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Smarte Nachtruhe: So verbessert Computertechnik unseren Schlaf

Dana McMahan Writer

Von intelligenten Sleep-Trackern bis zu temperatursensiblen Kissen – immer mehr technische Innovationen versprechen einen erholsameren Schlaf.

Viele Erwachsene leiden heutzutage unter massivem Schlafmangel. Dies führt nicht nur zu andauernder Erschöpfung, sondern kann chronische gesundheitliche Probleme oder Unfälle verursachen. Ein häufiger Auslöser für zu wenig Schlaf ist die Nutzung mobiler Geräte wie Tablets oder Smartphones, die uns durch ihr blaues Licht wach halten. Doch innovative Technik kann auch dabei helfen, zu einem gesünderen Schlafverhalten zu finden.

Laut einer im Journal of Clinical Sleep Medicine veröffentlichten Studie verbessern immer mehr smarte Produkte unsere Schlafgesundheit. Die Forscher gehen davon aus, dass Gadgets wie Schlaf-Tracker kein vorübergehender Trend sind. Daher stünden diese auch auf Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter weit höher im Kurs als beispielsweise Geräte für die allgemeine Gesundheitsüberwachung. Eine erst kürzlich durchgeführte Erhebung zum Thema Schlaf-Apps zählte über 500 verschiedene in den App-Stores erhältliche Programme.

was im schlaf passiert

Doch warum sehnen wir uns so sehr nach einer erholsamem Nachtruhe? „Schlaf wirkt sich auf viele Bereiche aus“, erklärt Param Dedhia, Arzt und Direktor für Schlafmedizin beim Gesundheitsresort Canyon Ranch. Er hilft unserem Körper in erster Linie, sich nach den Anstrengungen des Tages selbst zu reparieren, so Dedhia. Darüber hinaus werden im Schlaf aber auch Emotionen verarbeitet, Erinnerungen gespeichert und persönliche Probleme gelöst.

Erwachsene brauchen mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht.
Erwachsene brauchen mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht.

Und wie viel Schlaf brauchen wir? „Das ist die Millionenfrage“, gibt Nathaniel F. Watson, Arzt und Professor für Neurologie an der University of Washington in Seattle zu. Der ehemaliger Präsident der American Academy of Sleep Medicine (AASM) ist einer der Autoren der oben genannten Studie, die sich mit Schlaftechnik für Verbraucher beschäftigt. Es gibt keine magische Zahl, die für alle gilt, erklärt er. Die AASM empfiehlt Erwachsenen mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Die meisten erreichen diese Vorgabe jedoch nicht. „Schlafentzug und -mangel sind weit verbreitet“, sagt Watson. „Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde bezeichnet diese als Volkskrankheit. Wenn ich in diesem Land eine einzige Sache ändern könnte, wäre es, dem Schlaf eine höhere Priorität einzuräumen.“

so vernetzt ruhen wir in zukunft

Dr. Watson und seine Mitautoren sehen jedoch Licht am Ende des Tunnels. „Stellen Sie sich eine Zukunft vor, in der die Schlafüberwachung und schlaffördernde Technik vollständig in der Wohnumgebung und im Alltag der Verbraucher integriert sind“, so die Verfasser der Studie. „Nutzer könnten ihre Schlaf- und Weckzeiten bequem einstellen und von ihrem Smartphone über die ideale Schlafdauer informiert werden.“

Zu wenig Schlaf kann chronische gesundheitliche Probleme verursachen.
Zu wenig Schlaf kann chronische gesundheitliche Probleme verursachen.

„Ich kann mir das folgende Szenario vorstellen: Ich gehe ins Schlafzimmer, das Licht ist gedämpft, die Jalousien fahren herunter und die Temperatur ist individuell auf meine Bedürfnisse abgestimmt“, so Watson über seine Idee von den perfekten Schlafbedingungen. „Zusätzlich erzeugt ein Gerät genau das richtige Maß an weißem Rauschen, um die Umgebungsgeräusche auszublenden.“ Viele dieser technischen Möglichkeiten sind heute bereits verfügbar oder in Entwicklung. So beispielsweise der Schlafsensor S+ von ResMed, der mit einem Smartphone oder Tablet bedient wird und der dem Benutzer hilft, seine Schlafmuster aufzuzeichnen und zu verstehen.

Länger schlafen dank innovativer Gadgets

Um die Schlafqualität zu verbessern, müsste Menschen in einem ersten Schritt geholfen werden, ausreichend Schlaf zu bekommen, erklärt Watson. Der S+ liefert dem Benutzer ein individuelles Feedback, das auf seinen Schlafmustern und der Schlafumgebung wie Licht, Geräusche und Temperatur basiert. Innerhalb eines Zeitfensters, in dem der Benutzer geweckt werden möchte, spielt der S+ genau in der richtigen Schlafphase – nämlich der Leichtschlafphase – einen sanften Weckton ab. „Es hat sich erwiesen, dass die Schlafdauer durch diese Funktionen um 30 Minuten verlängert werden kann“, erklärt der Fachmann.

Tools wie der S+ und andere Schlaf-Tracker können durchaus nützliche Werkzeuge sein, die Menschen motivieren, besser auf ihre Schlafbedürfnisse zu achten, so Dedhia. „Computertechnik lässt sich wunderbar dazu einsetzen, um Diskussionen über das Thema anzuregen.“ Durch ihre unterhaltsame Einsatzweise weckt innovative Technik auch die Neugier von Personen, die sich normalerweise nicht mir ihrem Schlafverhalten beschäftigen.

Die Rahmenbedingungen für erholsamen Schlaf

Wenn wir unsere Schlafgewohnheiten genauer beobachten, würden wir auch mehr und besser schlafen, glaubt Dedhia. Er ist der Meinung, dass Geräte nicht nur Messwerte erfassen müssten, sondern auch eine beruhigende Umgebung schaffen sollten, in der wir mühelos einschlafen können. Licht ist ein häufiger Auslöser für Schlafprobleme: Während die von Geräten verursachten blauen Lichtwellen zu Einschlafproblemen beitragen, lassen sich andere Lichttypen dazu einsetzen, die Schlafumgebung zu verbessern. Die C-Sleep-LED von GE wechselt morgens beispielsweise automatisch vom Nachtmodus mit warmem und ruhigem Licht zu lebhaftem und dynamischem Licht.

Auch störende Geräusche, die durch Verkehr, Nachbarn oder Familienmitglieder verursacht werden, können die Schlafqualität maßgeblich beeinträchtigen. Das Schlafsystem Nightingale geht weit über die typischen Geräte hinaus, die weißes Rauschen verursachen. Störgeräusche werden stattdessen mit einem vernetzten Smart-Home-System maskiert, das im Schlafzimmer Töne abspielt, die genau auf die Akustik des Raumes abgestimmt sind.

Ein drittes kritisches Element für die Schlafqualität ist die Temperatur. Experten sind sich einig, dass eine kühle Umgebung für einen erholsamen Schlaf am förderlichsten ist. Um dies zu erreichen, reguliert das mit Wasser gefüllte Kühlkissen Moona automatisch die Temperatur: Während das Kissen abends beim Einschlafen kühl ist, wird es in der Früh erwärmt, um dem Benutzer das Aufwachen zu erleichtern. Mit dem ChiliPAD Cube lässt sich sogar die Temperatur der ganzen Matratze auf bis zu 13 Grad Celsius herabkühlen.

Doch auch eine perfekte Schlafumgebung nützt nichts, wenn jemand nicht in der Lage ist, seine „innere Lautstärke“ zu verringern. Daher schwören viele auf Apps wie Deep Sleep, die die Gedanken mit einer geführten Meditation beruhigen. Daneben gibt es natürlich zahlreiche Apps, die den Benutzer einfach daran erinnern, wann Schlafenszeit ist. Zu dieser Kategorie gehören zum Beispiel Google Now oder die Bedtime-Funktion des iPhones. Angesichts all der Tools, die uns heute zur Verfügung stehen, rückt das scheinbar so schwer erreichbare Ziel guter Schlafqualität vielleicht doch in erreichbare Nähe.

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