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Shakespeares „Der Sturm“ kommt von der Bühne auf die Kinoleinwand

Dean Evans Technology Writer Twitter

Die einmalige High-Tech-Theaterproduktion von Shakespeares „Der Sturm“ wird aktuell als Livestream in Kinos auf der ganzen Welt gezeigt.

Die britische Zeitung „The Guardian“ nannte die auf Intel-Technologie gestützte Inszenierung der Royal Shakespeare Company (RSC) des Stücks Der Sturm ein „kaleidoskopartiges, visuelles Spektakel“. Der „Telegraph“ lobte die „an Herr der Ringe anmutende Magie“ der Aufführung. Nachdem die High-Tech-Produktion am 11. Januar 2017 per Stream live in Kinos in Großbritannien übertragen wurde, folgen ab dem 7. Februar nun weitere Live-Aufführungen in Kinos auf der ganzen Welt. In Deutschland wird Der Sturm unter anderem in Hamburg, München und Berlin gezeigt.

Zum Artikel: Die Royal Shakespeare Company präsentiert den Sturm als innovative Neuinszenierung

Nicht zum ersten Mal überträgt die Royal Shakespeare Company eine ihrer Aufführungen live. „Die Aufführung des Sturms am 11. Januar ist bereits die dreizehnte Präsentation des Programms ‚Live from Stratford-upon-Avon‘“, erklärt John Wyver, Direktor Screen Productions bei der RSC. „Dabei handelt es sich um eine Initiative, die wir 2013 mit der Aufführung von Richard II. ins Leben gerufen haben. Unser Ziel ist es, bis 2021 alle 36 Stücke aus Shakespeares erster Folio-Ausgabe auf diese Art und Weise gezeigt zu haben.“

authentische live-übertragung

Indem das Stück nicht auf herkömmliche Weise während der Aufführung in Stratford aufgenommen und im Nachhinein als Film gezeigt, sondern live übertragen wird, bleibt das authentische Theater-Feeling erhalten. „Das Publikum im Kino soll das Gefühl haben, das Stück gemeinsam mit dem Publikum in Stratford zu sehen“, so Wyver. „Die Zuschauer sollen die Spannung, das Staunen und die Emotionen miteinander teilen und auch die Quintessenz einer Live-Aufführung – das Gefühl der Bedrohlichkeit – gemeinsam erleben.“

Shakespeares Luftgeist Ariel wird gespielt von Mark Quartley.
Shakespeares Luftgeist Ariel wird gespielt von Mark Quartley.

Daraus ergibt sich eine umfassendere, gemeinschaftlichere Erfahrung, die für jeden Zuschauer einzigartig ist. Jeder Aspekt des Sturms wird in einer fesselnden Dynamik für den Bildschirm festgehalten – von Simon Russell Beales eindringlicher Inszenierung des Prospero bis hin zu Mark Quartleys Ariel, der von Intel und The Imaginarium animiert wird. „Zusätzlich mischen wir für die Geräuschkulisse live über hundert Audiokanäle ab, sowohl von Funkmikrofonen, die alle Darsteller tragen, als auch von Mikrofonen im Bereich der Band und im Auditorium“, erläutert Wyver. „So entsteht ein perspektivischer 5.1-Sound, der perfekt auf das Bild abgestimmt ist.“

shakespeares welt hautnah erleben

Anstatt nur einer statischen kommen im Auditorium sieben oder acht individuell gesteuerte Kameras zum Einsatz. Dadurch entstehen mehrere Aufnahmen der Aufführung, die dann live von einem Regisseur bearbeitet und gemischt werden. So erhält das Publikum im Kino jederzeit den optimalsten und emotionalsten Einblick in das Stück. Dazu gehören auch detaillierte, hochauflösende Nahaufnahmen, mit denen selbst die Live-Aufführung in Stratford nicht mithalten kann.

Für die Special Effects, wie hier bei der Darstellung der Harpyie, kommt Intel-Technologie zum Einsatz.
Für die Special Effects, wie hier bei der Darstellung der Harpyie, kommt Intel-Technologie zum Einsatz.

Die Wirkung einer solchen Live-Übertragung wird häufig unterschätzt. Sie ermöglicht der RSC jedoch, ein viel breiteres Publikum zu erreichen, und bietet Millionen von Menschen die Möglichkeit, eine erstklassige Theaterproduktion live mitzuerleben – und kostet dabei nur geringfügig mehr als ein Kinobesuch. Während die RSC, Intel und die Imaginarium Studios filmreife Special Effects auf die Bühne bringen, transportiert der Live-Stream das Theaterstück in die Welt des Films. Die Übertragung ist zwar kein Ersatz für den einmaligen Besuch im Theater selbst, aber doch eine Erfahrung, die die kreative Vision von Regisseur Gregory Doran auf eine unvergleichlich direkte und mitreißende Art und Weise vermittelt.

Im März wird „Der Sturm“ auch in einige deutsche Kinos übertragen: 11. März – Berlin, Babylon Kino; 26. März – Bochum, Metropolis-Theater; 27. März – Hamburg, Savoy; 27. März – München, Cinema Munich. Weitere Informationen unter: www.rsc.org.uk/the-tempest/in-cinemas. Vom 30. Juni bis 18. August 2017 gastiert das Ensemble des Royal Shakespeare Theatre im Barbican Theatre in London, wo weitere Aufführungen stattfinden.

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