnen-Taxi nach Hause chauffieren lassen können, müssen komplett neue Verkehrs- und Sicherheitskonzepte für die Nutzung des Luftraums geschaffen werden. Eine Herausforderung, an der sich sicherlich einige die Zähne ausbeißen werden.

Cover-Foto: Youtube – Hoversurf (Screenshot/Montage)

 

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