Gesundheit

Telepathie-Mütze: Dieses Wearable könnte bald unsere Gedanken übertragen

Sabine Berger Autorin, Hemd & Hoodie

Das Start-up Openwater möchte bereits in acht Jahren ein Gadget auf den Markt bringen, das uns telepathische Fähigkeiten verleiht.

Eine Idee direkt aus dem Kopf heraus digitalisieren, den Traum der letzten Nacht per Knopfdruck abspeichern oder unser Gedächtnis erweitern? Wenn es nach MIT-Professorin Dr. Mary Lou Jepsen geht, wird dies schon in wenigen Jahren Realität sein. Sogar die Kommunikation mittels reiner Gedankenkraft soll dank einer Telepathie-Mütze bald ermöglicht werden, für deren Entwicklung sie eigens das Start-up Openwater gegründet hat.

Dafür will sie ein bereits aus der Medizin bekanntes Verfahren in ein handliches Format bringen: die Magnetresonanztomographie (MRT). „Ich habe herausgefunden, wie ich die Funktionalität der großen, Millionen Dollar teuren Geräte in einem Wearable unterbringen kann, das die Form einer herkömmlichen Skimütze hat“, erklärt Jepsen, die früher für Tech-Unternehmen wie Facebook, Google und Intel gearbeitet hat. Üblicherweise wird die MRT genutzt, um detaillierte Bilder von Gewebe und Organen zu erstellen. Inzwischen lassen sich aber auch die Hirnaktivitäten einer Person erfassen und beispielsweise in Form digitaler Bilder visualisieren.

infrarotstrahlen machen gedanken sichtbar

Während die herkömmliche MRT mittels Magnetfeldern und Radiowellen funktioniert, kommt bei der Technologie von Jepsen Infrarotlicht zum Einsatz. Die Innenseite der Mütze ist dabei mit winzigen flexiblen Flüssigkristallanzeigen (LCDs) ausgekleidet, die das elektromagnetische Licht aussenden und damit den Sauerstofffluss im Gehirn aufzeichnen. „Unsere Körper sind durchsichtig für Infrarot“, erklärt Jepsen.

Die Technik wird bereits genutzt, um Krankheiten wie Tumore, Hämatome oder verstopfte Arterien aufzuspüren. Laut der Unternehmerin wäre auch die umgekehrte Vorgehensweise denkbar, dass das Infrarotlicht gezielt in bestimmte Körperregionen gesendet wird, um dort beispielsweise Krebszellen zu bekämpfen. Doch das eigentliche Ziel, das Jepsen mit ihrer Entwicklung verfolgt, ist die Digitalisierung und Übertragung von Gedanken. Mit ihrer „Denkkappe“ sollen Menschen in der Lage sein, Gedanken sowohl auszusenden als auch jene anderer Personen zu lesen.

marktreife telepathie-Mütze in acht jahren

Damit werden ganz neue Anwendungsszenarien denkbar, die jedoch auch die Beschäftigung mit ethischen Implikationen erfordern. „Können Polizei, Militär oder auch Eltern einen zwingen, ein solches Device aufzuziehen?“ Auf solche Fragen gilt es, Antworten zu finden, so Jepsen. Zusätzlich soll die Technologie dahingehend weiterentwickelt werden, dass sie nur funktioniert, wenn der Nutzer dies wünscht und auch dann noch jene Gedanken ausfiltern kann, die er nicht teilen möchte.

Die Technik der Telepathie-Mütze wird bereits verwendet, um Krankheiten zu erkennen.
Die Technik der Telepathie-Mütze wird bereits verwendet, um Krankheiten zu erkennen. Bild: flickr.com – Intel Free Press

Kann Openwater seine ambitionierte Roadmap einhalten, soll die Telepathie-Mütze bereits in acht Jahren verfügbar sein. Erste Prototypen sollen bereits nächstes Jahr an ausgewählte Partner ausgeliefert werden. Damit hat das Rennen um die erste marktreife Technologie zur Gedankenübertragung begonnen, denn neben Jepsen arbeiten auch Visionäre wie Elon Musk daran, das menschliche Gehirn mit einem Computer zu verbinden.

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