Computerspiele

ThermoReal: Neues Gerät macht virtuelle Realität fühlbar

Durch ThermoReal können Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Nutzer die Kälte oder Hitze simulierter Objekte und sogar Schmerzen spüren.

Mit eisigen Bergpanoramen oder gewaltigen Explosionen beeindruckt die virtuelle Realität (VR) schon heute visuell und akustisch. Vollständig echt wirken die simulierten Umgebungen bislang jedoch nicht, weil sie außer Augen und Ohren keine weiteren Sinnesorgane ansprechen. Mit dem neu entwickelten, zylinderförmigen Gerät ThermoReal soll sich das nun ändern. Halten Nutzer es in der Hand, während sie sich in der virtuellen Realität oder der Augmented Reality (AR) bewegen, spüren sie Hitze, Kälte und sogar Schmerz.

Dies funktioniert mittels eines Überzugs aus Peltier-Elementen, die Strom in Temperaturen von 4 bis 40 Grad Celsius umwandeln können. Langsames Anheben oder Absenken der Temperatur vermittelt Nutzern das Gefühl, sich Wärme- oder Kältequellen zu nähern beziehungsweise sich davon zu entfernen. Ein stichartiger Schmerzeindruck kommt zustande, wenn Reihen von Peltier-Elementen sich erhitzen, während benachbarte abkühlen. Waren elektrothermische Wandler bisher starr und relativ dick, ist die Oberfläche von ThermoReal biegbar und extrem dünn. Deshalb soll sie in Zukunft als Beschichtung für Joysticks, VR-Anzüge oder auch Schreibtischstühle zum Einsatz kommen.

ThermoReal funktioniert auch am Smartphone

Damit wäre es beispielsweise möglich, Computer- und Konsolen-Spielen neue Facetten hinzuzufügen. So könnte ein leichter Schmerz den Spielern anzeigen, dass sie von einem Gegner verletzt wurden. Durch das langsame Abfallen der Temperatur eines VR-Anzugs ließe sich nach dem Sprung in ein virtuelles Gewässer vor Unterkühlung warnen. Darüber hinaus lässt sich ThermoReal auch für mobile AR-Anwendungen einsetzen. Per Kabel mit einem Smartphone verbunden, kann das batteriegetriebene Gerät zum Beispiel Hitze erzeugen, wenn während eines AR-Spiels Feuer auf dem Bildschirm zu sehen ist.

ThermoReal kann nicht nur Hitze und Kälte, sondern auch Schmerz erzeugen.
ThermoReal kann nicht nur Hitze und Kälte, sondern auch Schmerz erzeugen. Gif: Youtube – legendary Shin

Mit seinem Ziel, die Immersion virtueller Welten zu steigern, steht der Entwickler von ThermoReal indes nicht allein da. Auch andere Hersteller arbeiten daran, Nutzer die reale Umgebung durch noch tieferes Eintauchen in die simulierte vergessen zu lassen. So entwickelt Intel mit Project Alloy die sogenannte Merged Reality, die es erlaubt, reale Gegenstände und Personen in die virtuelle Realität zu holen. Dabei sorgt eine RealSense-Kamera durch Scannen der echten Umgebung dafür, dass der VR-Brillen-Träger nicht gegen Hindernisse in seinem Zimmer stößt. Im Gegensatz zur Intel-Lösung ist ThermoReal zwar noch im Prototyp-Stadium. Dafür könnte das Gerät laut seinen Entwicklern künftig zusätzlich in der Lage sein, die Haptik virtueller Gegenstände mittels Temperaturveränderungen zu simulieren.

Cover-Foto: Youtube – legendary Shin(Screenshot/Montage)

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