Technische Innovation

Smart City Dubai: Robocops auf Kontrollgang im Wüstenstaat

Ab sofort patrouillieren Polizeiroboter in Dubai. Als rollende Schutzmänner sollen sie Passanten helfen und Personen identifizieren.

Den Robocop gibt es schon lange – aber nur im Film. 1987 erschien Paul Verhoevens gleichnamiger Science-Fiction-Klassiker, in dem Polizist Alex Murphy als unzerstörbarer Maschinenmensch das Verbrechen bekämpft. Die Robocops, die jetzt durch Dubai patrouillieren, kommen weniger martialisch daher.

Die 1,65 Meter großen rollenden Schutzmänner sind unbewaffnet, denn ihre Hauptaufgabe ist es, Menschen auf der Straße weiterzuhelfen – touristenfreundlich in sechs Sprachen. Bis 2030 sollen sie ein Viertel aller Polizisten in dem Golfstaat stellen und durch die gesteigerte Polizeipräsenz dazu beitragen, die Kriminalitätsrate zu senken. Diese ist in Dubai zwar schon relativ niedrig – doch künftig will die Polizei das ehrgeizige Ziel verfolgen, jedes einzelne Vergehen zu kennen beziehungsweise aufzuklären.

Intelligente Gesichtserkennung

Wer einen Vorfall beobachtet, kann ihn dem Robocop jetzt per Touchscreen melden oder übers Mikrofon mündlich berichten. Der elektronische Polizist leitet den Notruf dann gleich an die Zentrale weiter. Weil er die Gefühlslage von Ratsuchenden anhand ihrer Mimik erfasst, soll er adäquat reagieren und Verzweifelte trösten oder Aggressive besänftigen können. Er kann sogar eigenständig auf Passanten mit einem erregten Gesichtsausdruck zugehen, sie begrüßen und ihnen Unterstützung anbieten.

Bild: Pal Robotics(Montage)

Doch in dem freundlichen Wachtmeister steckt, gemessen an deutschem Datenschutz, auch ein Big Brother, der die Öffentlichkeit überwacht. Denn alle Gesichter, die er im Umkreis von 20 Metern erkennt, gleicht er mit Datenbanken ab. Dadurch identifiziert er Flüchtige, nach denen gefahndet wird, aber auch Fahrzeughalter, die Knöllchen bei ihm bezahlen. Prinzipiell wäre es denkbar, dass der Robocop auch permanent unbemerkt Aufnahmen von Personen macht, ohne Anfangsverdacht oder andere Gründe…Nacht acht Stunden ist dann aber Schluss, denn muss der E-Polizist mit leerem Akku zurück zur Ladestation.

Dubai sorgte in der jüngeren Vergangenheit aber nicht nur mit dem Robocop für Aufsehen, sondern mit einigen noch spektakuläreren technologischen Projekten. So soll es noch 2017 Passagierdrohnen als Flugtaxis geben, und das neue Luxushotel Rosemont Hotel & Residences bringt 2018 den Regenwald in die Wüste. Außerdem soll Dubai als Bau-Ort für den futuristischen Analemma Tower dienen, der an einem Asteroiden hängen soll. Unterdessen strebt das kleine technikbegeisterte Fürstentum zudem hinaus ins Weltall: In hundert Jahren will es die erste bewohnte Stadt auf dem Mars errichten.

Cover-Foto: GDN –  Alghata(Montage)

 

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