Computerspiele

Strategiespiele: Mehr Kerne für eine neue Generation von Games

Jason Johnson Freelance writer and editor

Dank innovativer Prozessortechnik können Games immer komplexer und schneller gestaltet werden. Besonders Strategiespiele profitieren von Mehrkern-CPUs.

Ein Befehlshaber hat das Kommando über ein interplanetares Kampffeld, das sich über ganze Kontinente hinweg erstreckt und auf dem es von Panzern, Kampffliegern und Versorgungseinheiten nur so wimmelt. Aus etwas Entfernung lässt sich erkennen, dass die feindlichen Schwadronen, deren Anzahl ständig steigt, einer komplexen Kampfstrategie folgen und in Echtzeit dynamisch auf die Taktik des Spielers reagieren. Dieses Szenario findet sich im Strategiepiel Ashes of the Singularity, das einen bahnbrechenden Branchenumschwung in Richtung neuer Gameplay-Möglichkeiten einläutet.

Als eines der ersten PC-Spiele nutzt es den gewaltigen Leistungssprung von Mehrkernprozessoren und DirectX 12, Microsofts API-Sammlung für Multimedia-Anwendungen und Games. Gemeinsam arbeiten Microsoft und Intel an der Erweiterung der neuesten DirectX-Version, die noch besser auf Hyper-Threading und Parallelverarbeitung abgestimmt ist. Die von Intel-Core-Prozessoren unterstützte Hyper-Threading-Technik lässt jeden physischen Kern einer Central Processing Unit (CPU) wie zwei logische Kerne erscheinen.

mehr rechenleistung für komplexere spiele

Bei der Parallelverarbeitung werden umfangreiche Rechenanforderungen zunächst in kleinere Aufgaben unterteilt, die sich anschließend gleichzeitig lösen lassen. Dank dieser Verbesserungen erhalten Entwickler die Möglichkeit, den Grad an Vielseitigkeit und Abwechslungsreichtum in einem Spiel wesentlich zu vergrößern. Dies erfordert allerdings auch mehr und schnellere Prozessorleistung.

Das Strategiespiel Ashes of Singularity besticht mit hoher Komplexität.
Das Strategiespiel Ashes of Singularity besticht mit hoher Komplexität. Bild: Stardock Entertainment – Ashes of Singularity

„Ashes of the Singularity ist eines dieser Spiele, die wir nur alle paar Jahre erleben“, schreibt der IGN-Rezensent TJ Hafer. „Sie verpassen uns gewissermaßen einen Schlag ins Gesicht und erinnern uns daran, was ‚Strategie‘ wirklich bedeutet“, lobt Hafer das hohe Niveau des Games. „Es handelt sich um eine anspruchsvolle, fesselnde und denkintensive Strategieübung. Sie veranlasst mich, meine Armeezusammenstellungen, Zeitpläne und Entsendungsschemata immer wieder zu überdenken – selbst wenn ich in diesem Moment nicht spiele.“

Technik mit Gameplay-Schwerpunkt

Da sich die Technik der Grafikprozessoren (GPU) zunehmend verbessert, können Entwickler neue Spiele mit unglaublicher Grafik kreieren. Die neuen GPUs sind in der Lage, immer intensivere 3D-Renderingaufgaben zu verarbeiten. Dadurch sorgen sie dafür, dass Spielumgebungen dank flüssig und detailreich dargestellter Texturen entweder äußerst real oder überzeugend fremdartig aussehen.

Bessere GPUs eröffnen Entwicklern neue Möglichkeiten.
Bessere GPUs eröffnen Entwicklern neue Möglichkeiten. Bild: Stardock Entertainment – Ashes of Singularity

Was andere neue Gaming-Funktionen und interaktive Aspekte angeht, verlassen sich Entwickler auf das Gehirn des Computers, die CPU. CPU-Kerne eignen sich hervorragend für realistische Physik – wie Wolkenbewegungen oder im Wind wehende Fahnen – und künstliche Intelligenz (KI), mit deren Hilfe ein Spiel auf die Züge des Spielers reagiert. Wenn es darum geht, aus fesselnd und realitätsnah dargestellten Spielen wie Ashes of the Singularity das Beste herauszuholen, ist eine ausgewogene PC-Plattform mit schneller Multicore-CPU und großartiger Grafik das A und O.

mehr kerne für mehr grafikleistung

Die meisten der modernen PC-Prozessoren haben mehr als nur einen Kern, was Entwicklern im Wesentlichen den Vorteil verschafft, die Rechenleistung mehrerer CPUs zu nutzen. Die 2015er-Version von DirectX 12 machte es Spielentwicklern sogar noch leichter,  intelligente, reaktive und adaptive Elemente in einem Spiel zu realisieren. Dank DirectX 12 können mehrere Kerne gleichzeitig genutzt werden, was wiederum der GPU hilft, sämtliche Grafikaufgaben effizienter zu verarbeiten.

Strategiespiele erfordern leistungsstarke Mehrkernprozessoren.
Strategiespiele erfordern leistungsstarke Mehrkernprozessoren. Bild: Stardock Entertainment – Ashes of Singularity

Ashes of the Singularity ist ein gutes Beispiel dafür, welche Bedeutung diese Entwicklung für das Gameplay hat: In diesem Spiel gibt es Armeen, die der Größe des US-Militärs Konkurrenz machen könnten. Und da eine leistungsstärkere adaptive KI auf dem Kampffeld platziert werden kann, könnte ein KI-Team für einen menschlichen Spieler taktisch durchaus zu einer ernstzunehmenden Herausforderung werden.

Die Vorteile für Echtzeit-Strategiespiele

Spieleentwickler sind der Ansicht, dass Echtzeit-Strategiespiele – im Englischen „Real-time Strategy“ bzw. kurz RTS – wie Ashes of the Singularity die meisten Vorteile aus der neuen Generation von Mikroprozessoren herausholen werden. „RTS-Spiele sind seit jeher eng an die Funktionalität der Hardware gebunden“, erklärte Brad Wardell, der auf 20 Jahre Erfahrung in der Produktion und dem Design beliebter RTS-Spiele wie Galactic Civilizations und Sins of a Solar Empire zurückblicken kann. Heute ist er CEO von Stardock und Lead Designer von Ashes of the Singularity.

Strategiespiele benötigen ausreichend Prozessor-Performance.
Strategiespiele benötigen ausreichend Prozessor-Performance. Bild: Stardock Entertainment – Ashes of Singularity

Um den gewünschten Grad an Komplexität und Realismus zu erzeugen, platzieren RTS-Designer auf Schlachtfeldern so viele Einheiten beziehungsweise Charaktere oder Objekte, wie es die Hardware zulässt. Für einige Designer waren daher die Einschränkungen durch Einkern- und Zweikernprozessoren dafür verantwortlich, dass die Entwicklung von Strategiespielen nach den goldenen 1990er- und frühen 2000er-Jahren lange Zeit stagnierte. „Wenn es bislang bei RTS-Spielen zu einer großen Schlacht kam, war die CPU plötzlich überfordert, so dass das Spiel langsamer wurde“, erklärte Dan Baker, Mitgründer von Oxide Games und einer der Entwickler von Ashes of the Singularity. Doch wenn es um den flüssigen Spielablauf gehe, sei die Toleranzschwelle der Gamer im RTS-Genre eher niedrig, so Baker. Wenn neue Titel herauskommen, erwarten sie, dass diese alles Bisherige übertreffen.

Die Zukunft von Echtzeit-Strategiespielen

Wardell zufolge wird die Multicore-Technik eine neue Generation von RTS-Spielen einläuten und dank intelligenterer KI den Weg für neue Gaming-Erlebnisse ebnen. In Ashes of the Singularity können auch die Feinde denken und auf neue Situationen reagieren. Daher können jederzeit mehr feindliche Einheiten auf dem Bildschirm zu sehen sein, dynamisch attackieren und Angriffe planen

Je mehr CPU-Kerne, desto besser die KI des Spiels.
Je mehr CPU-Kerne, desto besser die KI des Spiels. Bild: Stardock Entertainment – Ashes of Singularity

Wenn das Spiel einen Prozessor mit mindestens sechs Kernen erkennt, schaltet es eine riesige Karte frei, die auf schwächeren Systemen nicht spielbar wäre. Wer auf diesem Niveau gegen Horden von KI-Einheiten antreten möchte, benötigt für die Berechnung der Simulationen und KI enorme CPU-Ressourcen. Und tatsächlich ist es die CPU, die in den meisten Fällen zum Flaschenhals wird. Doch die Entwicklung der Prozessortechnik hält weiter an, so dass in Zukunft noch mehr Spieleentwickler das Potenzial von CPUs mit sechs Kernen nutzen können – oder wie bei dem seit kurzem erhältlichen Intel Core i7-6950X Extreme Edition sogar die Rechenpower von zehn Kernen.

Doch die echten Gewinner dieses Fortschritts sind die Gamer, die auf der Suche nach neuen Herausforderungen und intelligenteren Feinden sind. „Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft möchten wir sehen, wie Spieler weltweite Eroberungszüge führen und ein menschlicher Spieler gegen 140 Computerspieler antreten kann“, sagt Wardell. „Ohne Achtkern-CPU wäre die Simulation derart vieler KI-Spieler schwierig.“

Hier gibt es weitere Gaming-Ressourcen von Intel.

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